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Formel E: Neue Safety-Car-Regel

Werden kleine Teams benachteiligt?

In der kommenden Saison wird eine entscheidende neue Regel eingeführt: Die Energiemenge wird während einer Safety-Car-Phase reduziert. Das sorgt auch für Unmut.
In der im November beginnenden neuen Formel-E-Saison wird sich das Gesicht der Elektrorennserie einmal mehr ändern. Nicht nur, weil Mercedes und Porsche einsteigen. Dann wird auch ein neues Reglement greifen.
Auf den ersten Blick ist die Regel nicht besonders gravierend: Pro Safety-Car-Minute wird den Fahrern im Rennen eine Kilowattstunde Energie abgezogen. Eine Batterie verfügt in der Formel E über eine Kapazität von 52 Kilowattstunden. Diese Energie muss für das 45-minütige Rennen reichen. Kommt ein Safety-Car auf die Bahn, wird das Tempo gedrosselt. Es wird weniger Energie verbraucht, das Energiemanagement rückt in den Hintergrund.

Maximilian Günther fürchtet, dass die neue Regel die kleinen Teams benachteiligt

Audi-Pilot Lucas di Grassi erklärt: “Wir haben gesehen, dass manche einfach Vollgasgegeben und auf ein Safety-Car spekuliert haben. Ist das gekommen, war Energiesparen nicht mehr nötig. Das Energiemanagement gehört aber zur DNA der Formel E. Und wenn du von Anfang an auf die Energie achten musst, sorgt das für mehr Überholmanöver.“
Reduziert sich während des Safety-Cars die nötige Energie, müssen die Fahrer wieder auf die Energie achten. „Das ist technisch gesehen wirklich gut. Nur frage ich mich, ob das die Leute draußen verstehen. Wir dürfen nicht die gleichen Fehler machen wie die Formel 1. Da sind die Regeln so komplex, dass sie die Zuschauer einfach nicht mehr verstehen“, sagt di Grassi. „Ich hätte einfach gesagt: Das Rennen dauert 45 Minuten. Kommt ein Safety-Car, wird die Uhr angehalten. Im Fußball gibt es ja auch eine Nachspielzeit. Das versteht jeder.“
Teamkollege Daniel Abt hält dagegen: „Klar ist: Es muss was gemacht werden. Denn wir sehen, dass die Rennen schlechter werden, sobald ein Saftey-Car auf die Strecke kommt. Ich weiß auch nicht, ob man das nach außen so stark den Fans erklären muss. Die sehen einfach eine Energiemenge, die der Fahrer noch zur Verfügung hat und gut ist es. Die Uhr anzuhalten wäre einfacher, aber das wollten die Fernsehsender nicht, weil sie nicht wollen, dass die Rennen länger dauern als geplant.“
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Die kleinen Teams sind aus einem anderen Grund wenig begeistert von der neuen Regel. Dragon-Pilot Maximilian Günther erklärt: „Das wird die großen Teams, die besser mit dem Energiemanagement sind, bevorzugen. Dieses Jahr hatten wir das strategische Element, dass wir einfach von Anfang an aggressiv fahren konnten, auf ein Safety-Car spekuliert haben und wenn es kam, wir in einer besseren Position waren. Das hast du nächstes Jahr nicht mehr. Das wird die Spreu vom Weizen trennen und das Feld auseinanderziehen.“
Pokern lässt sich nur, in dem die Fahrer zu Beginn bewusst extrem langsam fahren, dadurch Energie sparen und ebenfalls auf ein Safety-Car hoffen, dass das Feld ja wieder zusammenführt. Nach der Safety-Car-Phase haben diese Fahrer dann noch mehr Energie zur Verfügung als die anderen. „Dadurch wirst du sicherlich weiterhin einen kleinen Vorteil haben, aber er ist nicht mehr so groß wie dieses Jahr. Oft gibt es ja nur ein Full-Course-Yellow, wo die Abstände zwischen den Fahrern ja eingefroren bleibt“, analysiert Günther.

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Diese Berichterstattung wurde unterstützt von der Formel E. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhängigkeit.

Fotos: Picture-alliance

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