Wird das der Tag der Briten? Vorm Finale der Fußball-Europameisterschaft hat Sam Bird (England) beim zweiten Formel-E-Rennen in New York bereits den ersten britischen Sieg des Tages perfekt gemacht. Der Jaguar-Star gewinnt vor Nick Cassidy (Envision Virgin Audi) und Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) und zieht in der ewigen Bestenliste der Elektroformel mit Audi-Pilot Lucas di Grassi und seinen elf Siegen gleich. Nur Sébastien Buemi (Nissan) hat mehr Elektro-Erfolge (13) auf seinem Konto.
Schon vor dem Rennen hatte Bird im Gespräch mit ABMS gescherzt: „Im besten Fall laufe ich vom Podium direkt in unsere Garage und schaue da das EM-Finale.“
Für die Deutschen Stars und Hersteller ist es dagegen kein guter Tag auf der Strecke in Brooklyn mit Blick auf die Skyline von Manhattan. Die beiden Porsche von Pascal Wehrlein und André Lotterer landen geschlossen auf den undankbaren Rängen vier und fünf. Dabei wäre mindestens eine bessere Position für beide möglich gewesen. Grund: Erst hat Lotterer Wehrlein nach dessen Attack Mode Team-strategisch zu spät passieren lassen, anschließend zieht DS-Techeetah-Fahrer Antonio Felix da Costa mit einem früher genutzten zweiten Attack Mode an den beiden Premium-Rennern aus dem VW-Konzern vorbei auf Platz vier. Da sehen die Porsche-Strategen nicht gut aus.
René Rast viel nach einem Reifenschaden weit zurück.
Pech diesmal auch für René Rast: Der Audi-Fahrer, der vor dem zweiten Rennen in New York noch auf WM-Rang vier lag, fällt nach einem Reifen-Schlitzer durch Sébastien Buemi weit zurück und wird am Ende 20.
Auch Maximilian Günther kann nach seinem starken Sieg am Samstag am Sonntag nicht nachlegen. Von Startplatz 23 aus fährt der BMW-Pilot zwar vor auf Rang zehn und brennt eine bravouröse Aufholjagd in den Asphalt, schafft es aber nicht in die Nähe des Podests.
Jaguar-Dauerbrenner Sam Bird führt zwei Läufe bzw. vier Rennen vor Schluss nun auch die WM-Tabelle an. Noch aber ist nichts entschieden. Die ersten sieben Fahrer, darunter auch Audi-Pilot René Rast auf Platz sieben, befinden sich innerhalb von 20 Punkten. Auf Platz neun liegt Pascal Wehrlein nur einen Zähler dahinter. Selbst Max Günther hat auf Rang 14 mit 27 Punkten Rückstand noch realistische WM-Chancen. Die Meisterschaft ist spannend wie nie zuvor.
Nur Mercedes ist vom Pech verfolgt. Drei Rennen in Folge bleiben die Silberpfeile ohne Punkte, aus den letzten sechs Rennen haben Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries nach drei Siegen zu Beginn des Jahres nur acht Punkte geholt. In der Team-WM liegen die Stuttgarter trotzdem noch auf Rang fünf einen Platz hinter Audi und einen vor BMW, die wiederum die Nase knapp vor Porsche haben.

Formel E New York ePrix Rennen 2

1. S. Bird, Panasonic Jaguar Racing
2. N. Cassidy, Envision Virgin Racing
3. A. Felix da Costa, DS Techeetah
4. P. Wehrlein, TAG Heuer Porsche Formula E Team
5. A. Lotterer, TAG Heuer Porsche Formula E Team
6. A. Sims, Mahindra Racing
7. N. Nato, ROKiT Venturi Racing
8. R. Frijns, Envision Virgin Racing
9. A. Lynn, Mahindra Racing
10. M. Günther, BMW i Andretti Motorsport

Fahrerwertung

1. Sam Bird, 81 Punkte
2. Antonio Felix da Costa, 76
3. Robin Frijns, 76
4. Edoardo Mortara, 72
5. Nick Cassidy, 70
6. Jean-Eric Vergne, 68
7. René Rast, 61
8. Mitch Evans, 60
9. Pascal Wehrlein, 60
10. Nyck de Vries, 59
Nächstes Rennen: 24./25. Juli in London, live in Sat.1.
Mitarbeit: André Theuerzeit