Wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten. Mercedes hat mit einem Sieg durch Stoffel Vandoorne einmal mehr eindrucksvoll gezeigt, dass sie einen der besten E-Motoren in der Formel E-WM gebaut haben. Im ersten Rom-Rennen gestern schied Vandoorne durch einen Unfall aus, heute schlug er zurück und holte sich seinen zweiten Sieg in der Elektro-Meisterschaft.
Von Platz vier aus ging es schnell vorwärts für Vandoorne. Pole-Setter Nick Cassidy drehte sich schon in Runde eins, Norman Nato wurde schnell zurückgereicht. An Porsche-Pilot Pascal Wehrlein ging Vandoorne vorbei, weil er den ersten Attacke-Modus früher zündete als der Deutsche. Danach ging es nur noch darum, den Vorsprung zu verwalten.

Wehrlein auf dem Podium

„Ich war aggressiv, wenn ich es sein musste und hab mich zurückgehalten, wenn es nötig war. Alexander Sims hinter mir war sehr stark, aber jetzt freue ich mich über den Sieg“, erklärt Vandoorne.
In der WM liegen zwar die ersten neun Fahrer innerhalb von 19 Punkten. Doch die Meisterschaft könnte ein spektakuläres Duell zwischen Jaguar und Mercedes werden – wie in den 1950er Jahren bei den Sportwagen. Unter den ersten fünf Fahrern sind beide Jaguar- und beide Mercedes-Piloten. Es führt der heute punktlose Sam Bird (43) vor Jaguar-Teamkollege Mitch Evans (39), der Sechster wurde. Vandoorne (33) ist Vierter, de Vries (32) Fünfter.
Mercedes-Pilot schlägt zurück
Pascal Wehrlein
Und die Deutschen? Pascal Wehrlein wurde Dritter, weil er sich beim Restart von Alexander Sims überrumpeln ließ. Auch Norman Nato kam an Wehrlein vorbei, verbrauchte aber zu viel Energie und wurde daher bestraft. Maximilian Günther wurde am Ende Fünfter. André Lotterer musste das Rennen von hinten starten, weil er im Qualifying zu viel Energie verwendet hat. Im Rennen kam er kaum nach vorn und wird als 15. gewertet.
René Rast verlor seinen Audi durch einen Fahrfehler. Mit dem rechten Hinterrad touchierte er die Mauer, crashte danach wegen gebrochener Radaufhängung. Audi-Teamchef Allan McNish: „Er hatte eine starke Aufholjagd, aber dann kam es zum Unfall. Es sieht nach einem Fahrfehler aus.“

Rom ePrix Sonntag

1. Stoffel Vandoorne (Mercedes)
2. Alexander Sims (Mahindra)
3. Pascal Wehrlein (Porsche)
4. Edoardo Mortara (Venturi-Mercedes)
5. Maximilian Günther (BMW-Andretti)
6. Mitch Evans (Jaguar)
7. Antonio Felix da Costa (DS Techeetah)
8. Sébastien Buemi (Nissan e.dams)
9. Tom Blomqvist (Nio333)
10. Nico Müller (Dragon)

Fahrer-WM

1. Sam Bird (Jaguar) 43
2. Mitch Evans (Jaguar) 39
3. Robin Frijns (Virgin-Audi) 34
4. Stoffel Vandoorne (Mercedes) 33
5. Nyck de Vries (Mercedes) 32
6. Pascal Wehrlein (Porsche) 32
7. Edoardo Mortara (Venturi-Mercedes) 30
8. Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) 25
9. Alexander Sims (BMW-Andretti) 24
10. René Rast (Audi Sport Abt Schaeffler) 21
11. Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) 21
12. Oliver Rowland (Nissan e.dams) 15
13. Sébastien Buemi (Nissan e.dams) 14
14. Maximilian Günther (BMW-Andretti) 12
15. Sergio Sette Câmara (Dragon) 12
16. Nico Müller (Dragon) 11
17. Oliver Turvey (Nio333) 9
18. Lucas di Grassi (Audi Sport Abt Schaeffler) 6
19. Alexander Lynn (Mahindra) 4
20. Nick Cassidy (Virgin-Audi) 3
21. Tom Blomqvist (Nio333) 3
22. Norman Nato (Venturi-Mercedes) 1
23. André Lotterer (Porsche) 0
24. Jake Dennis (BMW-Andretti) 0

Team-WM

1. Jaguar 82
2. Mercedes 64
3. DS Techeetah 46
4. Virgin-Audi 37
5. Porsche 32
6. Venturi-Mercedes 31
7. Mahindra 29
8. Nissan e.dams 29
9. Audi Sport Abt Schaeffler 27
10. Dragon 23
11. Nio333 12
12. BMW-Andretti 12

Von

Michael Zeitler