Formel E: Saudi-Arabien
Elektro-Formel fehlt die Hochspannung

Beim Formel-E-Saisonstart in Saudi-Arabien überzeugte Mercedes mit Werks- und Kundenteam. Doch elektrisiert haben die Rennen nicht
Bild: FIA Formula E
Sie war das Technologie-Labor des Motorsports, die Pionier-Rennserie auf dem Weg in die Elektromobilität: Die Formel E startete seit 2014 in den Metropolen der Welt durch. In ihrem Windschatten rasten zuletzt auch vier deutsche Premiumhersteller ins neue Zeitalter der elektrischen Fortbewegung.
Allein: Längst geistern auch durch die Flure der Zuffenhausener Sportwagenschmiede Gerüchte, man wolle sich gemeinsam mit Volkswagen-Konzernschwester Audi ab 2026 der Formel 1 anschließen. Damit würde die altehrwürdige Königsklasse dem Stromer-Spielplatz wahrscheinlich den Starkstrom-Stecker ziehen.
Denn schon bei den beiden Rennen in einem Vorort von Riad zeigte sich: Ohne Audi und BMW springt der Funke nicht mehr so richtig über. Und: Mercedes dominiert mittlerweile fast wie in der Formel 1. Das Freitagsrennen gewann Weltmeister Nyck de Vries vor seinem Teamkollegen Stoffel Vandoorne.
Am Samstag siegte Venturi-Fahrer Edoardo Mortara vor Robin Frijns (Envision-Virgin) und seinem Venturi-Teamkollegen Lucas di Grassi. Beide Venturis haben einen Mercedes-Kundenmotor im Heck. Team-CEO ist Susie Wolff, Ehefrau von Mercedes-Formel-1-Teamchef Toot Wolff. Titelverteidiger De Vries verpasst den zweiten Sieg in Folge nur, weil er nach einem Duell mit Di Grassi von der Spitze bis auf Rang zehn durchgereicht wurde.

André Lotterer ist als bester Deutsche auf Rang Vier gefahren.
Bild: Porsche
Maximilian Günther muss sich nach dem Wechsel von BMW zu Nissan noch an sein neues Gefährt gewöhnen. Er schaffte es hinter Teamkollege Sébastien Buemi am Samstag nur auf Rang 14.
Fest steht: Porsche tut sich noch schwer, den Technik-Vorsprung der silber-schwarzen Konkurrenz mit Mercedes-Power im Heck aufzuholen. Auch Jaguar und Nissan, schon länger in der Formel E dabei, wissen nicht so recht zu überzeugen.
Serienchef Jamie Reigle sieht im Exodus der deutschen Hersteller indes kein Problem. „Wir wollen uns nicht von Automobilbauern abhängig machen. Sie kommen und gehen.“ Teilweise hat er Recht: Mit Maserati steigt 2023 eine neue Marke ein. Es ist ein geschichtsträchtiges Comeback im Motorsport.
Doch aktuell fehlt der Drive: Mit Rennen wir dem Auftakt in Saudi-Arabien schafft es die Formel E nicht zu elektrisieren. Die Tribünen waren nur teilweise besetzt, selbst das Reporter-Interesse in der Boxengasse ließ zu wünschen übrig. Die Folgen der Pandemie bremsen auch die innovativste Motorsport-Formel der letzten Jahre gnadenlos aus.
Dazu kommt: Auch andere Rennserien geben in Sachen Nachhaltigkeit Vollgas und nehmen der Elektro-Formel ihr Alleinstellungsmerkmal. Die Formel 1 wirbt mit den effizientesten Hochleistungsmotoren aller Zeiten, will 2026 auf CO2-neutralen Sprit umsatteln.
Audi ging bei der Rallye Dakar mit einer Mischung aus Formel-E- und DTM-Motoren an den Start und absolvierte mit nur 300 Litern Sprit bis zu 800 Kilometer pro Tag. Mit der Extreme E, eine Elektro-Offroad-Meisterschaft, macht sich die Formel E sogar selbst Konkurrenz.
Deshalb kommt der aktuellen Saison eine besondere Wichtigkeit zu. Mehr denn je ist der Bedarf an sportlicher Spannung hoch. Es gilt, Geschichten von innovativer Technik und Helden im Cockpit zu erzählen. Ein Duell Porsche gegen Mercedes könnte die Spannungs-Flaute beenden. Die nächste Chance hat die Formel E dafür am 12. Februar in Mexiko City.
Formel E Saudi-Arabien
Diriyah e-Prix Rennen 2:
1. Edoardo Mortara
2. Robin Frijns
3. Lucas di Grassi
4. André Lotterer
5. Jake Dennis
6. Jean-Eric Vergne
7. Stoffel Vandoorne
8. Oliver Rowland
9. Pascal Wehrlein
10. Nyck de Vries
11. Mitch Evans
12. Oliver Askew
13. Antonio Felix da Costa
14. Sebastien Buemi
15. Maximilian Günther
16. Sam Bird
17. Nick Cassidy
18. Sergio Sette Camara
19. Oliver Turvey
20. Dan Ticktum
21. Antonio Giovinazzi
2. Robin Frijns
3. Lucas di Grassi
4. André Lotterer
5. Jake Dennis
6. Jean-Eric Vergne
7. Stoffel Vandoorne
8. Oliver Rowland
9. Pascal Wehrlein
10. Nyck de Vries
11. Mitch Evans
12. Oliver Askew
13. Antonio Felix da Costa
14. Sebastien Buemi
15. Maximilian Günther
16. Sam Bird
17. Nick Cassidy
18. Sergio Sette Camara
19. Oliver Turvey
20. Dan Ticktum
21. Antonio Giovinazzi
Formel E WM-Stand
Fahrer:
1. Eduardo Mortara: 33 Punkte
2. Nyck de Vries: 29
3. Stoffel Vandoorne: 28
4. Jake Dennis: 25
5. Lucas di Grassi: 25
6. Robin Frijns: 19
7. André Lotterer: 12
8. Sam Bird: 12
9. Jean-Eric Vergne: 12
10. Nick Cassidy: 7
11. Oliver Rowland: 4
12. Pascal Wehrlein: 2
13. Oliver Askew: 2
14. Mitch Evans: 1
2. Nyck de Vries: 29
3. Stoffel Vandoorne: 28
4. Jake Dennis: 25
5. Lucas di Grassi: 25
6. Robin Frijns: 19
7. André Lotterer: 12
8. Sam Bird: 12
9. Jean-Eric Vergne: 12
10. Nick Cassidy: 7
11. Oliver Rowland: 4
12. Pascal Wehrlein: 2
13. Oliver Askew: 2
14. Mitch Evans: 1
Teams:
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