Formel E: Alle Fahrer Autos und Teams 2019

Formel E: Technikstreit

Was hat Nissan da gefunden?

Hinter den Kulissen der Formel E ist ein Technikstreit entbrannt. Es geht um den Nissan-Motor. Welchen Technik-Kniff haben die Japaner da gefunden?
Schon jetzt sind es neun Hersteller in der Formel E. In der kommenden Saison werden es zehn sein. Es war vorherzusehen, dass das den Technikstreit entz√ľnden wird. Kein Hersteller will der Letzte sein. Also muss technisch ans Limit gegangen werden.
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Nur: Die Formel E hat viel weniger Entwicklungsspielr√§ume als die Formel 1. Nicht nur, dass die Chassis f√ľr alle gleich sind: Der Motor ist zwar f√ľr die Hersteller frei, aber in vielen Bereichen dann doch begrenzt. Das geht schon bei der maximalen Leistung los (340 PS).
Insider sagen: Entscheidend sind heute zwei Bereiche. Zum einen die Effizienz des Motors, zum anderen das Brake-by-wire-System, das die Bremsbalance elektronisch und automatisch regelt, aber auch bei der R√ľckgewinnung der Energie hilft. Bei jedem Bremsvorgang wird die freiwerdende W√§rmeenergie gespeichert und in elektrische Energie umgewandelt. Maximal d√ľrfen pro Rennen 150 kW rekuperiert werden.
Nissan hat nun ein System entwickelt, das f√ľr Diskussionen sorgt. Die Japaner setzen auf ein Doppelmotor-Konzept. Theoretisch sind zwei Motoren im Auto erlaubt, sofern beide nur die Hinterachse antreiben. Auch Nio verfolgte jahrelang dieses Konzept. Aus Gewichtsgr√ľnden haben sich die meisten Teams aber davon verabschiedet.

Buemi sieht den Steit um den Nissan-Motor gelassen

Nissan hat die Idee wieder aufgegriffen ‚Äď und verfeinert. Offenbar arbeitet der zweite Motor aber nur als Energiespeicher ‚Äď √§hnlich eines Schwungrad-Systems. Die technischen Details kennt keiner. Mahindra-Pilot Pascal Wehrlein: ‚ÄěWenn ich im Attacke-Modus mit 225 kW (306 PS, die Red.) hinter einem Nissan fahre, der 200 kW (272 PS, die Red.) hat und der mir am Kurvenausgang trotzdem davonf√§hrt, dann haben sie auf jeden Fall etwas gefunden. Aber ich selbst konzentriere mich aufs Fahren und besch√§ftige mich nicht mit diesen Dingen.‚Äú
Die starke Nissan-Performance am Kurvenausgang hat die anderen Teilnehmer stutzig gemacht. Und sie haben den Automobilweltverband FIA um Kl√§rung gebeten. Der Motor ist homologiert und damit regelkonform. Andere Hersteller wie Audi planten aber √§hnliche Konzepte ‚Äď und wurden von der FIA zur√ľckgewiesen.
Nissan selbst sieht die Streitfrage gelassen. Obwohl die Entwicklung des neuen Motors f√ľr die kommende Saison schon voll im Gange ist. W√ľrde das Konzept nun verboten werden, w√§re das ein riesiger R√ľckschritt f√ľr Nissan. Fahrer S√©bastien Buemi zu ABMS: ‚ÄěSolange sich die Regeln nicht √§ndern, wird das aber nicht passieren.‚Äú
Im Fahrerlager hei√üt es: Gewinnt Nissan ein Rennen, k√∂nnte es einen Protest geben. Dann m√ľssten sich die Renndirektoren der Sache auf jeden Fall nochmal annehmen ‚Äď und die Regeln klarstellen. Egal, ob das Konzept dann erlaubt ist oder nicht.

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Diese Berichterstattung wurde unterst√ľtzt von der Formel E. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabh√§ngigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabh√§ngigkeit. 

Fotos: Formula E

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