Nach dem Chaosrennen am Vortag strahlt in Valencia heute nicht nur die Sonne vom Himmel, sondern auch ein BMW-Pilot: Jake Dennis ist der 19. Sieger der Formel-E-Geschichte.
Dennis (BMW-Andretti) profitiert schon im Qualifying davon, dass er in der vierten Gruppe startet und damit die besten Streckenverhältnisse hat. Die Pole-Position münzt er geschickt in die Führung um. Alex Lynn (Mahindra) spart im Windschatten von Dennis zwar mehr Energie, fällt aber nach einer Kollision mit Norman Nato zurück und wird am Ende Dritter. Damit ist Dennis‘ größter Gegner aus dem Weg, der Weg für den 25-jährigen Rookie frei. Für BMW-Andretti ist es der fünfte Erfolg in der Formel E.
BMW, Porsche und Audi stark
André Lotterer kommt als Zweiter aufs Podium
André Lotterer (Porsche) kommt als Zweiter aufs Podium und sammelt damit die ersten Punkte in der bisherigen Saison.
„Wir sind als Fünfter gestartet, insofern musste ich das Rennen erstmal überleben“, kommentiert Lotterer. „Am Ende war ich nah dran am ersten Platz und habe endlich Punkte geholt!“ Lotterer beendet damit eine Pechsträhne, die ihn seit Saisonbeginn verfolgt hat.
Dahinter wird René Rast (Audi Sport Abt Schaeffler) nach einer starken Aufholjagd von Startplatz 14 aus Sechster. Der Audi-Pilot ist trotzdem enttäuscht. Grund: Im Duell mit Lotterer hat er eine Banden-Folie eingesammelt. Rast: „Danach lief das Auto nicht mehr, mal Unter-, mal Übersteuern. Sonst wäre das Podium drin gewesen.“
Maximilian Günther (BMW-Andretti) auf Rang zwölf und Pascal Wehrlein (Porsche) als 18. bleiben ohne Punkte.

Nullnummer für Mercedes

Auch Mercedes kann im zweiten Valencia-Rennen keine Zähler mitnehmen. Nyck de Vries kommt nur auf Rang 16 ins Ziel, Stoffel Vandoorne scheidet nach einer Kollision mit Sébastien Buemi (Nissan e.dams) sogar ganz aus. De Vries behält aber immerhin die Tabellenführung.
Nach dem Wochenende in Valencia muss die Rennserie viel Kritik einstecken. Einerseits wegen des Energie-Debakels im gestrigen ePrix, bei dem nur neun Fahrer gewertet wurden. Andererseits weil der permanente Kurs in Valencia sich nicht als Formel E tauglich erwiesen hat. Die 340 PS starken E-Autos sind einfach zu langsam für eine derart weitläufige Strecke.
Normalerweise fährt die Rennserie in den Innenstädten. Jean-Eric Vergne, der am Sonntag seinen 31. Geburtstag feiert, fordert: „Ich habe nur einen Wunsch: Ich hoffe, dass die Formel E hier keine Rennen mehr austrägt.“
Ergebnis Valencia ePrix
1. Jake Dennis (BMW-Andretti)
2. André Lotterer (Porsche)
3. Alex Lynn (Mahindra)
4. Oliver Rowland (Nissan e.dams)
5. Norman Nato (Venturi-Mercedes)
6. René Rast (Audi Sport Abt Schaeffler)
7. Jean-Eric Vergne (DS Techeetah)
8. Oliver Turvey (Nio333)
9. Edoardo Mortara (Venturi-Mercedes)
10. Lucas di Grassi (Audi Sport Abt Schaeffler)

Fahrer-WM

1. Nyck de Vries 57
2. Stoffel Vandoorne 48
3. Sam Bird 43
4. Robin Frijns 43
5. Mitch Evans 39
6. René Rast 39
7. Jean-Eric Vergne 33
8. Jake Dennis 33
9. Edoardo Mortara 32
10. Pascal Wehrlein 32
11. Nico Müller 30
12. Oliver Rowland 27
13. Alexander Sims 24
14. Antonio Felix da Costa 24
15. Alexander Lynn 21
16. André Lotterer 18
17. Nick Cassidy 15
18. Oliver Turvey 13
19. Lucas di Grassi 13
20. Sergio Sette Câmara 12
21. Maximilian Günther 12
22. Sébastien Buemi 11
23. Norman Nato 11
24. Tom Blomqvist 5

Konstrukteurs-WM

1. Mercedes 105
2. Jaguar 82
3. Virgin-Audi 58
4. DS Techeetah 57
5. Audi Sport Abt Schaeffler 52
6. Porsche 50
7. BMW-Andretti 45
8. Mahindra 45
9. Venturi-Mercedes 43
10. Dragon 42
11. Nissan e.dams 38
12. Nio333 18