Formel E: Alle Fahrer Autos und Teams 2019

Formel E: Viessmann-Chef im Interview

"Formel E unterstreicht Verantwortung"

Das deutsche Familienunternehmen Viessmann (u.a. Heiztechnik) sponsert Jaguar in der Formel E. Interview mit Co-CEO Max Viessmann:
Herr Viessmann, Sie sind Sponsor bei Jaguar in der Formel E und beim deutschen I-Pace eTrophy Team. Was verbindet Ihre Firma mit der Formel E?
Max Viessmann (30): Wir gestalten Lebensräume für zukünftige Generationen und ein Teil davon ist auch Mobilität. Die Frage „Wie können wir Emissionen aus der Stadt rausziehen?“ treibt uns extrem um. Es gibt weder eine Rennserie noch eine Plattform, die so stark unterstreicht, welche Verantwortung man eigentlich trägt. Das ist unsere Kernmotivation gewesen, in die Formel E einzusteigen.
Warum mit Jaguar?
Der Premiumhersteller Jaguar übt seit Generationen eine große Faszination auf Autoliebhaber in aller Welt aus. Das Unternehmen verbindet seine erfolgreiche Herkunft mit einem klaren Bekenntnis zu nachhaltigen Technologien. Dieser Wandel vollzieht sich auch bei Viessmann. Deshalb haben wir mit dem Panasonic Jaguar Racing Team einen sehr guten Partner für die Formel E gefunden.
Auch Niki Lauda trug mal eine Viessmann-Kappe, richtig?
Ja. Mit Niki Lauda verband uns eine persönliche freundschaftliche Beziehung mit großer Trauer in den letzten Wochen. Die Botschaft Motorsport nachhaltig und als Multiplikator gestalten zu können, ist für uns die beste Symbiose, die wir uns vorstellen können. Wir engagieren uns bewusst nicht im konventionellen Motorsport, weil wir davon überzeugt sind, dass man Rennsport nachhaltig gestalten kann.

Viessmann unterstützt Jaguar in der Formel E

Welche Lösungen in Sachen Nachhaltigkeit haben Sie auf Lager?

Wir versuchen uns eigentlich immer auf drei Achsen dem Thema zu nähern. Die eine Achse ist, dass wir versuchen Energie, so effizient wie möglich zu nutzen. Das gilt für Wärme, Kälte und die richtige Luftqualität. Andererseits versuchen wir den steigenden Strompreisen Rechnung zu tragen, indem wir autarke Energielösungen entwickeln, in denen ich über Photovoltaik und die Brennstoffzelle Strom selber produzieren, über unsere Stromspeichersysteme auch speichern kann und dann zur Verfügung stelle. Der dritte Punkt ist der entscheidende: Wir versuchen holistisch zu denken, indem wir Mobilität als einen Bestandteil unseres Angebots sehen, in dem wir mit unserem Energiemanagementsystem auch E-Mobilität integrieren und Strom sowohl zur Verfügung stellen als auch für die private Nutzung im Haus entziehen.
Wie muss man sich das ganz praktisch vorstellen? Kaufe ich bei Ihnen meine Ladesäule?
Wir sind der Meinung, dass alle Unternehmen große Verantwortung tragen für zukünftige Generationen. Deshalb arbeiten wir mit einem breiten Kreis an Partnern zusammen, um Mobilität und Energienutzung in den Gebäuden zusammenzuführen. Mit BMW haben wir ein Joint-Venture aufgebaut, das zum einen Unternehmen die Möglichkeit gibt, richtige Ladeinfrastruktur und Strompreislösungen zu bekommen. Auf der anderen Seite schaffen wir mit BMW die Voraussetzungen, dass wir mit Ladesäulen und unserer Energy Community auch über die Grenzen des Gebäudes hinaus wirken. Das gleiche gilt für die Zusammenarbeit mit anderen E-Mobilitätsanbietern.
Sie sorgen auch für nachhaltige Lösungen, was Heizsysteme in Häusern angeht.
Wir haben immer die richtige Balance im Blick. Die Lösungen, die konventionelle Energie nutzen – insbesondere Erdgas – haben einen thermischen Wirkungsgrad von über 100 Prozent. Das ist die maximale Ausbeute der vorhandenen Energie. Und wenn man sich das Modernisierungspotenzial anschaut, dann reden wir in Deutschland über 13 Millionen Haushalte. Darüber hinaus versuchen wir erneuerbare Energien so einzusetzen, dass wir CO2-neutral sind. Und mit der Brennstoffzelle reduzieren wir nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern produzieren neben der Wärme auch Strom.
Was ist Ihrer Meinung nach der Energieproduzent und -speicher der Zukunft?
Wir brauchen den Mix aus dezentralen Stromspeichern, den wir heute schon anbieten, in Verbindung mit Photovoltaik und der Brennstoffzelle. Außerdem haben wir thermische Speicher, die auch nicht zu unterschätzen sind und ein Riesenpotenzial haben, weil ich Wärme für eine spätere Nutzung viel besser speichern kann. Daneben ist das umfassende Energiemanagement wichtig – dass ich also in der Lage bin, dann Energie zur Verfügung zu stellen, wenn sie tatsächlich gebraucht wird. Und da bietet uns die Digitalisierung ungeahnte Möglichkeiten.
Zurück zur Formel E: Wie sehen Sie die Entwicklung der Rennserie?
Genau wie wir es erwartet haben. Der gesellschaftlich veränderte Blick auf die Lebensräume spiegelt sich nicht nur in „Fridays for Future“ wider, sondern vor allem in der Aufmerksamkeit, die solche Formate wie die Formel E bekommen. Formel E findet in den Mitten in den Städten statt, erreicht die Leute als Plattform und nicht nur als reines Motorsportevent. Da sieht man nicht nur, dass sich die Besucherzahlen steigern, sondern wir sehen vor allem, dass die Reichweite in den sozialen Medien ungeahnte Höhen erreicht. Und der Pfad, auf dem sich die Formel E dank der tollen Fahrerkombination sportlich und gleichzeitig als Plattform für Nachhaltigkeit befindet, der ist super spannend.

Formel E: Alle Fahrer Autos und Teams 2019

Fotos: Hersteller / Picture-Alliance

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