Formel E: Vorschau Valencia
Historischer Kampf Jaguar vs. Mercedes

In den 1950er Jahren duellierten sich Mercedes und Jaguar bei den 24 Stunden von Le Mans. Jetzt geht es um den Formel-E-Titel – und um die Zukunft.
Bild: Formula E
- Michael Zeitler
Beim fünften und sechsten WM-Lauf der Formel E am Samstag (15 Uhr auf Sat.1) und Sonntag (14 Uhr) in Valencia deutet sich ein packendes Duell zwischen Jaguar und Mercedes an.
Die beiden Edelmarken kämpften schon in den 1950er Jahren bei den 24 Stunden von Le Mans gegeneinander. Mercedes (W194; 3,0-Liter-Sechszylinder) rang Jaguar (C-Type; 3,5-Liter-Sechszylinder, 220 PS) 1952 trotz eines nur 175 PS starken Motors aber dank eines niedrigen Fahrzeuggewichts und guter Aerodynamik nieder.
Wiederaufleben einer alten Rivalität
Das Duell in der Formel E hat ebenso historische Ausmaße. Die Autohersteller wollen sich in der boomenden Elektrosparte positionieren. Jaguar hat dabei Nachholbedarf: Während Mercedes 2020 auf Rang sechs der Hersteller lag, die die meisten E-Autos verkauft haben, schafft es Jaguar nicht einmal unter die Top-20. Trotzdem hat die Marke, die inzwischen zum indischen Tata-Konzern gehört, im Februar angekündigt, ab 2025 nur noch E-Autos zu verkaufen.

Fahrerisch sind beide Hersteller gut aufgestellt.
Bild: Formula E
Jaguar versus Mercedes auch am Elektroautomarkt
Doch das ist Zukunftsmusik. Im Hier und Jetzt kämpfen Jaguar und Mercedes um den ersten WM-Titel der Formel E. Derzeit liegt Jaguar vorn – in der Teamwertung mit 82:65 Punkten. In der Fahrer-WM führen die Jaguar-Stars Sam Bird und Mitch Evans mit 43 beziehungsweise 39 Punkten die Tabelle an, die Mercedes-Fahrer Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries liegen mit 33 respektive 32 Zählern auf den Plätzen vier und fünf.
Allein: Mercedes hat als einziger Hersteller in diesem Jahr schon zwei ePrix gewinnen können. Von der reinen Pace her scheinen die Elektro-Silberpfeile also die schnellsten Autos zu sein. Jaguar punktet dagegen mit der Effizienz im Rennen. Das kann am Wochenende helfen, weil nicht wie gewöhnlich auf engen Stadtkursen gefahren wird, sondern aufgrund der Corona-Pandemie auf der permanenten und energieraubenden Strecke in Valencia.

Jaguar-Neuzugang Sam Bird (34)
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Mercedes setzt auf das Duo Stoffel Vandoorne (29) und Nyck de Vries (26) – auch sie sind bereits sieg-erprobt.
Allein: Alle vier Fahrer müssen schon in der Quali-Gruppe eins auf die Strecke, wenn die Piste noch schmutziger und damit langsamer ist. Heißt: Sie werden im Rennen eine Aufholjagd hinlegen müssen... Spannung ist damit garantiert.
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