Beim fünften und sechsten WM-Lauf der Formel E am Samstag (15 Uhr auf Sat.1) und Sonntag (14 Uhr) in Valencia deutet sich ein packendes Duell zwischen Jaguar und Mercedes an.
Die beiden Edelmarken kämpften schon in den 1950er Jahren bei den 24 Stunden von Le Mans gegeneinander. Mercedes (W194; 3,0-Liter-Sechszylinder) rang Jaguar (C-Type; 3,5-Liter-Sechszylinder, 220 PS) 1952 trotz eines nur 175 PS starken Motors aber dank eines niedrigen Fahrzeuggewichts und guter Aerodynamik nieder.

Wiederaufleben einer alten Rivalität

Das Duell in der Formel E hat ebenso historische Ausmaße. Die Autohersteller wollen sich in der boomenden Elektrosparte positionieren. Jaguar hat dabei Nachholbedarf: Während Mercedes 2020 auf Rang sechs der Hersteller lag, die die meisten E-Autos verkauft haben, schafft es Jaguar nicht einmal unter die Top-20. Trotzdem hat die Marke, die inzwischen zum indischen Tata-Konzern gehört, im Februar angekündigt, ab 2025 nur noch E-Autos zu verkaufen.
Historischer Kampf Jaguar versus Mercedes
Fahrerisch sind beide Hersteller gut aufgestellt.
Erfolg in der Formel E ist also Pflicht – um für die Straßenautos Werbung zu machen. Deswegen hat sich Jaguar auch schon zur Gen3-Ära ab 2022 bekannt. Mercedes will sich nach wie vor nicht festlegen. Die Aussage von Toto Wolff vom Auftakt in Saudi-Arabien hat Bestand. „Uns macht das Format wirklich Spaß, damit sprechen wir eine völlig andere Zielgruppe als mit der Formel 1. Aber am Ende muss es auch kommerziell Sinn machen. Da diskutieren wir gerade, wie das mit der nächsten Generation Fahrzeuge sein wird, welche Rolle Mercedes in der Zukunftsvision der Formel E spielen kann. Da ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen“, erklärte er da.

Jaguar versus Mercedes auch am Elektroautomarkt

Doch das ist Zukunftsmusik. Im Hier und Jetzt kämpfen Jaguar und Mercedes um den ersten WM-Titel der Formel E. Derzeit liegt Jaguar vorn – in der Teamwertung mit 82:65 Punkten. In der Fahrer-WM führen die Jaguar-Stars Sam Bird und Mitch Evans mit 43 beziehungsweise 39 Punkten die Tabelle an, die Mercedes-Fahrer Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries liegen mit 33 respektive 32 Zählern auf den Plätzen vier und fünf.
Allein: Mercedes hat als einziger Hersteller in diesem Jahr schon zwei ePrix gewinnen können. Von der reinen Pace her scheinen die Elektro-Silberpfeile also die schnellsten Autos zu sein. Jaguar punktet dagegen mit der Effizienz im Rennen. Das kann am Wochenende helfen, weil nicht wie gewöhnlich auf engen Stadtkursen gefahren wird, sondern aufgrund der Corona-Pandemie auf der permanenten und energieraubenden Strecke in Valencia.
Historischer Kampf Jaguar versus Mercedes
Jaguar-Neuzugang Sam Bird (34)
Fahrerisch sind beide Hersteller gut aufgestellt: Jaguar-Neuzugang Sam Bird (34) ist der einzige Pilot, der in bisher allen Formel-E-Jahren mindestens ein Rennen gewinnen konnte. Mitch Evans (26) ist ebenfalls ein Rennsieger der Elektro-Serie und hat unter anderem Nelson Piquet junior (den ersten Formel-E-Meister) klar besiegen können.
Mercedes setzt auf das Duo Stoffel Vandoorne (29) und Nyck de Vries (26) – auch sie sind bereits sieg-erprobt.
Allein: Alle vier Fahrer müssen schon in der Quali-Gruppe eins auf die Strecke, wenn die Piste noch schmutziger und damit langsamer ist. Heißt: Sie werden im Rennen eine Aufholjagd hinlegen müssen... Spannung ist damit garantiert.