Pascal Wehrleins Weg an die Spitze

Formel E: Wehrlein Interview

"Die Formel E hat das stärkste Fahrerfeld im Motorsport!"

Am Samstag feiert Pascal Wehrlein sein Debüt in der Formel E (16 Uhr auf Eurosport). Im Interview spricht er über seine neue Aufgabe und über die Formel 1.
SPORT BILD: Herr Wehrlein, am 12. Januar geben Sie Ihr Debüt in der Formel E. Den ersten Lauf in Saudi-Arabien haben Sie verpasst. Warum genau?
Pascal Wehrlein (24): Ich hatte noch einen Vertrag mit Mercedes und bin nicht frühzeitig rausgekommen. Für mich beginnt die Saison jetzt eben in Marrakesch, und ich freue mich sehr auf das neue Kapitel.
Ein Kapitel ganz ohne Sound...
Klar, jeder liebt den Sound von einem Benzinmotor, aber man muss halt mit der Zeit gehen. Elektromobilität wird immer wichtiger, und die Formel E ist professioneller Motorsport. Das Auto fährt sich wie ein Formelauto – auch wenn die Motorgeräusche fehlen.
Was erwarten Sie vom indischen Mahindra-Team?

Wehrleins Ziel ist der Weg zurück in die Formel 1

Mahindra ist ein innovatives, tolles Team. Ich habe mich riesig gefreut, dass mein Teamkollege in Riad die Werksteams ärgern konnte und Dritter wurde. Das zeigt unser Potenzial.
Das verstärkt aber auch die Erwartungshaltung an Sie.
Ich setze mich nicht unter Druck. Ich bin ein Neuling in der Formel E. Das heißt, ich muss noch einiges lernen, und es ist Luft nach oben.
Viele sagen, eine Formel-E-Teilnahme wäre ein Rückschritt für einen jungen Rennfahrer, der eigentlich Formel 1 fahren will.
Das sehe ich nicht so. Die Formel E ist eine neue Chance für mich. Sie ist die Serie, die am meisten wächst, und der Ort, wo man sich für die Zukunft positionieren will. Das Level der Fahrer ist sehr hoch, im Durchschnitt ist das Fahrerfeld das stärkste im gesamten Motorsport. Als Pilot kann man auf den Stadtkursen noch den Unterschied machen – mehr als in der Formel 1. Und: Die Serie ist hart umkämpft. Audi ist dabei, Jaguar, Nissan, BMW und bald auch Porsche und Mercedes. Die Autos der neuen Generation haben einen großen Sprung in Sachen Leistung und Speed gemacht. Ein Sieg ist mittlerweile viel wert. In der DTM habe ich schon mit dem Titel 2015 alles erreicht. Meine Zukunft liegt ganz klar im Formelsport, und die Formel E ist eine der attraktivsten Serien in diesem Bereich.

Pascal Wehrleins Weg an die Spitze

Aber Ihr Ziel bleibt eine Rückkehr in die Formel 1?
Natürlich ist es mein Ziel. Früher oder später jedenfalls. Aber im Moment konzentriere ich mich ganz auf meinen Job in der Formel E. Ich denke, dass man sich durch gute Leistungen dort in Zukunft noch mehr für die Königsklasse empfehlen kann.
Wem drücken Sie 2019 in der Formel 1 die Daumen?
Ganz klar Sebastian Vettel. Es ist kein Geheimnis, dass wir uns sehr gut verstehen. Sebastian ist jemand, der trotz seiner Riesenerfolge am Boden geblieben ist. Als ich 2016 in die Formel 1 kam, haben wir uns auf Anhieb extrem gut verstanden. Das hat mir sehr geholfen. Direkt nach meinem Unfall beim Race of Champions 2017 in Miami war er immer an meiner Seite. Er und Ferrari hätten den Titel mehr als verdient.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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