Für die Autoindustrie war es wie im Märchen. Es war einmal ... die Abwrackprämie. Sie bescherte den Herstellern bis Ende 2009 in vielen Ländern ungeahnte Absatzzuwächse bei Neuwagen. Während die Autohäuser die Wirklichkeit längst wieder eingeholt hat, sind nun die indirekten Folgen der Prämie (und ihrem Ende) zu spüren: Die Nachfrage nach Gebrauchtwagen stieg in den ersten acht Monaten des Jahres 2010 um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das ergab eine neue Studie des Branchendienstes Business Data Worldwide (BDW) Automotive nach Auswertung der aktuellen Besitzumschreibungen. Erstaunlich: Vor allem Altfahrzeuge mit mehr als elf Jahren auf dem Buckel standen hoch im Kurs.
Der BDW erklärt die positive Tendenz zum einen mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. So ist die Wachstumsprognose mit plus drei Prozent äußerst positiv, zudem sank zuletzt die Zahl der Arbeitslosen im Land stetig. Außerdem ist das Angebot an Gebrauchtwagen relativ knapp, was auch zu einem Anstieg der Preise geführt hat. Hintergrund: Wegen der Abwrackprämie tätigten die Hersteller 2009 weniger taktische Zulassungen für Direktverkauf, Händler und Vermieter. So wurden weniger junge Gebrauchte gekauft, weil das Angebot kleiner war und viele potenzielle Käufer die Abwrackprämie für einen Neuwagenkauf nutzten. Bei den älteren Gebrauchtwagen machten sich dagegen zwei Millionen verschrottete Autos im Zuge der Umweltprämie als statistischer Basiseffekt bemerkbar. Hier lag der statistische Zuwachs von Januar bis August 2010 fast überall im zweistelligen Bereich.