Das war 2016 schon eine echte Ansage von VW. Endlich hatten sie den Ruf der Fans erhört und dem Golf GTI zu mehr Rennstreckentauglichkeit verholfen. So fuhr der Clubsport-GTI optional auf Sportreifen vor, verfügte über ein strafferes Fahrwerk samt mechanischer Differenzialsperre, eine Sportauspuffanlage und ein Lenkrad mit Null-Markierung. In Wolfsburg sprach man in Zusammenhang mit einem Golf sogar erstmals von mehr Abtrieb, generiert von zusätzlichen Spoilerchen. Das Werkstuning kam richtig gut an, nicht nur bei den Käufern. Auch AUTO BILD SPORTSCARS konnte der Sport-Golf überzeugen und überraschte mit schnellen Rundenzeiten.

Der TCR-Golf hat bereits Siege eingefahren

VW Golf GTI Clubsport
Siegerauto: Beim Touring Car Racing ist der heiße Golf im Engstler-Trimm absolut konkurrenzfähig.

Ähnlich erfolgreich verlief das Debüt des Golf 7 GTI im Motorsport. Hier konnte das von Volkswagen speziell für die neue Rennserie TCR (Touring Car Racing) entwickelte Modell einige Achtungserfolge und Siege einfahren. Doch was verbindet Straßen- und Rennversion des Golf GTI noch? Wie viel Renntechnik steckt denn nun in so einem GTI Clubsport? Wie viel echten Motorsport findet man in der Serie? Um diese Fragen zu klären, hat AUTO BILD SPORTSCARS beide Sport-Gölfe zur Rennstrecke nach Oschersleben bestellt. Eines der erfolgreichsten Golf-GTI-Teams der neuen Rennserie ist Engstler Motorsport. Einigen von Ihnen wird der Name noch als Alfa- Romeo-, Fiat- und Lancia-Tuner in Erinnerung sein. Die Allgäuer Truppe um Ex-Rennfahrer Franz Engstler hat aber längst umgesattelt und ist mit den bunten Gölfen auf allen Rennstrecken der Welt unterwegs. Zum Tracktest erschien das TCR-Germany-Modell.
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Im Clubsport machen sich Behaglichkeit und Komfort breit

VW Golf GTI TCR
Keine Chance: Der GTI Clubsport ist zwar schnell, sein Renn-Pendent lässt ihn aber alt aussehen.
In der Boxengasse wartet schon der Golf mit Kennzeichen statt Startnummer, der GTI Clubsport. Rein äußerlich ist auf den ersten Blick klar, wer hier auf der Rennstrecke das Sagen hat. Der TCR-Golf ist üppig beflügelt, hat genauso breite Backen wie ein DTM-Auto und klingt schon beim Warmlaufen extrem heiser. Der straßenzugelassene Clubsport dagegen übt sich in Zurückhaltung. Der Heckspoiler hat mit der Theke des Racers nichts zu tun, beim Lufteinlass in der Frontschürze finden sich dagegen schon eher Gemeinsamkeiten. Türen auf: Hier wird der Unterschied zwischen den Volks-Sportlern noch deutlicher. Im Rennwagen erinnern nur Türöffner und die Form des Armaturenträgers an die Golf-Stangenware. Der Rest besteht aus nacktem Blech und den diversen Rohren des Sicherheitskäfigs, einem Vollschalensitz und dem mit zahlreichen Knöpfen gespickten Lenkrad. Blinker- und Wischerhebel glänzen durch Abwesenheit, die Bedienung erfolgt übers Lenkrad.Im roten Straßenauto machen sich dagegen Behaglichkeit und Komfort breit, Rennatmosphäre versprüht das Interieur kaum. Die Sportsitze halten den Fahrer gut fest, der Golfball-Schalthebel liegt perfekt in der Hand, dazu gibt's Navi und Sitzheizung. Einziger Link zum Motorsport ist das mit Alcantara und roter Nullmarkierung ausgestattete Lenkrad.
Wie sich die beiden Golf GTI auf der Rennstrecke schlagen, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Fazit

Am Ende des Tages ist klar: Viel haben diese beiden Gölfe nicht gemein. Lediglich Scheiben, Leuchten und der Basismotor sind hier noch identisch. Dennoch: Beide GTI gehören auf die Rennstrecke und bereiten viel Spaß. Der TCR-Golf baut erheblich mehr Grip auf, jede Kurve geht einen Gang höher als im Clubsport. Der größte Unterschied liegt jedoch im Preis: Für einen Renn- Golf bekommt man vier Clubsport-GTI.