Kennen Sie Bouldern? Oder Downhill? Von Dragracing haben Sie bestimmt schon gehört. Auch nicht? Macht nichts. Denn nur die Namen sind seltsam. Dahinter stecken etablierte Sportarten wie Klettern, mit dem Mountainbike bergab rasen oder mit aufgemotzten Autos besonders schnell durchstarten. Etwas Ähnliches gibt es auch bei Autos: exotischer Name, unspektakuläres Konzept. Hinter den Tarnnamen Active Tourer, Sportsvan oder Sports Tourer versammeln sich nämlich ganz normale Kompakte mit Hochbau-Hut, praktische Alleskönner also.
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Mercedes hat der B-Klasse neue Assistenten spendiert

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Video: B-Klasse vs. Active Tourer vs. Sportsvan

Neue B-Klasse im Vergleich

Typen wie die B-Klasse von Mercedes zum Beispiel. Der aufgestockte Benz wurde gerade aufgehübscht, stellt sich mit feinerem Innenleben und mehr Technik (Assistenzsysteme, Multimedia) der Konkurrenz im eigenen Land. Genauer: Der Mercedes B 200 CDI fordert in der Meisterschaft der Hochsitze den VW Golf Sportsvan 2.0 TDI sowie den BMW 218d Active Tourer heraus. Alle drei hohen Herren zeigen sich sehr ähnlich trainiert. Zwischen 136 und 150 PS stark, zwischen 33.455 und 37.140 Euro teuer, dazu als sparsame Diesel für Pendeltouren oder Familienausflüge prädestiniert. Also: Wer steht am Ende ganz oben auf dem Podest? Der Mercedes hat zumindest gute Chancen. Weil neben den (eher marginalen) kosmetischen Maßnahmen eine Menge Hightech unter die Haube gezogen ist. Automatisch Einparken? Kein Problem. In Notsituationen von allein bremsen? Machbar. Verkehrszeichen lesen? Ein Klacks für den schlauen Benz.
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Schlechte Straßen sind nicht das Ding des BMW

BMW 218d Active Tourer
Ungewöhnlich für einen Van: Der BMW 2er Active Tourer gibt markentypisch den Dynamiker im Testtrio.
Allerdings: An den Motorschrauben haben die Entwickler kaum gedreht. So humpelt er der Konkurrenz etwas hinterher. Sein CDI läuft brummiger, werkelt unter Volllast arg vorlaut, verbraucht etwas mehr und kann sich nicht so recht zwischen durchzugsstark oder drehfreudig entscheiden. Dafür arbeitet die Federung ordentlich und bügelt kaputten Asphalt mit Erfolg glatt. Zusammen mit den bequemen Sitzen und der im Vergleich deutlich indirekteren Lenkung ergibt das ein gemütliches Fahrgefühl. Dynamisch sollen also die anderen. So wie der BMW. Der ist im direkten Abgleich geradezu wie ein Rennwagen gefedert. Über leicht wellige Straßen zitternd, stresst dieses spröde Ansprechverhalten. Auf derben Wellen wird es besser, hier gibt die Federung großzügiger nach. Unter Beladung schlägt das Fahrwerk jedoch auch mal durch – an gleicher Stelle bieten Mercedes und VW noch Reserven.
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Auch läuft der 2er zu aufgekratzt geradeaus, ständig sind kleine Korrekturen an der speziell um die Mittellage herum unverbindlichen Lenkung erforderlich. Noch ein störendes Detail: Die Lenksäule steht in leichter Schräglage zum Fahrer hin. Empfindliche Naturen werden sich mit dieser aufgezwungenen Lümmel-Haltung wohl nicht so bald anfreunden.

In Sachen Nutzwert hängt der Sportsvan die Konkurrenz ab

VW Golf Sportsvan 2.0 TDI
Keine Kritikpunkte: Der Golf Sportsvan macht seine Sache gut, gewinnt den Test am Ende deutlich.
Der Motor des 218d ist dagegen über jeden Zweifel erhaben. Der Zweiliter geht druckvoll an die Arbeit (lässt aber die Vorderräder scharren), ist selbst unter voller Last kaum zu hören oder zu spüren. Leider trinkt er. Die 5,9 Liter Durchschnittsverbrauch überbietet keiner. Schon gar nicht der VW – dem wir auch sonst nichts vorwerfen können. Alles am Sportsvan wirkt geschliffen und angenehm "allroundig". Beispiele? Das Fahrwerk hält den Van verbindlich in der Spur und federt dennoch komfortabel. Motor: Der 2.0 TDI gibt gleichmäßig Kraft ab, bietet daneben typischen Turbodiesel-Druck und scheut sogar Drehzahlen bis an die 5000 Touren nicht. Nebenbei fährt er der Konkurrenz im Sprint davon. Dazu passen die hervorragenden Sitze, die direkte Schaltung und die feine Lenkung. Außerdem ist der Sportsvan noch der Chef-Spediteur in diesem Trio. Zuladung, Kofferraum, Variabilität – der Golf stellt die Konkurrenz in Sachen Alltagskönnen voll in den Schatten. Und er kostet nicht mal die Welt, bietet im Vergleich sogar am meisten Luxus.
Alle News und Tests zum VW Golf Sportsvan
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Fazit

Rundum Sorglos-Qualitäten? So etwas gibt es nur bei VW. Zumindest in der Liga der Hochdachtypen. Dem Sportsvan ist nämlich nichts vorzuwerfen. Den Konkurrenten hapert es dagegen an Feinschliff. Entsprechend müssen sich B-Klasse und 2er mit reichlich Abstand hinter dem Groß-Golf einreihen.