Bislang stehen "die Chinesen" bei uns entweder für absolute Billigautos mit Technik von gestern oder für futuristische Stromer mit Kurs auf Morgen. Doch so ganz langsam wagen sich auch ein paar Newcomer in das Getümmel der Gegenwart: Great Wall Motors stößt jetzt mit einem Doppel in die Liga der deutschen Premium-Hersteller vor: Wey 03 und Wey 05 heißen die beiden Herausforderer, die es im neuen Jahr mit BMW X3 oder X5 und den entsprechenden Modellen bei Audi und Mercedes aufnehmen wollen.
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Aus einer eigenen Marke ist im Jahr zwischen Premiere und Markteinführung gerade eine Produktlinie unter dem Dach des nicht minder unbekannten Kürzels GWM (Great Wall Motor) geworden. Statt als Coffee 01 und 02 stehen die Neulinge jetzt als Wey 05 und Wey 03 bei einem der etwa 50 Händler – übrigens neben dem bislang als Ora Funky Cat bekannten GMW Ora 03.

Wey 03 fährt komfortabel

Doch während das Marketing die Rolle rückwärts probt, haben Designer und Ingenieure sauber gearbeitet. Der Wey 03 steht als neuestes Modell in der Flotte mit seiner vergleichsweise konventionell gezeichneten Karosserie gut da. Mit reichlich Lametta signalisiert er viel Finesse und bietet bei 4,67 Metern Länge und 2,75 Metern Radstand genügend Platz für Kind und Kegel.
Great Wall Motor Wey 03
Leisetreter: Neben seiner gelassenen und souveränen Art fällt am Wey 03 vor allem sein niedriges Geräuschniveau auf.
Bild: Great Wall Motor

Gelassen und unaufgeregt, präzise und komfortabel gibt er in Fahrt den souveränen Dauerläufer an der Familienfront. Und was ihm zum X3 an Schärfe und Engagement fehlt, das macht er mit Komfort und vor allem mit seinem niedrigen Geräuschniveau wett.

Assistenten nerven den Fahrer

Dass die Fahrt trotzdem nur eingeschränkte Entspannung bietet, das liegt vor allem an der Auswahl an Assistenzsystemen. Die ist zwar von der automatischen Spurführung über die Müdigkeitserkennung bis hin zum Rangierroboter erfreulich vollständig.
Great Wall Motor Wey 03
Licht und Schatten: Der Wey 03 hat viele nützliche Assistenzsysteme, ihre ständigen Warnungen zerren aber an den Nerven.
Bild: Great Wall Motor

Aber statt den Fahrer zu unterstützen, sind die Schutzengel so sensibel und nervös, dass es im Wey 03 bimmelt, flackert und rappelt wie in einer Spielhölle kurz vor der Sperrstunde und man genervt auf dem Touchscreen trommelt, bis all die vielen Helferlein mundtot sind.

Rein elektrisch sind 139 Kilometer drin

Dann jedoch ist der Wey 03 der absolute Leisetreter. Schließlich fährt er die meiste Zeit elektrisch. Die Chinesen haben ihrem Plug-in-Hybriden einen nahezu konkurrenzlos großen Akku von 34 kWh in den Boden gepackt, der im besten Fall für bis zu 139 Kilometer nach WLTP reicht und serienmäßig mit 11 kW Wechsel- oder bis zu 50 kW Gleichstrom erfreulich schnell geladen wird. 

Fahzeugdaten

Fahzeugdaten
Antriebssystem
PHEV
Antrieb
Front/Allrad
max. Systemleistung
270 kW (367 PS)/325 kW (442 PS)
max. Systemdrehmoment
500 Nm/685 Nm
Batteriekapazität
34 kWh
Elektrische Reichweite (WLTP)
130/139 km
0-100 km/h
7,3/5,3 s
Vmax
230 km/h
Kraftstoffverbrauch kombiniert (WLTP)
0,5 l/100 km
Länge/Breite/Höhe
4668/1890/1730 mm
Radstand
2745 mm
Leergewicht
2100–2220 kg

Allradler sprintet auf Sportwagen-Niveau

Der Stromspeicher speist eine 163 PS starke E-Maschine an der Vorderachse, beziehungsweise beim Allradler auch noch einen zweiten Magnetläufer mit 184 PS. Zusammen mit dem ebenfalls angenehm zurückhaltenden Zweiliter-Turbobenziner und seinen 204 PS summiert sich das auf 367 oder 442 PS, das Drehmoment liegt bei 500 oder 685 Nm – da wird mancher GTI-Fahrer blass vor Neid.
Great Wall Motor Wey 03
Sehr sportlich: Die Allradversion des Wey 03 stürmt dank 442 PS Systemleistung in schlanken 5,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100.
Bild: Great Wall Motor

Die 7,3 Sekunden bis Tempo 100 für das Einstiegsmodell und mehr noch die 5,3 Sekunden für den Allradler können sich sehen lassen. Und 230 km/h Vmax trauen sich in dieser Klasse auch nicht mehr viele.

Innenraum-Ambiente ist ansprechend

Das Innenraum-Ambiente ist mit vornehmen Materialien und sauberer Verarbeitung tadellos und die Ausstattung wie immer bei den Chinesen üppig. Und das, ohne mit einem digitalen Overkill zu überfordern.
Great Wall Motor Wey 03
Gut gemacht: Am Innenraum mit seinen vornehmen Materialen und der tadellosen Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.
Bild: Great Wall Motor

Denn auch wenn es zum animierten Head-Up-Display noch ein Instrumenten-Panel gibt, einen riesigen 15-Zoll-Bildschirm über der Mittekonsole und einen kleinen Touchscreen als Klimazentrale darunter, kann man zum Beispiel Sitze, Lenkrad und Spiegel noch ganz konventionell einstellen. Danke dafür!

Noch keine Information zu den Preisen

Ja, der Plug-in ist bei uns ein bisschen außer Mode gekommen. Nicht zuletzt, weil die Teilzeitstromer nur noch als Dienstwagen gefördert werden. Doch für alle, die sich vorsichtig in die neue Zeit wagen wollen, ist die Technik perfekt – erst recht, mit so einem großen Akku. Denn so fährt man die meiste Zeit tatsächlich elektrisch und muss sich, dem 55 Liter großen Benzintank sei Dank, trotzdem keine Gedanken ums Laden machen.

Great Wall Motor Wey 03
Über den genauen Preis des GMW Wey 03 ist noch nichts bekannt, wir rechnen aber mit knapp unter 50.000 Euro für den Fronttriebler.
Bild: Great Wall Motor

Doch die Sache hat auch einen Haken: Zwar nennt GWM noch keine Preise, doch wird der Fronttriebler in die zweite Hälfte der 40.000er sortiert, und wer den Allradler knapp über 50.000 Euro schätzt, der liegt sicher nicht daneben. Billig ist das nicht, aber gemessen an den Konkurrenten aus dem deutschen Süden ist der Wey 03 fast noch ein Schnäppchen.
Klar, das Hin und Her beim Namen ist eine Lachnummer. Doch wegen seiner großzügigen Ausstattung und vor allem wegen seines Plug-In-Antriebs mit XXL-Akku sollte man den Wey 03 durchaus ernst nehmen. Denn wenn Namen wirklich nur Schall und Rauch sind und die Preisliste tatsächlich deutlich unter 50.000 Euro startet, ist er eine ernsthaften Alterative zu den Mittelklasse-SUV aus München, Ingolstadt oder Stuttgart.