Handy am Steuer: Smartphone, Umfrage, Strafe
Handy am Steuer: viele machen's, kaum jemand wird erwischt

Handynutzung am Steuer ist gefährlich. Dennoch haben viele Autofahrer ihr Smartphone während der Fahrt in der Hand. Wie viele erwischt werden – und welch heftige Strafe im Ernstfall droht!
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
- Raphael Schuderer
Inhaltsverzeichnis
- Wie viele Autofahrer nutzen das Handy am Steuer?
- Generelles Handyverbot für Autofahrer
- Greifen jüngere Autofahrer häufiger zum Handy?
- Welche Strafe droht Smartphone-Sündern in der Probezeit?
- Was genau ist verboten?
- Darf der Motor bei Handynutzung laufen?
- Was bringen Apple Carplay und Android Auto?
- Wie hoch ist die Strafe bei Handynutzung?
Das Handy spielt eine große Rolle im täglichen Leben vieler Menschen. In einigen Situationen hat es aber partout nichts zu suchen. Zum Beispiel, wenn Sie hinterm Steuer eines Fahrzeugs sitzen!
Wie der aktuelle AllianzDirect Auto-Report zum Thema Verkehrskontrollen zeigt, hat circa ein Drittel (32 Prozent) aller Autofahrer das Mobiltelefon schon mal während der Fahrt genutzt. Und lediglich ein Bruchteil (nur fünf Prozent) wurde bei dieser Verkehrssünde erwischt.
Zwar gilt in Deutschland ein generelles Handyverbot für Autofahrer, falls keine zulässige Freisprecheinrichtung vorhanden ist. Trotzdem daddeln viele Fahrer unbeeindruckt auch während der Fahrt auf dem Smartphone, obwohl bereits 2018 eine groß angelegte Aufklärungskampagne des Bundesverkehrsministeriums mit der AUTO BILD-Titelzeile "Tipp, tipp, tot" vor den Folgen warnte.
Besonders bei jüngeren Menschen scheint die Versuchung der Handynutzung am Steuer groß: Im Generationenvergleich greifen 25- bis 34-Jährige mit 41 Prozent am häufigsten zum Smartphone, dicht gefolgt von den 35- bis 44-Jährigen (39 Prozent).
Bei den 45- bis 54-Jährigen nutzen nur noch 29 Prozent während der Fahrt das Handy, bei den 55- bis 65-Jährigen ein Viertel (25 Prozent).
Erfreulich: Jüngere Fahrer (18 bis 24 Jahre: 24 Prozent) und Personen in der Probezeit nutzen am seltensten ihr Telefon am Steuer.
Erfreulich: Jüngere Fahrer (18 bis 24 Jahre: 24 Prozent) und Personen in der Probezeit nutzen am seltensten ihr Telefon am Steuer.
Und das ist ratsam. Wer sich in der Führerschein-Probezeit mit dem Mobiltelefon am Lenkrad erwischen lässt, kassiert einen Punkt in Flensburg, dazu ein saftiges Bußgeld von mindestens 100 Euro. Die Verlängerung der Probezeit oder ein Aufbauseminar kommen – je nach Schwere des Verstoßes – noch hinzu.
Dass man am Steuer keine Textnachrichten schreiben oder lesen darf, sollte jedem klar sein. Aber: "Auch das Ablehnen von Anrufen oder Ablesen der Uhrzeit ist verboten, wenn dazu das Handy in die Hand genommen werden muss", so der ADAC. Wenn sie das Handy am Steuer nutzen wollen, reicht es übrigens nicht, einfach rechts ranzufahren und stehen zu bleiben.

Auch Textnachrichten zu schreiben ist eine unbedachte Tätigkeit am Steuer und kann bis zu 200 Euro kosten.
Bild: Dekra
Wer auf ein Mobiltelefon am Steuer angewiesen ist, kann bei moderneren Autos das Handy mit dem Bord-Infotainment verbinden. Auch nachgerüstete Radios bieten eine Verbindungsmöglichkeit an. Das funktioniert etwa über Bluetooth, noch besser mit Apple Carplay oder Android Auto. So können einige Handyfunktionen auch über die Sprachsteuerung oder Touchscreen bedient, Anrufe eingeleitet und angenommen oder Textnachrichten vorgelesen werden.
Das oben genannte Bußgeld gilt natürlich nicht nur für Führerschein-Neulinge. 100 Euro und ein Punkt sind immer fällig, wenn man mit dem Telefon am Steuer erwischt wird. Bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch die Handynutzung werden es 150 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Geht die Handynutzung sogar noch mit einer Sachbeschädigung einher (zum Beispiel bei einem leichten Unfall), drohen 200 Euro Strafe, zwei Punkte und ebenfalls ein Monat Fahrverbot.
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