Heizen im E-Auto: neue Technologie von Kia spart Strom
Diese Heizung spart ein Fünftel an Energie im Elektroauto

Bild: Kia/Hyundai
Die Kälte ist ein Feind der Reichweite im Elektroauto – denn um den Innenraum zu erwärmen, muss elektrische Energie aus dem Akku gezogen werden. Das reduziert die elektrische Reichweite merklich. Eine Wärmepumpe im E-Auto hilft zwar beim Stromsparen, doch auch sie kann keine Wunder vollbringen.
Jetzt hat Kia gleich mehrere vielversprechende Technologien vorgestellt. Sie sollen den Innenraum vor dem Auskühlen bewahren. Auch gegen das Aufheizen im Sommer hat der koreanische Autohersteller etwas entwickelt. Beide Technologien sollen bereits serienreif sein, auf der firmeninternen Präsentation "Heat Tech Day" wurden sie der Öffentlichkeit erstmals präsentiert.
Strahlungsheizung spart 17 Prozent an Energie
Dazu gehört eine Strahlungsheizung, die bis zu 17 Prozent Energie gegenüber klassischen elektrischen Konvektionsheizungen sparen soll. Sie besteht aus einem Heizelement, das laut Kia innerhalb von drei Minuten warme Heizstrahlen erzeugt, die direkt auf die Beine der Insassen gerichtet sind. So wird gezielt punktuell gewärmt. Das funktioniert wie eine Wärmelampe für die Wickelkommode. Dadurch muss nicht energiefressend der gesamte Innenraum aufgeheizt werden wie bei konventionellen Warmluftheizungen.
Strahlungsheizungen heizen mit Wärmewellen, zu denen Infrarot-Strahlen gehören. Anders als Konvektionsheizungen, die Luft als Wärmträger benötigen und mit stromfressenden Ventilatoren in Bewegung versetzen müssen, durchdringen Wärmestrahlen die Raumluft nahezu ohne Energieverlust. Das macht Strahlungsheizungen der konventionellen Technik überlegen.
Das Heizelement der Koreaner soll sich auf bis zu 110 Grad Celsius erwärmen lassen. Es ist von einem Gewebe umgeben, das nur Infrarot-Strahlen hindurchlässt. Wird die Vorrichtung versehentlich berührt, registriert das ein Sensor und fährt die Temperatur umgehend herunter. In dem Elektro-SUV Kia EV9 wurde die Strahlungsheizung erstmals installiert. Dort produziert sie durch insgesamt neun Heizpaneele Wärmestrahlen für den Innenraum.

Die neue Technik wurde am Kia EV9, dem Elektro-Flaggschiff von Kia, getestet.
Bild: Kia/Hyundai
Metallschicht an den Scheiben ist beheizbar
Eine weitere Entwicklung gegen Energieverschwendung bei der Innenraum-Temperierung von Elektroautos ist die Glasheizung. Dabei handelt es sich um eine dünne Metallbeschichtung auf den Scheiben, durch die bei Frost Strom mit 48 Volt Spannung fließt. Innerhalb von nur fünf Minuten lässt sich mit der unsichtbaren Metallhaut bei minus 18 Grad Außentemperatur eine Scheibe enteisen, teilt Kia mit. Das sei viermal schneller und zehn Prozent sparsamer als eine herkömmliche Klimaanlage.

Die neuen nanobeschichteten Scheiben von Kia/Hyundai halten Wärme draußen und kühle Luft drinnen.
Bild: Kia/Hyundai
Der Clou: Die Beschichtung soll umgekehrt auch bei hohen Außentemperaturen isolierend wirken. Laut Kia werden so mehr als 60 Prozent der Sonnenenergie durch das aufgebrachte Metall reflektiert. Auch das hilft dabei, Energie zu sparen und die Reichweite des E-Autos zu erhöhen, da weniger Strom aus dem Akku für die Klimaanlage abgezogen werden muss.
Kühlfilm blockt Sonnenwärme von außen ab
Womit die dritte Entwicklung zur Temperierung des Fahrzeug-Interieurs zur Sprache kommt: Kia und Hyundai stellten auf dem "Heat Tech Day" eine Beschichtung für die Scheiben vor, die die Abkühlung in der Sommerhitze erleichtern soll. Das "Kühlfilm" genannte Material ist äußerst dünn – die Dicke bewegt sich im Nano-Bereich – und besteht aus drei Schichten: zwei reflektieren das Sonnenlicht, eine blockiert das Infrarotlicht. So weist der Kühlfilm Wärmestrahlen der Sonne von draußen ab, umgekehrt hält die Nano-Schicht die Wärme im Innenbereich zurück. Vor einem Jahr war die Erfindung erstmals präsentiert worden, nun hat sie laut der Hersteller Serienreife erlangt.
Kia hat die Wirksamkeit der Beschichtung an verschiedenen Fahrzeugmodellen getestet. Dabei wurden jeweils zwei identische Typen dem Versuch unterzogen. Einer wurde an sämtlichen Fensterscheiben damit überzogen, der andere nicht. Während sich das ungeschützte Auto im Innenraum auf bis zu 48,5 Grad Celsius aufheizte, registrierten die Entwickler im anderen nur bis zu 36,5 Grad Celsius.
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