Weniger ist mehr. Ein alter Hut, der jedoch bei E-Autos zur frechen Baseball-Kappe wird. Jedenfalls zeigt der BYD Dolphin Surf mit stichhaltigen Zahlen, wie gut der Denkansatz des Minimalismus auf heutige Straßen passt.
Stolze 156 PS springen aus einem recht kompakten Akkupaket mit 43,2 kWh Speicher, dazu gibt es vier Türen, erträglich Platz für vier Erwachsene und das Ganze zu einem enorm niedrigen Preis. Ab 18.900 Euro kostet der kleine Delfin nach Liste aktuell (Stand 31. März 2026, inklusive Herstellerrabatt).

Grundpreise liegen bei rund 25.000 Euro

Kommt die staatliche Prämie, bleiben im Idealfall sogar nur 12.900 Euro. Für unseren Testwagen sind 26.900 Euro fällig, die feine Comfort-Ausstattung kostet weitere 4000 Euro. Angeblich kommt der Chinese zu diesem Kurs rund 450 Kilometer weit. Was will man mehr?
BYD Dolphin Surf Citroën ë-C3 Hyundai Inster
Elektro-Knirpse: Für den Inster werden 25.900 Euro fällig, der Dolphin Surf kostet 26.900 Euro, der ë-C3 ist mit 23.450 Euro am günstigsten.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
So etwas von einer anderen Marke vielleicht? Wir hätten da noch den Citroën ë-C3 sowie den Hyundai Inster im Repertoire. Beide Modelle schlagen in exakt dieselbe Kerbe wie der BYD. Den 113 PS starken Citroën gibt der Hersteller für 23.450 Euro her, ein Inster kostet mit 115 PS Leistung ab 25.900 Euro.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart 
Synchronelektromotor 
Synchronelektromotor 
Synchronelektromotor 
Einbaulage 
vorn 
vorn 
vorn 
Spitzenleistung 
115 kW (156 PS) 
83 kW (113 PS) 
85 kW (116 PS) 
Dauerleistung 
60 kW (82 PS) 
53 kW (72 PS) 
28 kW (38 PS) 
max. Drehmoment 
220 Nm 
125 Nm 
147 Nm 
Vmax
150 km/h 
132 km/h 
150 km/h 
Getriebe 
Einganggetriebe 
Einganggetriebe 
Einganggetriebe 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Vorderradantrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
185/55 R 16 V 
205/50 R 17 V 
205/45 R 17 V 
Reifentyp 
Hankook iOn ST AS 
Goodyear EfficientGrip 
Kunho Ecsta HS52 
Radgröße 
6 x 16" 
7 x 17" 
6,5 x 17" 
Reichweite* 
310 km 
310 km 
360 km 
Verbrauch* 
16,0 kWh/100 km 
17,3 kWh/100 km 
15,1 kWh/100 km 
Batteriekapazität (netto) 
43,2 kWh 
44,0 kWh 
49,0 kWh 
Ladeleistung (AC/DC) 
11/85 kW 
11/100 kW 
11/85 kW 
Ladezeit (10-80 %, DC-Laden) 
30 Minuten 
26 Minuten (20-80 %) 
30 Minuten 
Ladeanschluss 
vorn rechts 
hinten links 
vorn 
Fach unter Frontklappe 
Vorbeifahrgeräusch 
68 dB(A) 
68 dB(A) 
66 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
550/550 kg 
Stützlast 
61 kg 
Kofferraumvolumen 
308-1037 l 
310-1200 l 
238-1059 l 
Länge/Breite/Höhe 
3990/1720/1590 mm 
4015/1755/1577 mm 
3825/1610/1575 mm 
Radstand 
2500 mm 
2540 mm 
2580 mm 
Grundpreis
26.990 Euro
23.450 Euro
25.900 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
30.990 Euro
27.950 Euro
30.600 Euro
Auch hier können Rabatte bzw. Prämien die Preise auf deutlich unter 20.000 Euro senken – gut so. Wie BYD wollen auch Citroën und Hyundai dank niedriger WLTP-Verbräuche rund 330 Kilometer weit kommen.

Dolphin-Basis mit viel Komfort

Zuallererst: Wir schauen hier auf eine Klasse mit preisbewusster Kundschaft, demzufolge dröseln wir Preis und Leistung penibel gegeneinander auf. BYD steckt für den Basispreis eine Menge Komfort in den Dolphin. Sogar ein schlüsselloser Zugang und das komplette Multimediasystem inklusive Smartphone-Vernetzung sind immer ab Werk an Bord.
BYD Dolphin Surf
Ordentlich ausgestattet: Schon das Basismodell des Dolphin hat eine Menge zu bieten. Der Touchscreen ist um 90 Grad drehbar.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Gleichzeitig liefern die Chinesen auch ein recht schlüssiges Sicherheitskonzept. So kann der Fahrer auf reichlich Fahrassistenz (inklusive Spurmittenführung und Rückfahrkameras) bauen, auch eine LED-Lichtanlage ist bereits in der einfachsten Linie enthalten.

Im Citroën geht es eher karg zu

Karger geht Citroën die Sache an. Dem ë-C3 fehlen beispielsweise eine Querverkehrserkennung, nicht einmal ein Temporegler fährt aufpreisfrei mit. Auch in anderen Disziplinen statten die Franzosen den 3er bescheiden aus. Keyless Go? Sitzheizung? Navi?
Citroën ë-C3
Eckig: Das C3-Lenkrad ist oben und unten abgeflacht, der große Bildschirm dominiert. Klasse: Es gibt ein echtes Zündschloss.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Etwa Sprachsteuerung der Fahrzeugfunktionen? Pustekuchen. Luxus und Sicherheit stecken entweder in aufpreispflichtigen Paketen oder sind schlicht und ergreifend nicht verfügbar.

Inster mit der besten Ausstattung

Am besten steht der Inster da. Hyundai spendiert dem Elektro-Zwerg aufpreisfrei sogar eine 360-Grad-Kamera, eine Lenkradheizung oder auch einen aktiven Radar-Temporegler. Selbst ein Abbiegewarnsystem (im Rahmen der Fahrassistenz) und ein Center-Airbag sind im Testwagen an Bord.
Hyundai Inster
Helles Ding: Das Interieur des Inster ist sehr wohnlich gestaltet. Aufpreisfrei gibt es etliche Sicherheits- und Komfortfeatures.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
So gewappnet, überflügelt der Hyundai die Konkurrenz in Sachen Gegenwert deutlich. Gleichzeitig bietet der Inster unterm Strich dennoch das günstigste Komplettangebot. Wertverlust niedrig, Fixkosten gering, Wartung selten – so seine gute Bilanz. Da kann der beim Kauf ähnlich günstige BYD aus China auch mit seiner sechsjährigen Garantie nicht mehr aufholen.

Hyundai zeigt sich besonders variabel

So weit die finanzielle Seite. Die praktische? Geht ebenfalls an den Südkoreaner – obwohl er vorn etwas enger geschnitten ist als der BYD und weniger Volumen im Gepäckraum bietet als der Citroën. Doch der Inster hält mit guter Funktionalität (kaum Ladekante) und einzigartiger Variabilität (faltbarer Beifahrersitz, verschiebbare Rückbank) gegen.
Hyundai Inster
Toller Trick: Der Lehne des Beifahrersitzes im Inster lässt sich komplett nach vorne legen. Das erhöht das Transporttalent deutlich.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Gleichzeitig wirkt er dank sauberer Montage der Innenverkleidungen und des Armaturenbretts hochwertiger, lässt sich aufgrund der besseren Übersicht lässiger rangieren. Im Dolphin steckt dagegen ein kleiner Raumökonom. Er nutzt seine nicht einmal vier Meter Außenlänge besonders gut aus, bietet auch im Fond noch Platz für Erwachsene, und der Kofferraum fasst bis zu 1037 Liter Gepäck.

Citroën ist fahrstabil und sicher

Dem Citroën kreiden wir den schlechten Zustieg in die zweite Reihe an. Hier müssen sich Passagiere umständlich am Radhausbogen vorbei ins Auto ringeln – ein würdeloser Vorgang. Trost aus Frankreich: Der C3 schleppt dank 433 Kilogramm Zuladung am meisten Gepäck mit.
Citroën ë-C3
Keine Klagen: Der ë-C3 federt auch auf derben Wellen geschmeidig, fühlt sich fahrstabil und sicher an.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Außerdem wirkt der elektrische C3 im Fahrbetrieb sehr belastbar, federt auch auf derben Wellen geschmeidig, fühlt sich fahrstabil und fahrsicher an.

In Fahrt überzeugt der Inster am meisten

Auch der Hyundai zeigt einen derart verbindlichen Fahrcharakter. Seine Federung arbeitet ebenfalls angenehm weich, gelegentlich hebt der Inster (auf sehr schlechten Straßen) jedoch schnell und stark aus, wirkt dann von der Fahrbahnoberfläche entkoppelt.
Hyundai Inster
Macht Laune: Der Inster fühlt sich leichter an als seine beiden Konkurrenten, seine Federung arbeitet angenehm weich.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Alles andere stimmt dagegen: Der Inster verzögert auch mit gut temperierter Anlage sehr gut, steht nach unseren Messungen aus 100 km/h bereits nach 35,8 Metern. Hier benötigt beispielsweise der Dolphin Surf fast drei Meter mehr, gleichzeitig beginnt während unserer Prüfung der Fading-Effekt.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,2 s 
4,0 s 
4,0 s 
0–100 km/h 
8,4 s 
10,6 s 
10,3 s 
0–130 km/h 
14,5 s 
18,9 s 
17,7 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,6 s 
5,9 s 
5,4 s 
80–120 km/h 
6,4 s 
8,2 s 
7,4 s 
Leergewicht/Zuladung 
1401/333 kg 
1477/433 kg 
1395/350 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
58/42 % 
56/44 % 
58/42 % 
Wendekreis links/rechts 
10,1/10,2 m 
10,9/10,8 m 
11,1/11,4 m 
Sitzhöhe 
650 mm 
650 mm 
600 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
37,6 m 
36,4 m 
35,6 m 
aus 100 km/h warm 
38,5 m 
35,9 m 
35,8 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
58 dB(A) 
58 dB(A) 
57 dB(A) 
bei 100 km/h 
66 dB(A) 
65 dB(A) 
66 dB(A) 
bei 130 km/h 
71 dB(A) 
70 dB(A) 
70 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
14,0 kWh/100 km 
15,7 kWh/100 km 
11,7 kWh/100 km 
Testverbrauch 
19,6 kWh/100 km
(+22 %)
18,2 kWh/100 km
(+5 %)
14,9 kWh/100 km
(-1 %)
Sportverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
28,3 kWh/100 km 
27,7 kWh/100 km 
20,8 kWh/100 km 
CO2 (lokal) 
0 g/km 
0 g/km 
0 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
253 km 
241 km 
308 km 
Dazu kommt: Der Inster fühlt sich leichter an als die beiden anderen Kleinwagen und lässt sich dank sauber abgestimmter Lenkung fein und ohne zu viel Kraftaufwand dirigieren. Außerdem läuft er auch subjektiv angenehm leise. Kurz: Der Koreaner bereitet am meisten Laune in diesem Trio. Der schnellste E-Wagen ist er aber nicht. Die Spurt-Medaille holt sich der deutlich stärkere BYD. Inster und Dolphin Surf schaffen übrigens 150 km/h in der Spitze, der Citroën nur 132.

Bei der Reichweite gewinnt der Inster

Womit wir zum Energiehaushalt und damit zum wichtigsten Aspekt dieser drei Elektroautos kommen. Das kleinste Akkupaket steckt im BYD. Und es geht leider einher mit dem höchsten Verbrauch in diesem Trio. Wir haben statt der nach WLTP versprochenen 15,6 kWh auf 100 Kilometer 19,6 kWh ermittelt.
BYD Dolphin Surf Citroën ë-C3 Hyundai Inster
Reichweite: Der Inster schafft mit einer Akkuladung 308 Kilometer, Dolphin Surf (258 km) und ë-C3 (241 km) liegen klar dahinter.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Daraus folgt dann ein verminderter Aktionsradius: Weiter als 253 Kilometer kommt ein Dolphin Surf in der Praxis nicht. Sind die Akkus leer, lädt der Chinese mit maximal 85 kW Leistung an der DC-Säule nach. So läuft es auch beim Citroën. Der trinkt jedoch weniger. Wir haben ausgerechnet: Bei 18,2 kWh Testverbrauch reichen seine 44 kWh in den Akkuzellen für etwa 241 Kilometer.
Beide Autos schlägt der Hyundai in dieser Disziplin deutlich. Er kommt – auch dank einer serienmäßig montierten Wärmepumpe – unseren Messungen zufolge über 300 Kilometer weit.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
558
503
501
Platz
1
2
3
Testnote
2,1
2,7
2,7
Fazit
Die elektrischen Qualitäten stimmen, dazu ist er praktisch und günstig
Das schnellste Auto hier, sehr gut vernetzt und lange Garantie.
Fahrsicher und komfortabel, beim Listenpreis hier der beste Tipp.
Größte Batterie, kleinster Verbrauch (nach unserem Test nur 14,9 kWh pro 100 Kilometer) – so die schlichte Erfolgsformel. Weniger ist hier halt mehr – in unserem Falle sogar der Sieg in einem Vergleichstest.

Bildergalerie

BYD Dolphin Surf Citroën ë-C3 Hyundai Inster
BYD Dolphin Surf
Citroën ë-C3
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Drei Elektro-Kleinwagen im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Der Kaufpreis allein bringt den Dolphin Surf nicht ganz nach vorn. Ihm fehlt Kompetenz bei Fahrverhalten und Fahrwerksabstimmung (auch Bremsen). Der ë-C3 wirkt angenehm im Umgang, kann aber kein einziges Kapitel gewinnen. Er landet sogar hinter dem BYD, weil Citroën nur zwei Jahre Garantie verspricht. Im praktischen Inster steckt dagegen viel Komfort – und letztlich das günstigste Auto.