Hyundai Inster, BYD Dolphin Surf, Citroën ë-C3: Test
Drei kleine E-Spardosen: Dolphin Surf fordert ë-C3 und Inster heraus

Kleine Typen mit kleinen Motoren und kleinen Akkus – das verspricht brauchbare Effizienz. BYD Dolphin Surf, Citroën ë-C3 und Hyundai Inster im Test.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Weniger ist mehr. Ein alter Hut, der jedoch bei E-Autos zur frechen Baseball-Kappe wird. Jedenfalls zeigt der BYD Dolphin Surf mit stichhaltigen Zahlen, wie gut der Denkansatz des Minimalismus auf heutige Straßen passt.
Drei kleine Elektro-SUV im Vergleich
Stolze 156 PS springen aus einem recht kompakten Akkupaket mit 43,2 kWh Speicher, dazu gibt es vier Türen, erträglich Platz für vier Erwachsene und das Ganze zu einem enorm niedrigen Preis. Ab 18.900 Euro kostet der kleine Delfin nach Liste aktuell (Stand 31. März 2026, inklusive Herstellerrabatt).
Grundpreise liegen bei rund 25.000 Euro
Kommt die staatliche Prämie, bleiben im Idealfall sogar nur 12.900 Euro. Für unseren Testwagen sind 26.900 Euro fällig, die feine Comfort-Ausstattung kostet weitere 4000 Euro. Angeblich kommt der Chinese zu diesem Kurs rund 450 Kilometer weit. Was will man mehr?

Elektro-Knirpse: Für den Inster werden 25.900 Euro fällig, der Dolphin Surf kostet 26.900 Euro, der ë-C3 ist mit 23.450 Euro am günstigsten.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
So etwas von einer anderen Marke vielleicht? Wir hätten da noch den Citroën ë-C3 sowie den Hyundai Inster im Repertoire. Beide Modelle schlagen in exakt dieselbe Kerbe wie der BYD. Den 113 PS starken Citroën gibt der Hersteller für 23.450 Euro her, ein Inster kostet mit 115 PS Leistung ab 25.900 Euro.
Fahrzeugdaten
Modell | BYD Dolphin Surf | Citroën ë-C3 Standard-Range | Hyundai Inster |
|---|---|---|---|
Motor Bauart | Synchronelektromotor | Synchronelektromotor | Synchronelektromotor |
Einbaulage | vorn | vorn | vorn |
Spitzenleistung | 115 kW (156 PS) | 83 kW (113 PS) | 85 kW (116 PS) |
Dauerleistung | 60 kW (82 PS) | 53 kW (72 PS) | 28 kW (38 PS) |
max. Drehmoment | 220 Nm | 125 Nm | 147 Nm |
Vmax | 150 km/h | 132 km/h | 150 km/h |
Getriebe | Einganggetriebe | Einganggetriebe | Einganggetriebe |
Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 185/55 R 16 V | 205/50 R 17 V | 205/45 R 17 V |
Reifentyp | Hankook iOn ST AS | Goodyear EfficientGrip | Kunho Ecsta HS52 |
Radgröße | 6 x 16" | 7 x 17" | 6,5 x 17" |
Reichweite* | 310 km | 310 km | 360 km |
Verbrauch* | 16,0 kWh/100 km | 17,3 kWh/100 km | 15,1 kWh/100 km |
Batteriekapazität (netto) | 43,2 kWh | 44,0 kWh | 49,0 kWh |
Ladeleistung (AC/DC) | 11/85 kW | 11/100 kW | 11/85 kW |
Ladezeit (10-80 %, DC-Laden) | 30 Minuten | 26 Minuten (20-80 %) | 30 Minuten |
Ladeanschluss | vorn rechts | hinten links | vorn |
Fach unter Frontklappe | - | - | - |
Vorbeifahrgeräusch | 68 dB(A) | 68 dB(A) | 66 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | - | 550/550 kg | - |
Stützlast | - | 61 kg | - |
Kofferraumvolumen | 308-1037 l | 310-1200 l | 238-1059 l |
Länge/Breite/Höhe | 3990/1720/1590 mm | 4015/1755/1577 mm | 3825/1610/1575 mm |
Radstand | 2500 mm | 2540 mm | 2580 mm |
Grundpreis | 26.990 Euro | 23.450 Euro | 25.900 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 30.990 Euro | 27.950 Euro | 30.600 Euro |
Auch hier können Rabatte bzw. Prämien die Preise auf deutlich unter 20.000 Euro senken – gut so. Wie BYD wollen auch Citroën und Hyundai dank niedriger WLTP-Verbräuche rund 330 Kilometer weit kommen.
Dolphin-Basis mit viel Komfort
Zuallererst: Wir schauen hier auf eine Klasse mit preisbewusster Kundschaft, demzufolge dröseln wir Preis und Leistung penibel gegeneinander auf. BYD steckt für den Basispreis eine Menge Komfort in den Dolphin. Sogar ein schlüsselloser Zugang und das komplette Multimediasystem inklusive Smartphone-Vernetzung sind immer ab Werk an Bord.

Ordentlich ausgestattet: Schon das Basismodell des Dolphin hat eine Menge zu bieten. Der Touchscreen ist um 90 Grad drehbar.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Gleichzeitig liefern die Chinesen auch ein recht schlüssiges Sicherheitskonzept. So kann der Fahrer auf reichlich Fahrassistenz (inklusive Spurmittenführung und Rückfahrkameras) bauen, auch eine LED-Lichtanlage ist bereits in der einfachsten Linie enthalten.
Im Citroën geht es eher karg zu
Karger geht Citroën die Sache an. Dem ë-C3 fehlen beispielsweise eine Querverkehrserkennung, nicht einmal ein Temporegler fährt aufpreisfrei mit. Auch in anderen Disziplinen statten die Franzosen den 3er bescheiden aus. Keyless Go? Sitzheizung? Navi?

Eckig: Das C3-Lenkrad ist oben und unten abgeflacht, der große Bildschirm dominiert. Klasse: Es gibt ein echtes Zündschloss.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Etwa Sprachsteuerung der Fahrzeugfunktionen? Pustekuchen. Luxus und Sicherheit stecken entweder in aufpreispflichtigen Paketen oder sind schlicht und ergreifend nicht verfügbar.
Inster mit der besten Ausstattung
Am besten steht der Inster da. Hyundai spendiert dem Elektro-Zwerg aufpreisfrei sogar eine 360-Grad-Kamera, eine Lenkradheizung oder auch einen aktiven Radar-Temporegler. Selbst ein Abbiegewarnsystem (im Rahmen der Fahrassistenz) und ein Center-Airbag sind im Testwagen an Bord.

Helles Ding: Das Interieur des Inster ist sehr wohnlich gestaltet. Aufpreisfrei gibt es etliche Sicherheits- und Komfortfeatures.
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So gewappnet, überflügelt der Hyundai die Konkurrenz in Sachen Gegenwert deutlich. Gleichzeitig bietet der Inster unterm Strich dennoch das günstigste Komplettangebot. Wertverlust niedrig, Fixkosten gering, Wartung selten – so seine gute Bilanz. Da kann der beim Kauf ähnlich günstige BYD aus China auch mit seiner sechsjährigen Garantie nicht mehr aufholen.
Hyundai zeigt sich besonders variabel
So weit die finanzielle Seite. Die praktische? Geht ebenfalls an den Südkoreaner – obwohl er vorn etwas enger geschnitten ist als der BYD und weniger Volumen im Gepäckraum bietet als der Citroën. Doch der Inster hält mit guter Funktionalität (kaum Ladekante) und einzigartiger Variabilität (faltbarer Beifahrersitz, verschiebbare Rückbank) gegen.

Toller Trick: Der Lehne des Beifahrersitzes im Inster lässt sich komplett nach vorne legen. Das erhöht das Transporttalent deutlich.
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Gleichzeitig wirkt er dank sauberer Montage der Innenverkleidungen und des Armaturenbretts hochwertiger, lässt sich aufgrund der besseren Übersicht lässiger rangieren. Im Dolphin steckt dagegen ein kleiner Raumökonom. Er nutzt seine nicht einmal vier Meter Außenlänge besonders gut aus, bietet auch im Fond noch Platz für Erwachsene, und der Kofferraum fasst bis zu 1037 Liter Gepäck.
Citroën ist fahrstabil und sicher
Dem Citroën kreiden wir den schlechten Zustieg in die zweite Reihe an. Hier müssen sich Passagiere umständlich am Radhausbogen vorbei ins Auto ringeln – ein würdeloser Vorgang. Trost aus Frankreich: Der C3 schleppt dank 433 Kilogramm Zuladung am meisten Gepäck mit.

Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Außerdem wirkt der elektrische C3 im Fahrbetrieb sehr belastbar, federt auch auf derben Wellen geschmeidig, fühlt sich fahrstabil und fahrsicher an.
In Fahrt überzeugt der Inster am meisten
Auch der Hyundai zeigt einen derart verbindlichen Fahrcharakter. Seine Federung arbeitet ebenfalls angenehm weich, gelegentlich hebt der Inster (auf sehr schlechten Straßen) jedoch schnell und stark aus, wirkt dann von der Fahrbahnoberfläche entkoppelt.

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Alles andere stimmt dagegen: Der Inster verzögert auch mit gut temperierter Anlage sehr gut, steht nach unseren Messungen aus 100 km/h bereits nach 35,8 Metern. Hier benötigt beispielsweise der Dolphin Surf fast drei Meter mehr, gleichzeitig beginnt während unserer Prüfung der Fading-Effekt.
Messwerte
Modell | BYD Dolphin Surf | Citroën ë-C3 Standard-Range | Hyundai Inster |
|---|---|---|---|
Beschleunigung | |||
0–50 km/h | 3,2 s | 4,0 s | 4,0 s |
0–100 km/h | 8,4 s | 10,6 s | 10,3 s |
0–130 km/h | 14,5 s | 18,9 s | 17,7 s |
Zwischenspurt | |||
60–100 km/h | 4,6 s | 5,9 s | 5,4 s |
80–120 km/h | 6,4 s | 8,2 s | 7,4 s |
Leergewicht/Zuladung | 1401/333 kg | 1477/433 kg | 1395/350 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 58/42 % | 56/44 % | 58/42 % |
Wendekreis links/rechts | 10,1/10,2 m | 10,9/10,8 m | 11,1/11,4 m |
Sitzhöhe | 650 mm | 650 mm | 600 mm |
Bremsweg | |||
aus 100 km/h kalt | 37,6 m | 36,4 m | 35,6 m |
aus 100 km/h warm | 38,5 m | 35,9 m | 35,8 m |
Innengeräusch | |||
bei 50 km/h | 58 dB(A) | 58 dB(A) | 57 dB(A) |
bei 100 km/h | 66 dB(A) | 65 dB(A) | 66 dB(A) |
bei 130 km/h | 71 dB(A) | 70 dB(A) | 70 dB(A) |
Verbrauch | |||
Sparverbrauch | 14,0 kWh/100 km | 15,7 kWh/100 km | 11,7 kWh/100 km |
Testverbrauch | 19,6 kWh/100 km (+22 %) | 18,2 kWh/100 km (+5 %) | 14,9 kWh/100 km (-1 %) |
Sportverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 28,3 kWh/100 km | 27,7 kWh/100 km | 20,8 kWh/100 km |
CO2 (lokal) | 0 g/km | 0 g/km | 0 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 253 km | 241 km | 308 km |
Dazu kommt: Der Inster fühlt sich leichter an als die beiden anderen Kleinwagen und lässt sich dank sauber abgestimmter Lenkung fein und ohne zu viel Kraftaufwand dirigieren. Außerdem läuft er auch subjektiv angenehm leise. Kurz: Der Koreaner bereitet am meisten Laune in diesem Trio. Der schnellste E-Wagen ist er aber nicht. Die Spurt-Medaille holt sich der deutlich stärkere BYD. Inster und Dolphin Surf schaffen übrigens 150 km/h in der Spitze, der Citroën nur 132.
Bei der Reichweite gewinnt der Inster
Womit wir zum Energiehaushalt und damit zum wichtigsten Aspekt dieser drei Elektroautos kommen. Das kleinste Akkupaket steckt im BYD. Und es geht leider einher mit dem höchsten Verbrauch in diesem Trio. Wir haben statt der nach WLTP versprochenen 15,6 kWh auf 100 Kilometer 19,6 kWh ermittelt.

Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Daraus folgt dann ein verminderter Aktionsradius: Weiter als 253 Kilometer kommt ein Dolphin Surf in der Praxis nicht. Sind die Akkus leer, lädt der Chinese mit maximal 85 kW Leistung an der DC-Säule nach. So läuft es auch beim Citroën. Der trinkt jedoch weniger. Wir haben ausgerechnet: Bei 18,2 kWh Testverbrauch reichen seine 44 kWh in den Akkuzellen für etwa 241 Kilometer.
Beide Autos schlägt der Hyundai in dieser Disziplin deutlich. Er kommt – auch dank einer serienmäßig montierten Wärmepumpe – unseren Messungen zufolge über 300 Kilometer weit.
Platzierung
Modell | Hyundai Inster | BYD Dolphin Surf | Citroën ë-C3 |
|---|---|---|---|
Punkte* | 558 | 503 | 501 |
Platz | 1 | 2 | 3 |
Testnote | 2,1 | 2,7 | 2,7 |
Fazit | Die elektrischen Qualitäten stimmen, dazu ist er praktisch und günstig | Das schnellste Auto hier, sehr gut vernetzt und lange Garantie. | Fahrsicher und komfortabel, beim Listenpreis hier der beste Tipp. |
Größte Batterie, kleinster Verbrauch (nach unserem Test nur 14,9 kWh pro 100 Kilometer) – so die schlichte Erfolgsformel. Weniger ist hier halt mehr – in unserem Falle sogar der Sieg in einem Vergleichstest.
Fazit
Der Kaufpreis allein bringt den Dolphin Surf nicht ganz nach vorn. Ihm fehlt Kompetenz bei Fahrverhalten und Fahrwerksabstimmung (auch Bremsen). Der ë-C3 wirkt angenehm im Umgang, kann aber kein einziges Kapitel gewinnen. Er landet sogar hinter dem BYD, weil Citroën nur zwei Jahre Garantie verspricht. Im praktischen Inster steckt dagegen viel Komfort – und letztlich das günstigste Auto.
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