Hyundai Kona 1.6 GDI Hybrid, Toyota Corolla Cross 1.8-I-Hybrid: Test
Die Spar-Spaß-SUV: Hyundai Kona und Toyota Corolla Cross im Vergleich

Im Hyundai Kona stecken ein Hybrid-Antrieb und das Alltagstalent kleiner SUV. Im Toyota Corolla Cross genauso. Wer besser ist, zeigt der Vergleich.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Schon Elektro oder noch stinknormaler Benziner? Wenn man die Front des neuen Hyundai Kona so betrachtet, würde man ihm tatsächlich das E-Zeichen umhängen wollen. Glatter Bug, kleine Lufteinlässe, typische Lichtleiste – seeehr elektrisch, das Ganze.
Aber das ist nur die Optik. Tatsächlich steckt hier – wir meinen speziell den Testwagen – ein ganz konventioneller Bursche dahinter. Genauer: ein 1.6 GDI, 141 System-PS mit Elektrounterstützung, Automatikgetriebe und Frontantrieb. Also ein bescheidener Typ mit Hang zum Benzinsparen und Affinität zum Alltäglichen.
Corolla und Kona mit mäßigem Temperament
Exakt so etwas hat Toyota ebenfalls im Programm. Corolla Cross Hybrid heißt das bei denen. Auch hier vermischen sich kleiner Benzinmotor und kompakte E-Maschine zu einem effizienten Bündel in einem funktionalen kleinen Auto. Auch der Corolla kommt mit (stufenloser) Automatik, stellt fast die gleiche Leistung zur Verfügung. Wer von den beiden Klein-SUV der bessere Begleiter wäre, klärt der erste Vergleich nach Punkten.

Wenig Schmalz: Obwohl die beiden Hybrid-SUV 140 PS haben, lassen sie es gemächlich angehen. Der Toyota wirkt eher zugeschnürt.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Trotz 140 und 141 PS auf dem Zettel – die Super-Temperamentsbündel sind beide SUV natürlich nicht. Beim Sprint bis Tempo 100 lassen sich die Kandidaten ähnlich viel Zeit, die Zwischenspurtwerte lassen ebenfalls eher auf die kleinere 100-PS-Liga schließen. Und die Höchstgeschwindigkeit ist begrenzt – mehr als 180 km/h ist aus dem Corolla nicht herauszuholen, der Kona schafft sogar nur 165 km/h.
Fahrzeugdaten
Modell | Hyundai Kona 1.6 GDI Hybrid | Toyota Corolla Cross 1.8-I-Hybrid |
|---|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder + Elektromotor | Vierzylinder + Elektromotor |
Hubraum/Einbaulage | 1591 cm³/vorn quer | 1798 cm³/vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
Leistung Verbrennungsmotor | 77 kW (105 PS) | 72 kW (98 PS) |
Leistung Elektromotor | 32 kW (44 PS) | 70 kW (95 PS) |
Systemleistung | 104 kW (141 PS) | 103 kW (140 PS) |
Vmax | 165 km/h | 180 km/h |
Getriebe | Sechsgang-Doppelkupplung | stufenloses Automatikgetriebe |
Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 215/55 R 18 V | 225/50 R 18 V |
Reifentyp | Kumho Ecsta P 571 | Michelin Primacy 4 |
Radgröße | 7 x 18" | 7,5 x 18" |
Abgas CO2 | 106 g/km | 114 g/km |
Verbrauch* | 4,5 l | 4,8 l |
Tankinhalt | 38 l | 43 l |
Kraftstoffsorte | Super | Super |
Partikelfilter | Serie | - |
Vorbeifahrgeräusch | 68 dB(A) | 65 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1300/600 kg | 750/725 kg |
Stützlast | 80 kg | 75 kg |
Kofferraumvolumen | 466–1300 l | 425–1337 l |
Länge/Breite/Höhe | 4350/1825–2105**/1585 mm | 4460/1825–2115**/1620 mm |
Radstand | 2660 mm | 2640 mm |
Grundpreis | 33.200 Euro | 35.990 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 38.400 Euro | 38.250 Euro |
Besonders der Toyota wirkt gehemmt, gebremst und zugeschnürt – zügiges Anfahren versandet in einer lustlosen Aneinanderreihung von Elektro-Impuls am Anfang, brummendem Motorstart kurz danach und gemächlichem Ablegen einige Zehntelsekunden später. Jeder Kleinwagen ist schneller von der Ampel weg als der Cross.
Im Corolla Cross steckt viel Sparpotenzial
Dickes Relativier-Aber: Die beiden sollen auch gar nicht sprinten, die sollen sparen. Toyota – mit traditionell großer Expertise in Sachen Hybrid – legt hier vor.

Sehr ordentlich: Wer es drauf anlegt, schafft im Corolla beim Verbrauch eine 3 vor dem Komma. Im Testschnitt waren es 5,2 l/100 km.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das Corolla-SUV lässt sich mit einer Drei(!) vor dem Komma durch die Landschaft bugsieren, gönnt sich in unserem Test-Mix nicht mehr als 5,2 Liter Super auf 100 Kilometer. Auch der Hyundai ist kein Trinker. Sparsame 4,2 Liter sind möglich, der Durchschnittswert unserer Praxisprüfung liegt bei 5,6 Litern.
Der Kona kommt erwachsener rüber
Grundsätzlich geht der Kona souveräner ans Werk. Sein Motor arbeitet laufruhiger und leiser, der gesamte Antrieb kommt erwachsener rüber. Das liegt auch am Getriebe. Die Sechsgang-Doppelkupplung hält den 1.6er meist in ruhig summenden Drehzahlregionen, verschleift die Gangwechsel unauffällig, gerät nur beim Kickdown in Hektik.

Souveräner: Im Kona steckt ein Sechsgang-Doppelkuppler, der das Drehzahlniveau angenehm niedrig hält.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Außerdem lässt sich die Rekuperationsstärke des Elektropakets ganz elegant per Wippen hinter dem Lenkrad variieren. Passend zum Fahreindruck ermittelten wir zudem die wirkungsvolleren Bremsen sowie ein satteres Bediengefühl über die servounterstützte Lenkung und das feinere Pedalgefühl auf der Bremse.
Messwerte
Modell | Hyundai Kona 1.6 GDI Hybrid | Toyota Corolla Cross 1.8-I-Hybrid |
|---|---|---|
Beschleunigung | ||
0–50 km/h | 3,5 s | 3,4 s |
0–100 km/h | 9,8 s | 9,9 s |
0–130 km/h | 16,2 s | 16,5 s |
0–160 km/h | 26,9 s | 29,5 s |
Zwischenspurt | ||
60–100 km/h | 5,2 s | 5,5 s |
80–120 km/h | 6,6 s | 7,2 s |
Leergewicht/Zuladung | 1505/445 kg | 1420/520 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 60/40 % | 61/39 % |
Wendekreis links/rechts | 11,3/11,4 m | 11,0/11,1 m |
Sitzhöhe | 640 mm | 635 mm |
Bremsweg | ||
aus 100 km/h kalt | 36,8 m | 37,2 m |
aus 100 km/h warm | 35,5 m | 37,3 m |
Innengeräusch | ||
bei 50 km/h | 56 dB(A) | 57 dB(A) |
bei 100 km/h | 64 dB(A) | 65 dB(A) |
bei 130 km/h | 68 dB(A) | 71 dB(A) |
Verbrauch | ||
Sparverbrauch | 4,2 l/100 km | 3,6 l/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 5,6 l S/100 km (+24 %) | 5,2 l S/100 km (+8 %) |
Sportverbrauch | 8,6 l/100 km | 8,0 l/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 133 g/km | 122 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 670 km | 830 km |
Ganz anders im Corolla. Obwohl der Toyota dank CVT stets perfekte Übersetzungsverhältnisse bereitstellt, fühlt sich jeglicher Beschleunigungswunsch in Verbindung mit dem schlecht gedämmten 1.8er-Benziner nervös an. Nur unter leichter Last und bei mäßigem Landstraßentempo verzahnen sich Verbrenner und Antriebsstrang unauffällig.
Beim Komfort herrscht annähernd Gleichstand
Gleiches gilt für das Fahrverhalten. Wo der Kona beim Ausweichen oder beim plötzlichen Einlenken zielgenau, trittsicher und sehr souverän früh vom ESP assistiert seine Bahnen zieht, gerät der Toyota eher ins Untersteuern. Sobald es um Lastwechselreaktionen geht, braucht er die elektronische Antischleuderhilfe dringender, auf welligen Straßen fährt er weniger präzise.

Angenehm: Der Toyota bügelt selbst große Buckel weg, ohne dabei schwammig zu werden. Auch der Kona meistert diese Aufgabe.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Beim Komfort macht der Toyota das wieder wett. Seine Federung arbeitet auch dicke Buckel unbeeindruckt ab – ohne sich schwammig anzufühlen oder zu stark von Seitenneigung irritiert zu werden. Nur Kanten im Asphalt sind als Miniaturstöße wahrnehmbar. Auch der Kona meistert diese Aufgaben gut, rollt über die 18 Zoll großen Räder allenfalls prall über Unebenheiten.
Hyundai bietet das funktionalere Auto
Auffällig: Im Kona sitzt man auf gefühlt hochwertigeren Sitzen, im Corolla trotz eines arg schaumigen Untergrunds besser seitlich geführt. In beiden Autos sollten die Flächen jedoch länger sein. Das funktionalere Auto sehen wir im Hyundai. Mehr Platz, mehr Raum für Gepäck, die höhere Variabilität (der Cross schafft nicht mal eine ebene Ladefläche) bringen Vorteile im Alltag.
Toyota traut dem übersichtlicheren Corolla über eine halbe Tonne mehr Anhängelast und 75 Kilo mehr Zuladung zu. Außerdem bietet der Corolla das modernere Multimediasystem (inkl. WLAN-Versorgung und kabellosem CarPlay). Das preiswertere Auto mit 15 Jahren Garantie ist der Corolla ebenso. Kurz: Günstiger kann Toyota, vielseitiger Hyundai – und das nicht nur wegen der universellen Optik.
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