Hyundai Kona 1.6 T-GDI: Test
Knackiges Kompakt-SUV: Kona N-Line übertreibt es mit der Härte

Fast 200 PS, sportive Optik, gute Ausstattung: Der Hyundai Kona 1.6 T-GDI N-Line hat viel zu bieten. AUTO BILD nimmt das Kompakt-SUV unter die Lupe.
Bild: Thomas Salt / AUTO BILD
Erheblich gewachsen ist der Hyundai Kona der zweiten Serie, der vor knapp einem Jahr startete. Fast 15 Zentimeter länger als zuvor (jetzt 4,35 Meter), tummelt er sich nun in der Klasse von Seat Ateca und Toyota Corolla Cross – im SUV-Modellgefüge von Hyundai in der Mitte zwischen Bayon und Tucson.
Außen wie innen sieht der Kona – übrigens ein Europäer, gebaut in Tschechien – wie ein Elektroauto aus. Schon der Fahrstufen-Wählknebel erinnert an VW ID.3 und Co.
Format bereits familientauglich
Die Sitzposition fällt SUV-typisch hoch aus: vorne 28 Zentimeter über dem Fußboden (64 Zentimeter über dem Asphalt), hinten volle 30 Zentimeter. Dennoch reicht die Kopffreiheit hinten für 1,90 Meter große Fahrgäste. Die Lehnenneigung ist in zwei Stufen verstellbar.

Echter Fortschritt gegenüber der ersten Serie: Der Fond reicht für Großgewachsene. Sechs Zentimeter Zuwachs beim Radstand ergeben ein Familien-SUV.
Bild: Thomas Salt / AUTO BILD
Die Dachlinie knapst dem Heck zwar etwas Ladevolumen ab, trotzdem unterfüttert das Volumen von 1300 Litern den Eindruck von Vollwertig- und Familientauglichkeit.
Fahrzeugdaten
Modell | Hyundai 1.6 T-GDI |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | R4, Turbobenziner |
Hubraum | 1580 cm³ |
Leistung | 146 kW (198 PS) bei 6000/min |
max. Drehmoment | 265 Nm bei 1400-4500/min |
Antrieb/Getriebe | Siebengang-Doppelkupplung |
0-100 km/h | 8,1 s |
Vmax | 210 km/h |
Testverbrauch | 7,8 l S/100 km |
Test-CO2 | 185 g/km |
Tankvolumen | 47 l |
Länge/Breite/Höhe | 4350/1825-2105*/1584 mm |
Radstand | 2660 mm |
Sitzhöhe | 640 mm |
Kofferraumvolumen | 466-1300 l |
Leergewicht | 1547 kg |
Zuladung | 453 kg |
Anhängelast | gebr. 1300, ungebr. 600 kg |
Garantie | 5 Jahre |
Preis | ab 39.350 Euro |
Fahrwerk arg hart für diese Sorte Auto
Die von uns gefahrene, sportiv angehauchte N-Line-Ausstattungsvariante mutet der Besatzung eine gewisse Grundhärte zu, ohne mit der Fahrdynamik einer echten N-Sportversion aufzuwarten. Das Fahrwerk steckt die 18-Zoll-Räder (Basis: 16 Zoll) nicht gut weg, reicht Kanten und Kanaldeckel herb zu den Insassen durch. Der 1,6-Liter-Turbo fühlt sich nicht nach 198 PS an, kommt aber unspektakulär souverän daher – passt!

Das Fahrwerk der N-Line kommt mit einer gewissen Grundhärte. Unebenheiten werden herb an die Passagiere weitergereicht.
Bild: Thomas Salt / AUTO BILD
Die Siebengang-Doppelkupplungsautomatik schaltet grundsätzlich weich, lässt sich aber in Ampel- und Schiebebetriebssituationen noch immer zu einem leichten Ruckeln provozieren.
Hartplastik spart Gewicht
Das ausschließlich aus Hartplastik bestehende Interieur hilft zwar beim Gewichtsparen, beim Geräuschdämmen leider nicht. Bei 145 km/h ist der Kona kein Leisetreter. Und wer die 210 km/h Höchsttempo ausfährt, spürt am Geradeauslauf, dass hier eine Leistungsgrenze erreicht ist.

Nicht nur für Klima und Lautstärke gibt's hier feste Tasten. Drehregler für Eco- und Sport-Fahrprogramme, die tatsächlich einen Unterschied machen.
Bild: Thomas Salt / AUTO BILD
Die Bedienung über Drehregler für Audio und echte Tasten für Klima, ESP-Aus, Bergabfahrhilfe, Sitzheizung und -belüftung ist rätselfrei und leihwagentauglich.
Wie so viele aktuelle Autos weiß auch dieses mit Bevormundung zu nerven. Der Tempolimitwarner sagt schon bei zwei km/h Überschreitung "Bing!", der Spurhalteassistent zupft an der Lenkung herum. Und wenn der Fahrer das Konzert über ein dreistufiges Menü abschalten will, fängt er sich einen strengen Verweis des Aufmerksamkeitsassistenten ein. Das erinnert an Konfirmationsunterricht: Ein Sünder bin ich, und das hält mir das Auto ständig vor.
Für Gummistiefelprofis ist der Allradler nicht das richtige Auto. Bei nur 155 Millimeter Bodenfreiheit unterm Auspuff sollte man sich sogar Waldwege verkneifen.
Mit dem Ultimate-Paket wird's teuer
Unser Testwagen mit Automatik und Allrad für 43.650 Euro kam mit dem 2200 Euro teuren Ultimate-Paket: belüftete Sitze in Leder-Alcantara-Kombi, Sitzheizung hinten und dem empfehlenswerten Totwinkel-Monitor, mit dem sich Radwege beim Abbiegen tatsächlich besser einsehen lassen als mit Schulterblick und Außenspiegel. Nun ist niemand gezwungen, das Volle-Hütte-Exemplar zu ordern.

Hartplastik-Interieur, angenehme Bedienung mit 32 echten Tasten. Seltsam: kein einziger Markenschriftzug!
Bild: Thomas Salt / AUTO BILD
Beim auch nicht ärmlichen "Trend" mit Frontantrieb ist man mit rund 32.000 Euro dabei. Wer aber oft zu viert mit Gepäck reist, dem dürfte dessen 1,0-Liter-Dreizylinder (120 PS, 200 Nm) nicht immer genügen. Leider ist der stärkere Vierzylinder an die Topausstattungen gekoppelt. Unter 37.300 Euro spielt sich da nichts ab. Als Stromer ist er nochmals teurer, und der Vollhybrid ist nichts für Dynamiker.
Immerhin fällt der Testverbrauch nach Benziner-SUV-Maßstäben maßvoll aus: 7,8 Liter Super auf 100 Kilometer. Er ist halt nicht zu schwer geraten.
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