IAA nach München vergeben

Die Tops und Flops der IAA 2019

IAA zieht von Frankfurt nach München

Verschwindet das BMW-Logo zur IAA?

Die IAA wandert von Frankfurt nach München – in die Heimatstadt von BMW. Muss der Hersteller dafür das Logo an seiner Zentrale abhängen?
Die Internationale Automobilausstellung (IAA) findet nach fast 70 Jahren in Frankfurt künftig in München statt. Das entschied am 3. März 2020 der Verband der Automobilindustrie (VDA). Als Kandidaten wurden zuletzt Berlin und Hamburg gehandelt. Die erste Münchner IAA soll Anfang September 2021 stattfinden, kurz vor dem Oktoberfest.

BMW will offenbar Logo am Firmensitz abhängen

Das "Vierzylinder"-Hochhaus von BMW steht direkt am Münchner Olympiapark.

Damit die IAA in die Heimatstadt von BMW kommt, war der Hersteller offenbar bereit, ungewöhnliche Zugeständnisse zu machen. So will BMW Berichten zufolge sein Logo an der Konzernzentrale, dem "Vierzylinder"-Hochhaus am Olympiapark, während der IAA durch das IAA-Logo ersetzen. Aus Branchenkreisen kolportierter Grund: VW-Chef Herbert Diess wolle seine Autos ungern unter dem BMW-Hochhaus, am Sitz seines früheren Arbeitgebers und heutigen Konkurrenten präsentieren. Aus dem Umfeld des VW-Konzerns hieß es jedoch, das sei Unsinn. Einen zweiten Vorschlag für die temporäre Optik des "Propellers" gab es laut "Süddeutscher Zeitung" übrigens auch: Sonnenblumen. Nichtsdestotrotz kündigten Umweltschützer bereits Protest gegen die IAA auch an neuer Austragungsstätte an. So sagte Richard Mergner, Chef vom Bund Naturschutz (BN): "Die IAA steht mit ihrer Fokussierung auf den motorisierten Individualverkehr und SUVs für eine Mobilitätspolitik von vorgestern. Dagegen werden wir in München gegebenenfalls genauso groß wie in Frankfurt protestieren."
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Mobilitätsplattform statt reine Automesse

Ausschlaggebend für Bayerns Landeshauptstadt waren laut VDA-Präsidentin Hildegard Müller "attraktive Event-Locations, eine ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur und Kompetenz bei der Organisation von Großveranstaltungen". Nach einem kontinuierlichen Besucherschwund und dem Fehlen vieler namhafter Hersteller wie Tesla hatte sich der VDA entschieden, Europas größte Automesse von einer reinen Autoschau zu einer Mobilitätsplattform weiterzuentwickeln, auch um einen Schub für intelligente Verkehrskonzepte und Vernetzung der Verkehrsträger geben. Geplant sind eine reine Fachbesuchermesse, kleinere Stände, Eventplattformen im Olympiapark und in der Innenstadt, aber auch Kulturveranstaltungen und Diskussionsforen.

Mehr Rückhalt in Politik und Bevölkerung

Mit München haben die VDA-Verantwortlichen für die wirtschaftlich so wichtige Bühne der deutschen Autobauer die sichere Variante gewählt. Während in Berlin und Hamburg kein bedingungsloser Rückhalt von Politik und Bevölkerung zu erwarten war, ist das im Süden der Republik anders. Rund 130.000 Menschen arbeiten in der Autoindustrie, zwei Drittel der Bürger unterstützen einer Umfrage zufolge die IAA in ihrer Stadt. Im Stadtrat stimmten selbst die Grünen dafür, die bayerische Staatsregierung sagte bereits 15 Millionen Euro für die Infrastruktur zu. (Mit Material von dpa)
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