Indy 500: Alonso nicht in Top Ten

Erste Andretti-Pole seit 1987!

Marco Andretti holt sich die Pole-Position für das Indy 500. Fernando Alonso startet aus Reihe neun, ist aber zuversichtlich.
Sensation beim Indy 500: Marco Andretti sichert sich die Pole-Position im prestigeträchtigen Rennen (Sonntag, 23. August, 18 Uhr auf DAZN). Er ist der erste Fahrer der Andretti-Dynastie seit Opa Mario Andretti 1987 (Newman-Haas), dem das gelang.
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Das Andretti-Team gibt wie so oft beim Indy 500 den Ton an. Vier von sechs Fahrern des Rennstalls von Michael Andretti (Marcos Vater) schafften es in das Fast-Nine-Shootout um die Pole-Position. Marco Andretti war schon im ersten Qualifying am Samstag Schnellster, ebenso im Fast-Friday-Training, wo ihm mit einem Schnitt von etwa 376 km/h die schnellste Runde in Indianapolis seit 1996 gelungen ist!
Die Rundenzeiten in diesem Jahr sind generell schneller als die Jahre davor. Grund: Die IndyCar hat den Ladedruck für die 2,2-Liter-V6-Turbomotoren von 1,4 auf 1,5 bar erhöht, um den steigenden Luftwiderstand auszugleichen, der durch den neuen Scheiben-Cockpitschutz entsteht. Damit mobilisieren die Motoren knapp 700 PS. Honda hat gegenüber Chevrolet einen klaren Vorteil: Auf den ersten zwölf Startplätzen finden sich elf Fahrer mit Honda-Power.
Trotz gutem Team und gutem Motor kommt die Pole für Marco Andretti überraschend: In der Meisterschaft liegt er derzeit nur auf Rang 21, sein letzter IndyCar-Sieg stammt aus dem Jahr 2011. Im Winter hat der 33-Jährige eine Rennfahrerschule besucht, um wieder in Form zu kommen. 2006 verpasste er trotz eines Last-Minute-Überholmanövers gegen seinen Vater Michael Andretti den Sieg beim Indy 500 als Zweiter, weil Sam Hornish junior beiden noch ein Schnippchen schlug. Seither fährt Andretti junior den hohen Erwartungen weitgehend hinterher. „Mensch, das fühlt sich wirklich gut an, wenn einfach mal alles passt“, freut sich der Pole-Setter.
Alonso von Platz 26

Fernando Alonso

Scott Dixon wurde von Andretti um gerade mal 0,017 Sekunden geschlagen – und das nach vier Runden. Nur die Pole-Position von Ryan Briscoe 2012 und die von Al Unser 1970 war knapper. „Aber hey, mich freut das wirklich für Marco. Ich weiß, wie viel dieser Platz hier der Familie bedeutet“, sagt Dixon. Der Neuseeländer ist mit fünf IndyCar-Titeln der zweiterfolgreichste IndyCar-Fahrer der Geschichte (hinter Legende AJ Foyt). Auch 2012 führt der Ganassi-Pilot die Tabelle überlegen an. Beim Indy 500 siegte der 40-Jährige aber zuletzt 2008.
Fernando Alonso startet das Indy 500 von Rang 26. „Wir wussten, dass wir nicht den besten Quali-Speed haben“, so der zweimalige Formel-1-Weltmeister, der auch unter der schwächelnden Chevrolet-Performance leidet. „Aber under Ziel hat sich nicht geändert. Unser Rennspeed ist gut. Hier kann man auch von Rang 26 noch etwas erreichen.“ 
Allein: Von Startplatz 26 konnte noch nie ein Fahrer das Indy 500 gewinnen, Fred Frame 1932 aber immerhin von Platz 27, Ray Harroun 1911 und Louis Meyer 1936 von Rang 28.
Bitter für Alonso: Eigentlich sollte er 2020 wie 2017 für Andretti fahren. Aber Honda legte ein Veto ein. Klar ist auch: Weil Alonso 2021 und 2022 für Renault in der Formel 1 fährt, wird er das Indy 500 frühestens 2023 wieder bestreiten.
Alonsos McLaren-Teamkollegen Patricio O’Ward und Oliver Askew starten von den Plätzen 15 und 21.
Was sonst noch Thema in Indianapolis ist

+++ Bester Chevrolet-Fahrer war Rinus VeeKay auf Rang vier. Der Niederländer ist 2020 einer von fünf Rookies im Feld. Er fährt für das Team von Ed Carpenter, das in den letzten Jahren im  Qualifying stets sehr gut aufgestellt war. Ed Carpenter, der Fahrer und Teamchef zugleich ist, holte sich bereits drei Pole-Positions. Er startet 2020 allerdings nur von Rang 16.
+++ Penske leidet ebenfalls unter den PS-Defiziten von Chevrolet. Der amtierende IndyCar-Meister Josef Newgarden startet nur von Rang 13, Will Power von Rang 22, Vorjahresssieger Simon Pagenaud, von Platz 25 und Hélio Castroneves von Rang 28. Castroneves jagt seinen vierten Sieg – was bisher nur AJ Foyt, Al Unser und Rick Mears gelungen ist. 2021 will Castroneves, inzwischen 45 Jahre alt, sogar ein Vollzeit-Comeback in der IndyCar geben. Allerdings nicht bei Penske, wodurch sein 20. Indy-500-Start für Penske (!) auch sein letzter für den legendären Rennstall sein wird.
Startaufstellung Indy 500

1. Marco Andretti (Andretti/Herta-Honda)
2. Scott Dixon (Ganassi-Honda)
3. Takuma Sato (Rahal Letterman Lanigan-Honda)
4. Rinus VeeKay (Carpenter-Chevrolet)
5. Ryan Hunter-Reay (Andretti-Honda)
6. James Hinchcliffe (Andretti-Honda)
7. Alex Palou (Dale Coyne/Goh-Honda)
8. Graham Rahal (Rahal Letterman Lanigan-Honda)
9. Alexander Rossi (Andretti-Honda)
10. Colton Herta (Andretti/Harding Steinbrenner-Honda)
11. Marcus Ericsson (Ganassi-Honda)
12. Spencer Pigot (Rahal Letterman Lanigan/Citrone Buhl-Honda)
13. Josef Newgarden (Penske-Chevrolet)
14. Felix Rosenqvist (Ganassi-Honda)
15. Patricio O’Ward (McLaren SP-Chevrolet)
16. Ed Carpenter (Carpenter-Chevrolet)
17. Zach Veach (Andretti-Honda)
18. Conor Daly (Carpenter-Chevrolet)
19. Santino Ferrucci (Dale Coyne/Vasser Sullivan-Honda)
20. Jack Harvey (Meyer Shank-Honda)
21. Oliver Askew (McLaren SP-Chevrolet)
22. Will Power (Penske-Chevrolet)
23. Tony Kanaan (Foyt-Chevrolet)
24. Dalton Kellett (Foyt-Chevrolet)
25. Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet)
26. Fernando Alonso (McLaren SP-Chevrolet)
27. James Davison (Dale Coyne/Rick Ware/Byrd Belardi-Honda)
28. Hélio Castroneves (Penske-Chevrolet)
29. Charlie Kimball (Foyt-Chevrolet)
30. Max Chilton (Carlin-Chevrolet)
31. Sage Karam (Dreyer-&-Reinbold-Chevrolet)
32. JR Hildebrand (Dreyer-&-Reinbold-Chevrolet)
33. Ben Hanley (DragonSpeed-Chevrolet)

Fotos: Indycar

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