Indycar: Indy‑500‑Premiere für Mick Schumacher
Schumacher küsst die Mauer – Indy 500 entscheidet sich im Foto‑Finish

Diese 110. Ausgabe des 500-Meilen-Rennens von Indianapolis geht in die Geschichte ein. Noch nie gab es so viele Führungswechsel. Und noch nie eine so enge Entscheidung. Mick Schumacher küsst die Mauer – und hat dabei riesiges Glück.
Bild: Indycar
- Michael Zeitler
Von wegen, jedes Kind macht einen Rennfahrer eine Zehntelsekunde langsamer – wie es in einer alten Motorsport-Binsenweisheit heißt. Erst vor 18 Tagen kommt Tochter Stella auf die Welt. Jetzt krönt sich Felix Rosenqvist zum Sieger der Indy 500.
Die Entscheidung fällt nach 500 Meilen, also mehr als 800 Kilometern, erst auf den letzten Zentimetern. Und sie ist so knapp wie noch nie in der Geschichte des ältesten noch ausgetragenen Rennens der Welt. Nur 0,023 Sekunden liegt Rosenqvist am Ende vor David Malukas. Er ist der 77. Sieger des Rennens und nach Kenny Bräck (1999) und Marcus Ericsson (2022) erst der dritte Schwede überhaupt.

Felix Rosenqvist ist der Sieger des Indy 500.
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Für den 34-Jährigen vom Meyer Shank Racing ist es der bisherige Karriere-Höhepunkt. „Wir hatten den ganzen Monat ein starkes Auto. Am Ende bin ich ganz oben auf der Außenbahn gefahren. Wow.“
Zwei Rekorde beim Indy 500
Mit dem Vorsprung von 0,023 Sekunden fällt der bisherige Rekord von 1992, als Al Unser junior mit 0,043 Sekunden Vorsprung gewann. Und noch eine Bestmarke fällt: 70 Führungswechsel gibt es in diesem Jahr – mehr als je zuvor. Der alte Rekord aus dem Jahr 2013 lag bei 68.
Allein diese Zahlen zeigen, welches Spektakel die 110. Ausgabe erneut liefert. Insgesamt gibt es 628 Überholmanöver, zahlreiche Unfälle, Gelbphasen und sogar zwei Rennunterbrechungen mit der roten Flagge – einmal wegen Nieselregens, einmal nach einem heftigen Crash von Caio Collet. Alle Fahrer bleiben unverletzt.
Große Freude bei Rosenqvist – bittere Enttäuschung dagegen bei Malukas. „Es war so knapp. Ich habe keine Ahnung, was ich anders hätte machen sollen“, sagt der Zweitplatzierte unter Tränen. „Nächstes Jahr gebe ich 160 Prozent.“
Schumacher küsst die Mauer
Das Zünglein an der Waage ist am Ende auch Mick Schumacher. Kurz vor Rennende küsst der Deutsche mit seinem Rahal-Letterman-Lanigan-Dallara-Honda die Wand. Zwar kann er weiterfahren, trotzdem wird erneut Gelb gezeigt.

Mick Schumacher hält sich lange aus Zwischenfällen heraus und fährt ein solides Rennen.
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Beim Restart bleibt nur noch eine Runde. Zunächst geht Malukas in Führung, dahinter attackieren die beiden Meyer-Shank-Piloten Marcus Armstrong und Rosenqvist im Parallelflug. Erst auf der Zielgeraden setzt Rosenqvist das entscheidende Manöver gegen Malukas. IndyCar-Action pur.
Schumacher beendet seinen Premierenstart und den ersten deutschen Indy-500-Einsatz seit 1923 auf Rang 18. Lange hält er sich aus allen Zwischenfällen heraus, liegt zwischenzeitlich sogar auf Platz vier, weil er mehr Sprit spart als viele Konkurrenten und dadurch länger draußen bleiben kann.
Strategie geht nicht ganz auf
Am Ende zahlt sich die Taktik für Schumacher aber nicht aus. Sein Team Rahal Letterman Lanigan Racing geht kein großes Risiko ein und setzt nicht auf eine antizyklische Strategie.
Ganz anders Rosenqvist: Für den späteren Sieger geht genau diese Strategie voll auf, als er während einer Gelbphase außerhalb der üblichen Reihenfolge an die Box kommt.
Die meisten Führungsrunden dreht erneut Tabellenführer Alex Palou. Doch am Ende fehlen ihm Tempo und perfekte Strategie, er wird Vierter.
Schon nächste Woche geht die IndyCar-Serie auf dem Stadtkurs von Detroit weiter.
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