Italien hat 850 Radarfallen stillgelegt! Der Grund: Die Messgeräte erfüllen geltende Vorschriften nicht. Die Hersteller müssen laut italienischem Verkehrsministerium in den kommenden Monaten eine Zertifizierung beantragen, so meldet es die Nachrichtenagentur AFP. Rund 3150 Geräte wurden hingegen als konform eingestuft und dürfen weiterhin Raserfotos schießen.
Am 12. Juli 2026 traten in Italien neue Regeln für Radarfallen in Kraft. Die Blitzer müssen nicht nur Gesichter von Fahrern und Insassen unkenntlich machen, sondern auch eine Fehlertoleranz von weniger als drei Prozent bei Geschwindigkeiten über 100 Kilometern pro Stunde aufweisen – und das war bei vielen Geräten ein Problem.

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Verkehrsminister Matteo Salvini feierte die Maßnahme auf der Plattform X: "Schluss mit Geister-Blitzern, die nichts anderes waren als eine versteckte Steuer für Millionen von Arbeitnehmern und nichts mit Verkehrssicherheit zu tun hatten", erklärte der Minister. Eigentlich ist die Rechtslage eindeutig: Seit 1992 müssen Blitzer laut Straßenverkehrsordnung zertifiziert sein. Doch ein Dekret zur Umsetzung wurde nie erlassen.

Oberster Gerichtshof kippte Bußgelder

Im Jahr 2024 urteilte Italiens Oberster Gerichtshof: Bußgelder nach Geschwindigkeitskontrollen sind ungültig, wenn die Geräte lediglich von der Verwaltung "genehmigt", aber nicht "zertifiziert" worden waren. Es folgte eine Flut von Anfechtungen. Der Verbraucherverband Codacons begrüßte die neuen Vorschriften, kritisiert allerdings: "Diese Maßnahme kommt mit enormer Verspätung." In einigen Fällen hätten die Kommunen die Geräte bereits abgeschaltet, da etwaige Bußgelder als ungültig eingestuft worden wären.

Einnahmen gingen zurück

"Wer sein eigenes Leben und das Leben anderer gefährdet, muss mit äußerster Härte bestraft werden, aber Sanktionen müssen rechtmäßig sein und mit Geräten verhängt werden, die den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung vollständig entsprechen", erklärte Codacons.
Die Einnahmen aus Radarkontrollen in Italiens 20 größten Städten sanken 2025 laut Codacons um neun Prozent. Zwischen 2021 und 2025 beliefen sie sich auf insgesamt 306 Millionen Euro. Spitzenreiter ist Florenz mit mehr als 86 Millionen Euro, gefolgt von Mailand und Genua.

Fazit

von Raphael Schuderer
Blitzer, deren Messergebnisse zu hohen Strafen führen können, müssen den geltenden Vorschriften entsprechen. Unabhängig davon gilt aber: Halten Sie sich an die Tempolimits! Sie dienen der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und können Leben retten.