Auf der Basis alter Fahrgestellnummern baut Jaguar sechs Aluminium E-Type nach Plänen der 60er-Jahre. Der Prototyp der Rennfahrzeuge wird in Pebble Beach präsentiert.
Jaguar hat den ersten Lightweight E-Type aus der Serie der vergessenen Autos fertig. Auf der Basis der über 50 Jahre alten Originalpläne erstand ein vollständig aus Aluminium gefertigtes Rennauto nach den Spezifikationen von damals. In Pebble Beach 2014 präsentiert der Hersteller den silbrig lackierten Renner der Öffentlichkeit. Der Wagen wird von Hand auf einer neuen Produktionsstraße in Browns Lane gebaut – am selben Ort, wo vor einem halben Jahrhundert die ersten Fahrzeuge der Serie gebaut wurden. Dort hatte der britische Autohersteller vor 51 Jahren eine Sonderserie von Leichtbau-E-Types in der Form des legendären Renners, aber eben aus Leichtmetall gefertigt.
Ganz aus Leichtmetall: die Karosserie des neuen, alten Jaguar E-Type.
Bild: Werk
Die zwölf Alu-Jaguar waren als Rennversionen konzipiert und wurden mit Alu-Karosse versehen. Genauer gesagt: Die Karosserie, die Haube, die Heckklappe die Türen bestehen aus dem traditionell im Flugzeugbau verwandten Metall. Neben der Alu-Karosse wird bei den Leichtgewicht-E-Types auch der Motorblock sowie der Zylinderkopf aus Aluminium gegossen. Die Rennwagen wurden nur mit dem Nötigsten versehen: Innen wurde an Verzierungen gespart, außen an Chromschmuck. Aus Gewichtsgründen werden die extradünnen Türscheiben von Hand heruntergekurbelt. Insgesamt waren die Lightweight-E-Types damit 114 Kilogramm leichter als ihre stählernen Geschwister.Von 1963 an sollten 18 der E-Type-Rennversionen mit Alu-Karosse entstehen. Doch das Projekt der "Special GT E-Type Cars" endete schon 1964 nach zwölf Fahrzeugen. Im Mai 2014 zog Jaguar die sechs verbliebenen Chassis-Nummern aus der Schublade, um die vergessenen Autos nach der Spezifikation von 1963 zu bauen. Für die sechs nagelneuen Ligthweights werden auch 3,8-Liter-XK-Reihensechszylinder mit 344 PS nach Bauskizzen der 60er-Jahre gefertigt. Die Trockensumpf-geschmierten Motoren entstehen als Spiegelbild der originalen aus den 60er-Jahren. Der Fahrer schickt die Kraft über ein Vierganggetriebe auf die Räder. Für die Karosserie kommen keineswegs moderne Fertigungsmethoden zum Einsatz, sondern Handwerksarbeit wie vor fünf Jahrzehnten. Die Karosse wird aus 230 Teilen zusammengefügt.
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Der erste Aluminium-E-Type aus neuer Fertigung heißt "Car Zero" und gilt als Prototyp der Serie. Das silberne Auto mit weißem Kreis auf den Türen und der Haube – für eine spätere Startnummer beim Rennen – erwies sich schon auf der Jaguar-Teststrecke als faszinierendes Fahrzeug. Im englischen Whitley rechnen die Raubkatzenhüter mit einem großen Andrang unter Autosammlern für die Miniserie, vor allem, weil die Fahrzeuge nach FIA-Homologation für den historischen Rennsport gebaut werden. Die Autos werden daher auch nicht einfach verkauft, sondern an bekannte Marken-Liebhaber mit nachgewiesenem Interesse an historischen Rennfahrzeugen verteilt. Dem Vernehmen nach soll jeder der neuen Lightweights zwei Millionen Euro kosten.