Ein Knirps, der nicht mal kraxeln kann – und das soll ein Jeep sein? Aber klar! Zum einen sieht der Avenger genau so aus, wie wir es von der US-Marke lieben. Und zum anderen heißt bei uns jeder dritte Jeep so. Allerdings war der Start des im polnischen Tychy gebauten Avenger etwas holperig.
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Erst gab es nur die teure Elektrovariante, dann folgte ein knurriger, nicht besonders sparsamer Dreizylinder. Und schließlich die elektrisierte Variante dieses Einliter-Burschen. Ob der jetzt die goldene Mitte trifft, testen wir einfach mal.

Hinten wird es eng im Avenger

Vorn geht das Platzangebot durchaus in Ordnung, stören nur die betont einfachen Sitzpolster mit zu kurzer Beinauflage. Immerhin thronen wir 64 Zentimeter über der Fahrbahn. Hinten wird schon beim Einsteigen klar, dass der Avenger kein Riese ist. Der hohe Schweller und die recht kurze Fondtür erschweren den Zugang, die Beinfreiheit in der zweiten Reihe macht das Reisen mit vier Erwachsenen schwierig.
Jeep Avenger 1.2 e-Hybrid
Kleines SUV: Der Jeep Avenger ist nur 4,08 Meter lang. Während das Platzangebot vorne noch in Ordnung ist, fehlt hinten Kniefreiheit.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der Kofferraum bietet dank doppeltem Ladeboden ordentliche Variabilität, schluckt brauchbare 380 bis 1277 Liter. Weniger erfreulich: Die Übersicht nach hinten erweist sich als deutlich eingeschränkt, die in den breiten C-Säulen versteckten Klappgriffe der Fondtüren sind hübsch, aber unpraktisch.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Dreizyl., Turbo, 48-V-Hybrid 
Einbaulage 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Zahnriemen 
Hubraum 
1199 cm³ 
kW (PS) bei 1/min
74 (100)/5500 
Nm bei 1/min
205/1750 
Vmax
184 km/h 
Getriebe 
Sechsgang-Doppelkupplung 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
215/55 R 18 V 
Reifentyp 
Goodyear Eagle F1 
Radgröße 
7 x 18" 
Abgas CO2* 
112 g/km 
Verbrauch* 
4,9 l/100 km 
Tankinhalt 
44 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Ottopartikelfilter 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
66 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1100/620 kg 
Stützlast 
48 kg 
Kofferraumvolumen 
380–1277 l 
Länge/Breite/Höhe 
4084/1776–1981**/1536 mm 
Radstand 
2557 mm 
Grundpreis
27.300 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
32.290 Euro

Fürs Navi wird ein Aufpreis fällig

Dank kabelloser Handyanbindung (Apple und Android) lässt sich verschmerzen, dass ein Navi extra kostet (im Paket ab 1690 Euro, unter anderem mit volldigitalem 10,25-Zoll-Kombiinstrument, doppeltem Ladeboden, USB-C-Anschluss hinten, Klimaautomatik, Keyless Go, induktivem Laden etc.).
Jeep Avenger 1.2 e-Hybrid
Ein Navi mit extrabreitem Monitor kommt für 1690 Euro im Paket in den Jeep. Enthalten ist dann unter anderem auch ein digitales Cockpit.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die Bedienung über den 10,25 Zoll großen Touchscreen gelingt leicht, Home-Button und Lautstärkeregler erweisen sich als sinnvolle Ergänzung. Besonderheiten wie die Bedienung der Automatik über Drucktasten oder den an ein E-Schlagzeug erinnernden Blinkerton nehmen wir interessiert zur Kenntnis, Vorteile bieten beide aber nicht. Und mancher Kollege empfand diese Eigenheiten sogar eher als nervig.

Der Antrieb hat Optimierungspotenzial

Im e-Hybrid wird der bekannte 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo (100 PS) von einem in den Sechsgang- Doppelkuppler integrierten Elektromotor (29 PS) unterstützt. Der 0,89 kWh fassende Akku soll so bis 30 km/h auch mal den einen oder anderen Kilometer unter Strom möglich machen.
Jeep Avenger 1.2 e-Hybrid
Feinschliff nötig: Motor und Doppelkuppler arbeiten nicht immer ruckfrei zusammen. Zudem arbeitet der Antrieb durchaus geräuschvoll.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das funktioniert durchaus, ansonsten hinterlässt der zuweilen lauthals jaulende 48-Volt-Hybrid einen zwiespältigen Eindruck. Nur wer betont behutsam unterwegs ist, erlebt den Avenger als zurückhaltend, rollert entspannt mit einem Verbrauch von unter fünf Litern durchs Land. Wer es eiliger hat, muss zuweilen ruckelige Schaltvorgänge, ab Tempo 100 reichlich Antriebsgeräusche und einen Verbrauch klar über acht Liter hinnehmen (Testmix 6,1 Liter).

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
4,1 s 
0–100 km/h 
11,6 s 
0–130 km/h 
19,6 s 
0–160 km/h 
36,2 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
6,5 s 
80–120 km/h 
8,5 s 
Leergewicht/Zuladung 
1349/433 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
63/37 % 
Wendekreis links/rechts 
11,3/11,2 m 
Sitzhöhe 
640 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
37,2 m 
aus 100 km/h warm 
36,0 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
59 dB(A) 
bei 100 km/h 
66 dB(A) 
bei 130 km/h
70 dB(A)
bei 160 km/h
74 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch 
4,8 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
6,1 l S/100 km
(+24 %)
Sportverbrauch 
8,5 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
145 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
720 km 
Immerhin wirkt der e-Hybrid trotz nicht sehr spritziger Beschleunigung angenehm lebendig und handlich. Die straffe und zuweilen wenig nachgiebige Federung hält die Aufbaubewegungen in Grenzen, die leichtgängige Lenkung erweist sich als ausreichend direkt, in der Stadt wuselt der kleine Jeep lässig durch den Verkehr.

Preisliste startet bei günstigen 27.300 Euro

Mit einem Einstiegspreis von 27.300 Euro (2000 Euro mehr als der handgeschaltete Verbrenner) darf der e-Hybrid gegenüber der E-Version (ab 38.500 Euro) als günstig gelten. Immerhin fährt für das Geld aber schon eine brauchbare Ausstattung mit, inklusive Doppelkupplungsautomatik.

Wertung

Wertung
Karosserie
Platzangebot vorn okay, hinten beengt, Kofferraum klassenüblich. Nach hinten unübersichtlich.
3/5 Punkten
Antrieb
Fahrleistungen ausreichend. Hybridantrieb mit großen Gangsprüngen und "jaulig", Verbrauch okay.
3,5/5 Punkten
Fahrdynamik
Fährt sich sicher und handlich. Lenkung leichtgängig, aber ausreichend direkt. Bremse okay.
3,5/5 Punkten
Connected Car
Basis ohne Navi, aber kabellose Handykopplung. Touchmonitor okay, sehr breites Format ungünstig.
4/5 Punkten
Umwelt
Mildhybrid mit Segelfunktion, Sparverbrauch okay, bei hohem Tempo durstig. Sehr kompaktes Format.
3/5 Punkten
Komfort
Straffe Federung mit noch ordentlichem Restkomfort, gute Ausstattung. Kurze Sitze, wird laut.
3/5 Punkten
Kosten
Preis und Verbrauch gehen noch in Ordnung, aber jährliche Wartung und kurze Garantien.
3/5 Punkten
AUTO BILD-Testnote
3+
Kurz fällt nicht nur die Garantie aus (zwei Jahre Fahrzeug, sieben Jahre Durchrostung), sondern auch das Wartungsintervall. Zwischen den Werkstattbesuchen dürfen zwar bis zu 25.000 Kilometer liegen, alternativ steht der Check aber jährlich an. Ganz ehrlich: Bei Jeep hätten wir mehr Vertrauen erwartet.

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Jeep Avenger 1.2 e-Hybrid
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Jeep Avenger 1.2 e-Hybrid im Test

Fazit

Wer die freche Optik des Avenger liebt, fährt mit dem e-Hybrid nicht schlecht. Viel günstiger als der Elektriker und bei ruhiger Fahrweise sparsam – da verzeihen wir, dass der Hybrid noch Feinschliff vertragen könnte. AUTO BILD-Testnote: 3+