Der europäische Automarkt bekommt offenbar einen neuen Hoffnungsträger. Stellantis kündigt ein völlig neues Projekt für kleine und bezahlbare Elektroautos an. Die neuen Modelle sollen ab 2028 in Italien gebaut werden und könnten für viele Autofahrer erstmals wirklich erschwinglich werden.
Der Autoriese hinter Marken wie Fiat, Opel, Peugeot, Citroën oder Jeep spricht selbst von einem "bahnbrechenden" Projekt. Unter dem Namen "E-Car" plant Stellantis eine neue Generation kleiner Elektroautos speziell für Europa.

Stellantis E-Car: klein, elektrisch und möglichst günstig

Das Ziel: weg von immer größeren, teureren Elektro-SUV und zurück zu kompakten Stadtautos mit bezahlbaren Preisen. Dabei steht das "E" laut Stellantis gleich für mehrere Dinge: europäisch, emotional, elektrisch und "eco-friendly".
Produziert werden sollen die neuen Modelle ab 2028 im traditionsreichen Werk Pomigliano d'Arco bei Neapel. Dort liefen früher unter anderem erfolgreiche Fiat-Kleinwagen wie der Panda vom Band.

Renaissance der kleinen Autos?

Stellantis reagiert damit auf ein großes Problem des europäischen Markts. Gerade günstige Kleinwagen verschwinden zunehmend, weil Sicherheitsvorgaben, Elektrifizierung und hohe Entwicklungskosten die Preise nach oben treiben.
Citroën ë-C3
Bezahlbare Elektroautos sind in Europa selten geworden.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Viele Hersteller konzentrieren sich deshalb lieber auf größere und teurere Modelle mit höheren Margen. Genau diese Lücke will Stellantis jetzt offenbar schließen. Konzernchef Antonio Filosa verspricht "kleine, stilvolle Fahrzeuge", die wieder mehr Menschen den Einstieg in die Elektromobilität ermöglichen sollen.

Welche Marken profitieren?

Offiziell nennt Stellantis noch keine konkreten Modelle. Doch klar ist: Das Projekt dürfte mehrere Konzernmarken betreffen. Besonders naheliegend wären elektrische Nachfolger oder Ableger vom Fiat Panda, Citroën C3, Opel Rocks, oder Peugeot-Kleinwagen.
Gerade Fiat dürfte bei einem günstigen Elektro-Stadtauto eine Schlüsselrolle spielen. Schließlich gilt der Panda seit Jahrzehnten als Symbol für einfache und erschwingliche Mobilität in Europa.

Neue Technik soll Kosten drücken

Um die Preise niedrig zu halten, setzt Stellantis auf neue Partnerschaften und vereinfachte Technik. Moderne Elektroplattformen und gemeinsame Komponenten sollen Entwicklungskosten sparen und die Produktion beschleunigen.
Denn genau daran scheiterten viele günstige Elektroautos bislang: Sie waren am Ende kaum billiger als deutlich größere Modelle.

Kampfansage an China

Mit dem Projekt reagiert Stellantis auch auf die wachsende Konkurrenz aus China. Hersteller wie BYD oder Leapmotor drängen immer stärker mit günstigen Elektroautos nach Europa.
Die Antwort der Europäer soll nun heißen: klein, lokal produziert und bezahlbar. Ob das gelingt, wird sich allerdings erst in einigen Jahren zeigen. Bis die ersten neuen E-Cars auf die Straße rollen, müssen sich Autofahrer noch bis mindestens 2028 gedulden.