Platz 1 mit 546 von 800 Punkten: Kia Ceed 1.4 T-GDI. Ein rundum gelungener Kompakter mit nur wenigen Schwächen, aber erfreulich vielen Stärken. Allein diese sieben Jahre Garantie. Preis: ab 22.390 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 3644 Euro).
Platz 2 mit 529 von 800 Punkten: Mazda3 Skyactiv-G 2.0 150 M Hybrid. Ein Designerstück mit Nachteilen, aber endlich einem ordentlichen Benziner unter der Haube. Preis: ab 24.790 Euro (Ersparnis bei carwow.de bis zu 3569 Euro).
Von zehn neu zugelassenen Fahrzeugen hierzulande sind drei SUVs – und zwei Kompaktwagen. Mazda3 und Kia Ceed sind echte Charakterköpfe in ihrer Klasse. Den Mazda haben sie gerade frisch bzw. flott gemacht: Nach nicht einmal einem Jahr auf unseren Straßen fährt er jetzt mit einem neuen 150-PS-Benziner unter der Haube. Was der draufhat, zeigt unser Vergleich mit dem mehrfachen AUTO BILD-Testsieger und Golf-Bezwinger Kia Ceed.

Seine schöne Form kostet den Mazda3 viel Platz

Mazda3 (2019): Crashtest - Euro NCAP - Sicherheit - Infos

Mazda3 sammelt 5 Sterne

Bei gleicher Breite (1,80 Meter) und Höhe (1,44 Meter) macht sich der Mazda 14 Zentimeter länger, bietet acht Zentimeter mehr Radstand. Da muss er doch mehr Platz haben. Irrtum. Er müsste, theoretisch. Praktisch ist weniger Platz. Und das kommt so: Dem Mazda fehlt Kopffreiheit, hinten noch mehr als vorn. Grund: Die Japaner haben ihre passablen Vordersitze höher montiert als die Koreaner ihr ebenfalls ordentliches Gestühl. Und das Dach beim 3er fällt zwar sehr fotogen nach hinten ab, dies geht aber zulasten der Innenhöhe und des Einstiegs im Fond. Trotz der besseren, weil straffer gepolsterten Rückbank sitzen wir im Mazda ab etwa 1,80 Metern eher unglücklich gekrümmt. Auch der Kofferraum leidet unterm Dach-Design. Bei umgelegten Fondsitzen schluckt der Ceed 265 Liter mehr. Immerhin acht Kisten Bier (24 x 0,33 l) – die wir beim Ceed auch nur 60 Zentimeter hochwuchten müssen. Die Ladekante des 3ers liegt 16 Zentimeter höher.
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Mazda 3 2.5L e-SKYACTIV G 140ps
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* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Beide Asia-Gölfe können bei der Bedienung überzeugen

Kia Ceed
Vollkommen problemlos: Auch wenn es hier etwas mehr Schalter gibt, ist alles selbsterklärend im Ceed.
Trotz ganz unterschiedlicher Bedienlogik fühlen sich Piloten in beiden Asia-Gölfen gut aufgehoben. Sehr reduziert und clean, im Wesentlichen auf einen zentralen Dreh-Drück-Knubbel konzentriert, lenkt der Mazda erfreulich wenig vom Fahren ab. Kia setzt auf deutlich mehr Knöpfe, die aber überwiegend griffgünstig platziert und ausreichend groß sind. Ablenkung des Fahrers? Auch hier gering, weil alles selbsterklärend ist. Wenn wir meckern, dann über die schlechte Sicht nach hinten. Vor allem der Mazda macht den Schulterblick durch flache Fenster und fette C-Säulen fast sinnlos. Wir fahren los. Mein lieber Otto, nie war ein Benziner im 3er besser. Der bekannte 2,0-Liter mit Mildhybrid und Zylinderabschaltung leistet jetzt 150 PS. Die 28 Mehr-PS gegenüber dem Skyactiv-G 122 spüren wir sehr viel deutlicher als die 30 Minus-PS gegenüber dem Skyactiv-X. Schön gleichmäßig und laufruhig tritt der Vierzylinder an, braucht wie seine Brüder aber Drehzahl, Drehzahl, Drehzahl. Erst ab 3500, 4000 Touren geht es richtig vorwärts, sprudelt das Temperament.Das liegt vor allem am fehlenden Turbo und dem eher müden Drehmoment von gerade mal 213 Nm bei 4000 Umdrehungen (wie beim 122-PS!). Kleiner Trost: Die kurz und präzise rastende Sechsgang-Box macht das Schalten zum Vergnügen. Und in seiner ganzen Gelassenheit wirkt der Zweiliter-Vierzylinder durchaus sympathisch.

Beim Fahren hängt der Ceed den 3er ab

Kia Ceed (2019): Crashtest Euro NCAP - Test - Kompaktwagen

Kia Ceed im Crashtest

Im Ceed erwarten uns dann 140 Pferdchen der munteren Sorte. Dank Turbo reichen 1,4 Liter Hubraum, um auch schon bei knapp 2000 Touren Temperament erkennen zu lassen. Beim Überholen lässt der Koreaner dem japanischen Kollegen keine Chance – mit dem höheren (242 Nm) und viel früher anliegenden Drehmoment (ab 1500/min) kann man die weniger spaßige Sechsgangschaltung des Kia (längere, nicht ganz so präzise Wege) einmal öfter ignorieren. Auch holperige Wegstrecken lassen sich im Ceed besser aussitzen. Das Fahrwerk spricht insgesamt geschmeidig an, steckt viele Fahrbahnfehler gekonnt weg. Dem strafferen Mazda fehlt vor allem beim Anfedern die nötige Coolness. Kanten und Kanaldeckeln begegnet er spröde und wenig elegant, reicht sie eher originalgetreu an die Insassen weiter. Auf guten, glatten Pisten entsteht so der Eindruck einer satten Straßenlage. Und dazu passt dann die feste, aus der Mitte direkt ansprechende Lenkung.
Ein Basispreis von 24.790 Euro für den Mazda3 Skyactiv-G 2.0 und drei Jahre Garantie sind gut. Ein Golf 1.5 TSI mit 150 PS kostet immerhin 27.860 Euro und verspricht nur zwei Jahre Sorgenfreiheit. Doch 22.390 Euro Grundpreis und sieben Jahre beim Kia Ceed 1.4 T-GDI klingen einfach noch besser – daran ändern weder der im Testtrimm bei beiden etwa gleich hohe Preis von gut 27.000 Euro noch der minimal höhere Verbrauch des Kia (7,3 zu 7,2 l) etwas. Der Mazda3 gefällt mit seinem Design, der Kia mit dem besten Gesamtkonzept. Charakterköpfe sind beide.
Das Fazit: Am Ende geht der Vergleich recht deutlich zugunsten des Koreaners aus. Was viel mehr für den Kia spricht als etwa gegen den Mazda3. Im Alltag sammelt der Ceed einfach deutlich mehr Punkte als der zwar schöne, aber nicht immer praktische 3er. Der Mazda fährt sich mit dem neuen Benziner angenehm. Wem Optik wichtiger ist als Platz, könnte hier schwach werden.