Kia K9: Fahrbericht
So fährt der neue Kia K9

Der K9 soll nach Kias Vorstellungen ganz oben mitfahren. Die Koreaner wollen mit ihrem neuen Oberklasse-Auto ernsthaft mit dem BMW 7er und der Mercedes S-Klasse konkurrieren. AUTO BILD ist den Über-Kia gefahren.
Kia will das automobile Oberhaus aufmischen und tritt mit dem neuen Flaggschiff K9 allen Ernstes gegen Autos wie die Mercedes S-Klasse und den BMW 7er an. Was klingt, wie der Blech gewordene Größenwahn, ist auf den ersten Blick gar nicht so weit hergeholt. Denn nicht nur das von Peter Schreyer entworfene Design des 5,09 Meter langen Luxusliners wahrt geschickt die Balance zwischen Protz und Prestige und sieht dabei so geschickt nach 7er aus, dass der K9 nicht wie eine billige BMW-Kopie wirkt. Vor allem Ambiente und Ausstattung können auf Anhieb überzeugen. Es duftet überall nach Lack und Leder und die Hölzer sehen weniger nach Vinyl als nach Furnier aus. Im Fond reist man auf klimatisierten Liegesesseln, greift den Champagner aus dem Kühlfach, lässt den Beifahrersessel auf Knopfdruck beinahe im Handschuhfach verschwinden und belohnt sich für einen langen Arbeitstag mit ein paar spannenden Filmen auf den DVD-Monitoren.

Das Steuerrad im Kia K9 lässt sich genau so intuitiv bedienen, wie bei den Oberklasse-Konkurrenten, die der Kia herausfordert.
Bild: Werk

Absoluter Zeitgeist: Digitale Instrumente im Cockpit, gestochen scharf und gut abzulesen.
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Ab Tempo 100 rauscht und pfeift der Fahrtwind so kräftig, dass man das Rear-Seat-Entertainment ein bisschen lauter drehen muss. Und wenn man zwischendurch mal die vielen Radarkameras genauso ignoriert wie das Tempolimit von 110 km/h, dann spürt man schnell, wie sehr sich der 3,8 Liter große V6-Motor mit seinen 334 PS anstrengen muss. Die sonst so seidenweiche und geisterhafte Automatik wechselt die acht Gänge dann zwar spürbar aggressiver, ein maximales Drehmoment von rund 400 Newtonmetern ist eigentlich nicht schlecht und man fühlt förmlich, wie sich die Hinterräder in den Asphalt krallen. Doch ein echter Punch will dem immerhin 1,9 Tonnen schweren K9 nicht gelingen und jenseits von 180 Sachen wirkt der Luxusliner seltsam lahm und langatmig. Bis er tatsächlich das versprochene Spitzentempo von 240 km/h schafft, braucht man deshalb ein bisschen Geduld.

Die Seitenansicht zeigt, wo die Reise hingeht: eine stilsichere BMW-"Kopie".
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