Kia PV5 im Fahrbericht: viel Platz, wenig Van-Gefühl
Kia greift den ID.Buzz an: So fährt der neue PV5

Mit dem PV5 Passenger schielt Kia auf die Kundschaft des VW ID.Buzz. Der elektrische Van aus Korea bietet viel Platz, pfiffiges Design und Pkw-Komfort.
Bild: Kia
Mit dem PV5 bringt Kia einen echten Charakterkopf auf die Straße – auch ohne Retro-Anleihen. Der kleine Van ist nicht nur ein Fahrzeugmodell, sondern vielmehr die Basis einer ganzen Flotte elektrischer Leichtnutzfahrzeuge. Wir sind den Passenger gefahren – die Variante für alle, die statt Lasten auch gern Leute mitnehmen.
Optisch ist der knapp 4,70 Meter kurze Van eigenständig: extravagant, kantig und jugendlich cool. Ob das Design zusagt oder nicht, eines hat Kia jedenfalls geschafft: Den typischen Lieferwagen-Charakter versprüht der Elektro-Van nicht. Im Cockpit dominieren gefällige, wenn auch einfache Materialien und ein zentraler 12,9-Zoll-Touchscreen. Ein kleiner KI-Assistent unterstützt bei der Sprachsteuerung, damit die Hände sicher am Lenkrad bleiben können.

Der ia PV5 bricht mit dem klassischen Lieferwagen-Look.
Bild: Kia
Platz gibt es in diesem Kasten in Hülle und Fülle. Durch den Radstand von fast drei Metern und die hohe Sitzposition haben alle Passagiere ordentlich Platz. Der zunächst als Fünfsitzer gestartete Van schluckt bei umgeklappten Sitzlehnen gigantische 3615 Liter. Das Einladen gelingt dank der niedrigen Ladekante von nur 63 Zentimetern komfortabel. Wer noch mehr Freunde, Kollegen oder Kinder hat, darf sich freuen: Eine Version mit bis zu sieben Sitzen ist bereits in Planung.
Raumgleiter mit Steckdose
Auf der Straße ist der PV5 überraschend wendig, erinnert mehr an Pkw als Van. Die Ingenieure haben viel Wert auf Komfort gelegt und Akustik-Glas spendiert – das sorgt für angenehme Ruhe im Innenraum. Der große 163-PS-Motor hat in der Stadt und über Land genug Leistungsreserven.
Allerdings sieht Kia ihn auch klar dort, nicht gerade auf der Autobahn. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 135 km/h gedeckelt. Fahren konnten wir dort nicht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Stromverbrauch ordentlich in die Höhe schießt. Immerhin 26,7 kWh/100 km ist die offizielle WLTP-Angabe für Autobahnfahrten.

Praktisch für Alltag und Job: Der PV5 bietet bis zu 3615 Liter Ladevolumen.
Bild: Kia
Wer längere Touren vor sich hat, verbringt mit 412 Kilometern kombinierter WLTP-Reichweite zumindest moderate Zeiten an der Ladesäule. Am Gleichstrom-Schnelllader fließen bis zu 150 kW. In weniger als 30 Minuten ist der Akku von 10 auf 80 Prozent gefüllt. Ordentlich für ein Fahrzeug dieser (Preis-)Klasse.
An der heimischen Wallbox oder öffentlichen Wechselstrom-Säulen beträgt die Ladeleistung dreiphasig 10,5 kW und erfordert Geduld: Von 10 auf 100 Prozent Akkustand vergehen 6,5 Stunden. Sehr praktisch ist die Vehicle-to-Load-Funktion, kurz V2L. Über einen Adapter lassen sich externe Geräte wie E-Bikes oder Laptops mit bis zu 3,6 kW Leistung betreiben – was ziemlich genau dem Niveau einer Haushaltssteckdose entspricht.
Garantiert zum Kampfpreis
Preislich startet der Passenger in der Ausstattungslinie Essential bei 42.290 Euro in der von uns gefahrenen großen Variante (71,2-kWh-Batterie, 163 PS). Ab 38.290 Euro gibt es eine 51,5-kWh-Batterie und 122 PS. Wie bei Kia gewohnt, gehört die Sieben-Jahres-Garantie ohne Aufpreis dazu.
Das ist ein faires Angebot für einen praktischen Begleiter, der im grauen Straßenalltag optisch aus der Reihe tanzt. Zum Vergleich: Für einen VW ID.Buzz sind mindestens rund 50.000 Euro fällig.
Fahrzeugdaten: Kia PV5 Passenger (71,2 kWh)
- Motor: Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM), vorn
- Leistung: 120 kW (163 PS)
- Max. Drehmoment: 250 Nm
- Antrieb: Frontantrieb, Einganggetriebe
- 0–100 km/h: 10,6 s
- Vmax: 135 km/h
- Länge/Breite/Höhe: 4695/1895/1923 mm
- Leergewicht: 2145-2215 kg
- Kofferraum: 1330-3615 l
- Verbrauch (WLTP): 19,3 kWh/100 km
- Preis: ab 42.290 Euro
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