Mit dem Giacuzzo Sorento 2.2 CRDi stand der wohl einzige getunte Kia Sorento Deutschlands bei uns auf der Matte. Mattblaue Folierung inklusive.
André Aust
Als Nischentuner hat man es nicht einfach, schließlich sind die Absatzzahlen der Basis nicht die beste Ausgangsposition, um ordentliche Stückzahlen in den Markt zu drücken. Dass es sie trotzdem gibt, die Giacuzzos dieser Welt, bereichert die ohnehin bunte Tuningbranche dafür umso mehr.
Beim Sprint ist der getunte Sorento der Serie überlegen
Leistungsplus per Zusatzbox: 20 PS und 77 Nm mehr holt der Tuner aus dem 2,2-Liter-Diesel.
Bild: Ronald Sassen
• Längsdynamik Per Zusatzbox kitzelt Giacuzzo ein Leistungsplus von 20 PS und 77 Nm aus dem 2,2-Liter- Vierzylinder. Trotz der deutlich größeren Räder – 20 statt 18 Zoll – hat das Tuningauto mit 8,6 statt 9,4 Sekunden von 0 bis 100 km/h klar die Nase vorn. Die Höchstgeschwindigkeit sollte eigentlich nach wie vor bei abgeregelten 200 km/h liegen, was den blauen Blitz allerdings nicht davon abhielt, während unseres Tests bis auf GPS-gemessene 206 km/h zu stürmen. • Querdynamik Affinität zur Kurvenhatz wird man einem Kia Sorento nie nachsagen können. Die Lenkung ist taub, Gewicht und Schwerpunkt liegen zu hoch. Dagegen kommt auch das rundum von 235/60 R 18 auf 255/45 R 20 gewachsene Reifenformat nicht an. Allenfalls die Tieferlegung bringt eine Prise Kurvenpfeffer in die Angelegenheit.
Begeisterung geht anders: Giacuzzo gibt sich Mühe mit Folierung und Auspuff – richtig zünden tut es nicht.
Bild: Ronald Sassen
• Emotion Fehlendes Engagement kann man Giacuzzo nicht vorwerfen. Eine vierflutige Abgasanlage soll dem Dieselaggregat zumindest einen Hauch Emotion entlocken, klappen will das allerdings nicht so recht. Immerhin machen die verbauten Räder und die sauber verarbeitete Folierung in Mattblau aus dem rehbraunen Kia eine auffällige Erscheinung. • Alltag Tieferlegung und größere Räder bergen kaum bis keine spürbaren Nachteile im Alltag. • Preis/Leistung Leistungssteigerung inklusive TÜV für 1250 Euro sind angesichts der Mehrleistung ein relativ steiler Kurs. Unser Testwagen kostet mit komplettem Tuning und Extras ab Werk über 60.000 Euro. Alternativen für sportive Sorento-Besitzer sind allerdings rar, und das Angebot ist ein exklusives.
Fazit
von André Aust
Wer das Bedürfnis verspürt, seinem Kia Sorento das gewisse Etwas zu verleihen, der ist bei Giacuzzo an der richtigen, weil vermutlich einzigen Adresse. Die Leistungssteigerung zeigt Wirkung, Anbauteile und Folierung geben der Optik eine nachhaltige Auffrischung, ohne den Alltagsnutzen zu vernachlässigen.