Es gibt beeindruckendere Kompakt-SUV. Optisch, technisch, dynamisch und auch bei den Zulassungen. Trotzdem gehören Mazda CX-5 (Debüt 2011) und Kia Sportage (Deutschland-Premiere 1994) so fest zu unserem Straßenbild wie Pommes zur Currywurst. Sie sind einfach nicht mehr wegzudenken.

Zwei Kompakt-SUV im Test

2,0
gut
2,2
gut
  • vernünftiges Platzangebot
  • stabile Bremse
  • sieben Jahre Garantie
  • üppiger Kofferraum
  • bequemer Einstieg
  • fünf Jahre Garantie
  • Motor wenig Laufruhig
  • etwas kurze Sitzpolster
  • jährliche Wartung
  • wenig spritziger Motor
  • durchschnittliche Bremsleistung
  • gefühllose Lenkung
Wollen wir auch nicht. Wo doch erst letztes Jahr der Kia ein Facelift bekam und der Mazda neu aufgelegt wurde. Wir beantworten lieber die Frage, welcher der beiden Hochsitze die bessere Wahl ist. Zum Vergleich stellen sich die Benziner bis 150 PS mit Automatik und Frontantrieb. Zündung an: Beeindruckt uns, bitte!

Überblick: Welches Auto passt zu wem?

  • Kia Sportage: Wer vorne mehr Platz, bessere Fahrleistungen und die modernere Technik will, liegt mit dem Sportage richtig. Der kräftigere Turbomotor sorgt für spürbar mehr Dynamik im Alltag und auf der Autobahn.
  • Mazda CX-5: Für Fahrer, die zeitloses Design, einen hochwertigen Innenraum und viel Ladevolumen suchen, ist der CX-5 die bessere Wahl. Bis zu zwei Tonnen Anhängelast machen ihn zudem zum besseren Auto für Gespannfahrer.

Große Unterschiede im Auftritt

Der in Japan montierte CX-5 wächst mit der Neuauflage leicht, behält grundsätzlich aber den cleanen Look des Vorgängers. Dieses zeitlos-elegante Design ziehen viele dem modisch-aggressiven Style des Sportage vor, das bleibt aber Geschmackssache. Und die mäßige Übersichtlichkeit nach hinten müssen wir letztlich beiden ankreiden.
Kia Sportage 1.6 T-GDIMazda CX-5 e-Skyactiv G 141
Während der Sportage (links) eher energisch auftritt, ist das Design des CX-5 (rechts) ruhig und zeitlos. LED-Licht gehört bei beiden stets zur Serienausstattung.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die Sitze fallen im Mazda nicht gerade üppig dimensioniert aus, bieten keine ausziehbare Beinauflage und recht feste Polster mit begrenztem Seitenhalt. Auch das Platzangebot ist eher durchschnittlich bemessen, große Fahrer legen auf der Urlaubsfahrt freiwillig die eine oder andere Pause mehr ein.

Hinten sitzt man im Mazda etwas besser

Der Fond leistet etwas Wiedergutmachung. Die fast rechtwinklig aufschwingenden Türen gewähren sehr entspannten Zugang und erleichtern das Anschnallen von Kindersitzen, das Platzangebot geht auch für große Gäste in Ordnung. Allerdings lässt sich die Neigung der recht steilen Lehne nicht verstellen, fällt die Sitzfläche auch hier recht kurz aus.
Mazda CX-5 e-Skyactiv G 141Kia Sportage 1.6 T-GDI
Im Rückraum des Mazda (links) sitzen auch Erwachsene auf der 355 Millimeter hohen Rückbank noch anständig. Der Kia (rechts) bietet ähnlich viel Platz, hier stoßen die Knie aber etwas eher an.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der Sportage, der für Europa im slowakischen Zilina gefertigt wird, setzt die Schwerpunkte bei der Platzverteilung anders. Vorn geht es luftiger zu, die Sitze bieten trotz gleichfalls kurzer (und nicht ausziehbarer) Sitzfläche sowie fester Polster den etwas besseren Reisekomfort. Hinten sitzt man mit ähnlichem Raum wie im Mazda, allerdings finden lange Beine weniger Platz, die Knie stoßen früher an die Lehnen der Vordersitze.

Das größere Transporttalent zeigt der CX-5

Als Kofferträger und Umzugshelfer liegt der CX-5 klar vorn. Sein Kofferraum erweist sich als erfreulich großzügig, fasst bis zu 2019 Liter Gepäck. Da kann der keinesfalls untalentierte Kia nicht mithalten, er steckt bei umgelegten Fondsitzen zwei bis drei Urlaubskoffer (268 l) weniger weg. Auf der Habenseite verbucht der Südkoreaner dann allerdings die höhere Zuladung (593 zu 519 kg), einen verstellbaren Boden und die Entriegelung der Lehne auch vom Heck aus.
Mazda CX-5 e-Skyactiv G 141
Richtig groß: Mit umgeklappter Rücksitzlehne passen bis zu 2019 Liter in den Kofferraum des CX-5. Und er darf Anhänger mit zwei Tonnen Gewicht ziehen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Beim Mazda nerven das eher flatterige Heckrollo und die 74 Zentimeter hohe Ladekante (Kia: 72 cm). Im Gespannbetrieb punktet der Japaner dann mit vollen zwei Tonnen Anhängelast, der Kia muss bereits ab 1650 Kilogramm passen. Beide eint, dass die Heckklappe nur auf 1,86 Meter über Grund aufschwingt – heißt für große Nutzer also bücken oder Beule.

Gute Innenraum-Qualität bieten beide

Was den Arbeitsplatz des Fahrers anbelangt, legt der CX-5 noch mal nach. Solide verarbeitet und beim Homura mit feinen Materialien dekoriert war er schon vorher, jetzt gibt es neben dem 10,25-Zoll-Kombiinstrument einen 15,6 Zoll großen, gut erreichbaren Touchmonitor (Homura) für das Google-basierte Infotainment (Maps, Play Store) – das funktioniert bekannt gut. Zusätzlich laufen die Assistenzsysteme inklusive streckenbasierter Tempoanpassung und Notfallassistent flüssiger als zuvor. Weniger gefällt uns, dass die Tempoübernahme per Knopfdruck bestätigt werden muss (wie bei Kia).
Kia Sportage 1.6 T-GDIMazda CX-5 e-Skyactiv G 141
Sowohl Sportage (links) als auch CX-5 (rechts) bieten einen ordentlich verarbeiteten Arbeitsplatz. Der Mazda hat die etwas feineren Materialien und ist intuitiver zu bedienen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Der Sportage fährt ein vergleichbares Assistenz-Arsenal auf, das ebenfalls ordentlich funktioniert. Angenehm: Das Material ist geschäumt bis einfach (nicht billig!), der Qualitätseindruck insgesamt ordentlich. Die Ansicht mit klassischen Rundinstrumenten gefällt uns besonders gut, zumal sie beim Blinken jeweils das Kamerabild des rückwärtigen Verkehrs zeigen. Das Navi markiert auch freie Strecken, die Bedienung ist aber weniger intuitiv als im Mazda, die Symbole auf dem Touchscreen fallen teils recht klein aus.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder
Vierzylinder, Turbo
Vierzylinder, Mildhybrid
Einbaulage
vorn quer
vorn quer
Ventile/Nockenwellen
4 pro Zylinder/2
4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb
Kette
Kette
Hubraum
1598 cm³
2488 cm³
kW (PS) bei 1/min
110 (150)/4500
104 (141)/4500
Nm bei 1/min
250/1500
238/3500
Vmax
193 km/h
187 km/h
Getriebe
Siebengang-Doppelkupplung
Sechsstufenautomatik
Antrieb
Vorderradantrieb
Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten
Scheiben/Scheiben
Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung
235/55 R 18 V
225/55 R 19 Y
Reifentyp
Continental Eco Contact 6
Michelin Pilot Sport 4 SUV
Radgröße
7,5 x 18"
7 x 19"
Abgas CO2
165 g/km
158 g/km
Verbrauch*
7,3 l/100 km
7,0 l/100 km
Tankinhalt
54 l
56 l
Kraftstoffsorte
Super
Super
Ottopartikelfilter
Serie
–
Vorbeifahrgeräusch
65 dB(A)
65 dB(A)
Anhängelast gebr./ungebr.
1650/750 kg
2000/750 kg
Stützlast
100 kg
90 kg
Kofferraumvolumen
562–1751 l
583–2019 l
Länge/Breite/Höhe
4540/1865–2080**/1650 mm
4690/1860–2077**/1695 mm
Radstand
2680 mm
2815 mm
Grundpreis
37.640 Euro
35.990 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
44.620 Euro
45.090 Euro
Der Sprachassistent erledigt alles Wichtige bis hin zum Öffnen/Schließen der Fenster (das kann der Mazda nicht) oder dem Abschalten der Tempowarnung (zusätzlich per Knopf, wie beim Mazda). Außerdem beantwortet der Kia mit KI-Unterstützung allgemeine Wissensfragen, schweigt aber bei aktuellen Themen.

Sportlichkeit ist dem CX-5 fremd

Mazda bleibt mit seinem sehr eigenen 2,5-Liter-Saugmotor dem Komfort verpflichtet. Die 141 PS wirken eher gebremst und wenig temperamentvoll. Auch die verschliffen-verschlafen schaltende Sechsstufen-Wandlerautomatik und die recht gefühlsarme Lenkung kennen Sportlichkeit nur vom Hörensagen.
Mazda CX-5 e-Skyactiv G 141
Ein ruhiger Geselle: Der wenig temperamentvolle Motor, die etwas verschlafen schaltende Automatik und die gefühllose Lenkung entschleunigen Mazda-Piloten.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die auf langen Wellen sanft nachschwingende Federung scheint da ebenfalls voll auf Komfort-Kurs, sammelt auf nicht perfekt gepflegten Strecken aber eifrig Bodenunebenheiten ein und gibt sie gewissenhaft an die Fahrgäste weiter. Auch grobe Verwerfungen kann der CX-5 nicht verbergen, da hätten wir mehr Schluckvermögen der Feder-Dämpfer-Einheiten erwartet.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,5 s
3,5 s
0–100 km/h
9,2 s
10,6 s
0–130 km/h
15,1 s
18,5 s
0–160 km/h
25,3 s
34,7 s
Zwischenspurt
60–100 km/h
4,9 s
6,0 s
80–120 km/h
6,4 s
8,4 s
Leergewicht/Zuladung
1577/593 kg
1711/519 kg
Gewichtsverteilung v./h.
60/40 %
59/41 %
Wendekreis links/rechts
11,5/11,6 m
12,1/12,1 m
Sitzhöhe
670 mm
700 mm
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,6 m
36,1 m
aus 100 km/h warm
34,4 m
35,6 m
Innengeräusch
bei 50 km/h
58 dB(A)
58 dB(A)
bei 100 km/h
65 dB(A)
66 dB(A)
bei 130 km/h
69 dB(A)
69 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch
6,5 l S/100 km
6,6 l S/100 km
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
7,2 l S/100 km 
(-1,4 %)
7,1 l S/100 km 
(+1,4 %)
Sportverbrauch
8,5 l S/100 km
8,4 l S/100 km
CO2 (Testverbrauch)
171 g/km
168 g/km
Reichweite (Testverbrauch)
750 km
777 km

Bei den Fahrleistungen liegt der Sportage vorne

Der Kia federt etwas verbindlicher als der Mazda, aber immer noch nicht wirklich geschmeidig, dafür dringen zu viele Anregungen zu den Insassen durch. Der Aufbau bleibt auf Buckelpisten aber etwas ruhiger als der des CX-5. Der 150 PS starke Turbomotor im Kia klingt bei höheren Drehzahlen schnell angestrengt und knurrt seine Mühe ins Ohr der Passagiere.
Kia Sportage 1.6 T-GDI
Mit 9,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100 schlägt der Kia seinen Konkurrenten um über eine Sekunde. Auch mit 193 km/h Vmax liegt er vorne.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Dafür stimmen die Fahrleistungen, dem 134 Kilogramm schwereren Mazda zeigt der Südkoreaner klar die Rücklichter – und das bei Beschleunigung aus dem Stand, Zwischenspurt und Endgeschwindigkeit. Weniger überzeugend agiert der Siebengang-Doppelkuppler, der beim Anfahren/Rangieren immer wieder mal rupft und ruckelt.

Platzierung

Platzierung
Punkte*
569
552
Platz
1
2
Testnote
2,0
2,2
Fazit
Handliches Kompakt-SUV, das keine Begeisterung weckt, aber zuverlässig den Alltag erledigt – und lange Garantie bietet.
Optisch und technisch eigener Typ, der mit Platz, fairen Preisen und Gelassenheit punktet. Manchmal leicht hinter der Musik.
Beim Verbrauch bekleckert sich keiner der beiden mit Ruhm: Knapp über sieben Liter sind okay, aber nicht hitverdächtig. Die Grundpreise von weit unter 40.000 Euro klingen erst mal verlockend, gewertete Preise um 45.000 Euro allerdings etwas weniger. Auch die jährliche Wartung schmeckt uns nicht, die Garantie schon: Mazda sechs, Kia sieben Jahre – das ist durchaus beeindruckend.

Die wichtigsten Fragen zu Kia Sportage und Mazda CX-5

Wer bietet mehr Platz?

Der Sportage hat auf den Vordersitzen ein luftigeres Raumgefühl und etwas mehr Bewegungsfreiheit. Im Fond liegen beide Fahrzeuge nahe beieinander, wobei der CX-5 bei der Beinfreiheit leicht im Vorteil ist.

Wer ist dynamischer?

Der Sportage hat mit seinem 150-PS-Turbobenziner die besseren Fahrleistungen. Er beschleunigt schneller und ist im Alltag deutlich temperamentvoller als der auf Komfort ausgelegte Mazda CX-5.

Wer hat das größere Transporttalent?

Der Mazda CX-5 liegt beim Ladevolumen deutlich vorne und verpackt maximal 2019 Liter. Zudem darf er bis zu 2000 Kilogramm ziehen.

Wer hat die längere Garantie?

Beim Garantieumfang hat der Sportage die Nase vorn. Kia gewährt sieben Jahre Garantie, während Mazda für den CX-5 sechs Jahre bietet.

Bildergalerie

Kia Sportage 1.6 T-GDI Mazda CX-5 e-Skyactiv G 141
Mazda CX-5 e-Skyactiv G 141
Kia Sportage 1.6 T-GDI
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Zwei Kompakt-SUV im Vergleich

Fazit

von AUTO BILD
Leidenschaft und Lust spielen hier keine Rolle. Es geht um alltagstaugliche Familien-SUV, die bezahlbar bleiben und Zuverlässigkeit bieten (Garantien!). Das tun beide, der Kia wirkt insgesamt etwas moderner.