Kia Venga: Kaufberatung

Kia Venga: Kaufberatung

Gesucht: Der beste Venga

Der Venga bietet auf 4,08 Meter Länge viel Platz, ist funktional und noch dazu komfortabel. Fünf Jahre nach der Markteinführung spendiert Kia seinem Minivan ein Facelift. Die Kaufberatung.

Video: Kia Venga (2015)

Facelift für den Minivan

Aufgrund ihrer kompakten Abmessungen sind Minivans wendig genug für die Stadt, aber zugleich groß genug, um Mensch und Gepäck komfortabel zu bewegen. Das macht sie sowohl für Familien attraktiv als auch für weniger gelenkige Paare älteren Semesters, denen in erster Linie der bequeme Einstieg und die hohe Sitzposition entgegenkommen. Vor allem mit Ford B-Max und Opel Meriva ist dem Venga in den letzten Jahren große Konkurrenz erwachsen; dabei ist der Koreaner den deutschen Modellen in puncto Nutzwert und Ausstattung ebenbürtig, bietet für sieben Jahre oder 150.000 Kilometer Garantie und ist günstig. Zudem gefällt er mit charmantem Auftreten, heimste als eines der ersten Kia-Modelle den "red dot award" in der Kategorie Produktdesign ein. Das war im März 2010, wenige Wochen nachdem der Minivan auf den Markt kam.

Bissigere Optik, moderneres Interieur

Jetzt frischt ihn Kia auf und verleiht dem Venga eine bissigere Optik und ein moderneres Interieur. Zwar schaut er immer noch mit großen Augen, doch das verschmitzte Lächeln hat sich zu einem ernsten, bestimmenden Blick gewandelt. Das liegt am gestreckten Lufteinlass, den jetzt horizontal statt vertikal angeordnete Nebelscheinwerfer flankieren. Im Top-Modell Spirit sorgt am Leuchtenrand LED-Licht dafür, dass man am Tag besser gesehen wird. Nebeneffekt des neuen Stoßfängers: Der Venga wächst minimal in der Länge. Darüber hinaus entbehrt der opulente Grill des Markenlogos, das nun wie beim großen Bruder Carens mittig darüber zur Geltung kommt. Dazu gibt es schickere Räder und eine Chromleiste, die das Heck zwischen den Rückleuchten ziert. Sie strahlen im höchsten Ausstattungsniveau ebenfalls in LED.
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Karosserie: Platz ist in der kleinsten Hütte

Ist der doppelte Gepäckraumboden auf der oberen Stufe fixiert, entsteht eine komplett ebene Ladefläche.

Innen zeigt sich der Venga nach wie vor als guter Raumverwerter, denn üppige Kopf-, Bein- und vor allem Ellenbogenfreiheit qualifizieren ihn zum Basketballer-Transport. Die breiten und angenehm gepolsterten Vordersitze mit guter Unterstützung im Lendenwirbelbereich sowie Armlehnen ab der mittleren Linie sorgen für langstreckentauglichen Komfort. Den bietet auch die flach geformte und um 13 Zentimeter längs verschiebbare Rückbank, die fast so bequem ist wie die Drei-Sitzer-Couch im heimischen Wohnzimmer. Der Dank gebührt den langen und in der Neigung verstellbaren Lehnen, weit ausziehbaren Kopfstützen sowie einer ausklappbaren Mittelarmlehne. Zudem stört kein Mitteltunnel, der den Fußraum einschränken würde. So findet man selbst zu dritt bequem Platz.

Kia Venga: Kaufberatung

Kia VengaKia VengaKia Venga
Dass der Venga vor Funktionalität strotzt, belegt auch der serienmäßige doppelte Gepäckraumboden, welcher, auf der höchsten Stufe justiert, nach dem Umklappen der Rücksitze eine komplett ebene Ladefläche hervorbringt. Maximal 1486 Liter fasst der Venga dann – weniger als der Opel Meriva, aber mehr als der Ford B-Max. Sperrige Freizeitausrüstung und kleinere Möbel passen so problemlos hinein. Sogar Kinderwagen oder Golfbag lassen sich bei aufrecht stehender Lehne im Heck verstauen.

Der Innenraum ist im Detail verfeinert

Das Cockpit hat Kia mit Elementen in Alu-Optik aufgewertet und die Bedienung der Klimaanlage vereinfacht.

Von der praktischen Seite zeigt sich auch das Cockpit – mit großem Handschuhfach und vielen geräumigen Ablagen. Die Mittelkonsole hat Kia jetzt mit Plastikteilen in Alu-Optik und schwarzen Hochglanzflächen aufgewertet, ansonsten dominiert perforiertes Hartplastik. Unverändert blieb dagegen die Menüführung des Audiosystems: Es braucht Geduld, bis man weiß, welche Funktionen sich hinter dem großen Drehknopf samt integrierten Tasten verbergen. Die Anzeige erfolgt in einem hoch positionierten, aber schmalen Display, das gleichzeitig die Werte des Bordcomputers darstellt. Zeitgemäß ist das nicht mehr: Üblicherweise werden Restreichweite, Verbrauch und Co. im Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser ausgegeben, denn das liegt besser im Blickfeld des Fahrers. Einfacher zu bedienen ist dafür nun die Klimaanlage, deren wuchtiges und verspieltes Rundinstrument durch ergonomische Drehregler und klar beschriftete Tasten ersetzt wurde.

Preise Kia Venga
1.4 CVVT 1.6 CVVT 1.6 CRDi
5-Gang man. | – 6-Gang man. | 4-Stufen-Automatik 6-Gang man. | –
ab 14.490 Euro ab 17.590 |19.790 Euro * ab 21.740 Euro
* Preis mit Automatik bei Dream Team Edition; Preis mit Automatik bei Spirit: 21.290 Euro
Zudem spendiert Kia neue Sitzbezüge und bringt die jüngste Generation des Sieben-Zoll-Navigationssystems mit schnellerer Routenberechnung und optimierter Darstellung zum Einsatz. Prüfen konnten wir das leider nicht, da noch kein entsprechend ausgestatteter Testwagen zur Verfügung stand. Bestellbar ist das Navi aber bereits, nach wie vor jedoch nur im Technik-Paket mit Rückfahrkamera, Tempomat, Keyless-Go und Regensensor für die Top-Linie. Dabei ist es sogar 200 Euro günstiger als bisher; Spirit selbst kostet dagegen 500 Euro mehr, wobei jetzt Lenkradheizung und LED-Tagfahrlicht zum Standard gehören. Mit Klimaautomatik, Sitzheizung, Lederlenkrad und -schaltknauf sowie Alurädern, Nebelscheinwerfern und Einparkhilfe hinten ausgestattet, wird der Venga so endgültig zum Komfort-Riesen. Mehrkosten gegenüber der mittleren Linie, die all das nicht hat: 2700 Euro – ganz schön happig. Doch jetzt kommt das Beste: Kia bietet aktuell eine Dream Team Edition an, welche die oben genannten Ausstattungsextras von Spirit aufweist, aber nur 1200 Euro teurer ist als Edition 7. Ein perfekter Deal! Gegenüber Spirit muss man lediglich auf ein paar Chromdetails im Interieur, Gepäcknetz, klimatisiertes Handschuhfach, Ablagefach unterm Gepäckraumboden sowie LED-Rückleuchten und -Tagfahrlicht verzichten.

Manko: Wichtige Extras sind nicht einzeln zubuchbar

Enthaltsamkeit wird dagegen von den Basis-Käufern verlangt, denn die bekommen nicht mal eine Klimaanlage, die heutzutage zum Standard gehören sollte. Türgriffe und Außenspiegelkappen tragen zudem tristes Schwarz, die Außenspiegel sind nur manuell einstellbar. Weil sich das selbst gegen Aufpreis nicht ändern lässt, denn Kia-typisch sind Extras nicht einzeln zubuchbar, sehen wir die Investiton von 1800 Euro für Edition 7 als zwingend erforderlich. Hier darf man sich über Bluetooth, USB- und AUX-Anschluss, Multifunktionslenkrad, E-Fensterheber hinten, elektrische und beheizbare Außenspiegel sowie Klimaanlage und Mittelarmlehne vorn freuen und ist so auch für längere Touren ordentlich gerüstet.

Erste Wahl ist der 1,6-Liter-Benziner mit 125 PS

Die Lenkung dürfte bei zügig gefahrenen Etappen auf Landstraße oder Autobahn mehr Rückmeldung geben, in der Stadt lässt es sich dafür leichtgängig kurbeln.

Dabei bestätigt sich das gutmütige Wesen des Venga. Lange Bodenwellen pariert er sauber, nur auf kurze Stöße reagiert das Fahrwerk recht hoppelig. Geht es mal zu schnell in die Kurve oder ist ein hartes Ausweichmanöver unvermeidbar, untersteuert der Minivan, bleibt unter Einsatz von ESP aber sicher auf Kurs. Die Lenkung dürfte bei zügig gefahrenen Etappen auf Landstraße oder Autobahn etwas mehr Rückmeldung geben, in der Stadt lässt es sich dafür leichtgängig kurbeln. Und genau die ist das vornehmliche Einsatzgebiet des Basismotors. Dem kleinen Sauger nämlich mangelt es an Leistung. Zwar lässt er sich innerorts dank kurz abgestuftem Fünfganggetriebe relativ sparsam und schaltfaul fahren, ohne dabei mit Vibrationen zu nerven, doch zum Beschleunigen muss man am besten gleich zwei Gänge runterschalten. Die Spitze von 168 km/h erreicht er nur mühsam, brüllt dann zudem unangenehm laut und säuft, als hätte der Tank ein Loch. Wir vermissen einen Turbobenziner, der schon im niedrigen Drehzahlbereich Druck macht und sparsam zur Tat schreitet. Deutlich besser und deshalb auch erste Wahl bei den Venga-Kunden ist der 1,6-Liter-Benziner mit 125 PS. Er gibt sich untenrum kräftiger, beschleunigt zügig und ist im Gegensatz zum 1.4er auch auf der Autobahn souverän unterwegs. Hier hilft zudem der sechste Gang beim Spritsparen. Der Zuschlag an der Zapfsäule für die veraltete Vierstufen-Wandlerautomatik fällt mit 0,1 Liter minimal aus, jedoch raubt sie dem Motor Temperament, weswegen der präzise geführte Handschalter klar die bessere und noch dazu günstigere Alternative ist. Wessen Fahralltag aus einem ausgeglichenen Stadt-Autobahn-Mix besteht, ist mit dem großen Benziner bestens bedient. Viel- und ausgeprägten Langstreckenfahrern legen wir dagegen den kräftigen Diesel mit 128 PS ans Herz, der ausschließlich der Dream Team Edition und Spirit-Linie vorbehalten ist. 1450 Euro Mehrkosten verursacht er gegenüber dem 1.6 CVVT, überzeugt dafür aber mit starkem Drehmoment und gutem Durchzug in allen Drehzahlregionen.
Weitere Infos zum Kia Venga und seinen wichtigsten Konkurrenten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es hier:

Julia Winkler

Fazit

Der überarbeitete Venga ist moderner und funktionaler als bisher. Obwohl bereits Edition 7 viele Wünsche erfüllt, ist das Sondermodell Dream Team unser Tipp, denn es bietet für einen akzeptablen Aufpreis einen deutlichen Mehrwert. Dazu empfehlen wir den souveränen 1,6-Liter-Benziner (18.790 Euro), für alle Langstreckenfahrer den starken 1.6 CRDi (20.240 Euro). Was noch fehlt: Euro 6 für alle Motoren und Turboschub für die Benziner.

Stichworte:

Minivan

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