Der Automobilklub ADAC und die Stiftung Warentest haben die Ergebnisse des zweiten Teils ihres großen Kindersitz-Tests 2019 (22. Oktober) veröffentlicht. Insgesamt 20 Modelle für verschiedene Altersklassen wurden von den Testern unter die Lupe genommen. Das wichtigste Ergebnis: Laut ADAC übertrifft die Mehrheit der getesteten Kindersitze die gesetzlichen Vorschriften deutlich. 14 Modelle bekamen die Note "gut", vier erhielten die Bewertung "befriedigend". Weitere zwei Kindersitze erhielten allerdings das Urteil "mangelhaft". Direkt zur Ergebnis-Übersicht!

Zwei Kindersitze im ADAC-Test "mangelhaft"

Zwei Kindersitze fielen im neuen Test durch. Der Grund in allen Fällen: überschrittene Schadstoff-Grenzwerte. So wurde in den Bezügen des Hauck iPro Baby und des Hauck iPro Baby + iPro Base der Problemstoff Naphthalin gefunden. Die Tester orientierten sich dabei an den für Spielzeuge gültigen Grenzwerten gemäß der Richtlinie 2014/79/EU. Ursprünglich wurden auch in den Sitzen Uppababy Mesa i-Size sowie Uppababy Mesa i-Size + i-Size Base erhöhte Schadstoffwerte gefunden, allerdings musste der ADAC das Ergebnis zurückziehen: Bei den getesteten Sitzen handelte es sich um zwei Modelle für den britischen Markt. Die Sitze, die in der EU verkauft werden, wurden im Nachgang mit "gut" bewertet.

Insgesamt gute Ergebnisse beim Crashtest

Es gibt aber auch besonders gute Ergebnisse im neuen Kindersitz-Test: So bekam der BeSafe iZi Kid X3 i-Size die beste Sicherheitsbewertung aller seit 2015 vom ADAC getesteten Sitze. Sowohl im Frontal- als auch im Seiten-Crashtest vergaben die Tester die Note "sehr gut" (Gesamtnote 1,8 "gut"). Allgemein schafften alle getesteten Sitze beim Frontalcrash ein gutes Ergebnis. Lediglich der Hauck iPro Baby löste sich beim Aufprall etwas von seiner Basis. Empfehlung der Tester: den Sitz lieber ohne Basis nutzen. Mit 1,6 (gut) bekam die beste Note im Test der Swandoo Albert in Kombination mit der i-Size Basis. Ohne die Basis schneidet der Sitz mit 1,7 (gut) ab.

Test Mai 2019: "mangelhaft" für Kindersitz von Maxi-Cosi

Die Ergebnisse des ersten Kindersitz-Tests 2019 erschienen am 21. Mai: Insgesamt 31 Kindersitz-Systeme – zum Teil mit, zum Teil ohne Isofix-Basis – wurden untersucht. Ein System wurde mit "sehr gut" bewertet, 23 mit "gut", drei mit "befriedigend". Zwei Kindersitze erhielten allerdings das Urteil "mangelhaft". Die Überraschung des Tests: Das Produkt mit der besten Bewertung und einer der mit "mangelhaft" bewerteten Kindersitze stammen aus demselben Haus. Während der Maxi-Cosi Jade in Verbindung mit der Isofix-Basis 3wayFix mit "sehr gut" abschnitt, erhielt der Maxi-Cosi TobiFix wegen zu hoher Konzentration des Mittels TCPP im Bezugsstoff das Urteil "mangelhaft". TCPP ist ein Flammschutzmittel, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Die EU hat deshalb für Kinderspielzeug einen Höchstwert für TCPP festgelegt, der in dem für den TobiFix verwendeten Stoff überschritten wurde.

Chicco Oasys i-Size ist ein Sicherheitsrisiko

Der zweite Kindersitz, der mit "mangelhaft" bewertet wurde, ist die Babyschale Oasys i-Size Bebecare von Chicco. Beim ihm riss während des Frontalaufpralltest das Gurtschloss aus der Babyschale, sodass der Dummy herausgeschleudert wurde. Der Hersteller wurde vor Veröffentlichung des Tests über das Ergebnis informiert und will nach eigenen Angaben nur noch überarbeitete Babyschalen ausliefern. Der ADAC weist aber darauf hin, dass einzelne Händler das beanstandete Modell noch im Sortiment haben könnten. Eltern, die den Kindersitz bereits gekauft haben, sollten sich an den Hersteller Chicco wenden, der über seinen Kundenservice kostenlose Austauschteile anbiete.

Babywanne für Kinder bis sechs Monate

Beim mit "sehr gut" bewerteten Maxi-Cosi Jade handelt es sich nicht um einen klassischen Kindersitz, sondern um eine Babywanne, die sowohl als Kinderwagenaufsatz als auch im Auto verwendet werden kann. Anders als in einer Babyschale werden Kinder in der Wanne nicht sitzend, sondern liegend transportiert. Die Babywanne, die quer zur Fahrtrichtung auf eine Isofix-Basis montiert wird, eignet sich für Kinder im Alter bis etwa sechs Monate (40-70 cm Körpergröße).

So wurden die Kindersitze getestet

Alle getesteten Modelle wurden auf Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt untersucht. Für den Sicherheitstest wurden unter anderem ein Frontalaufprall (64 km/h) und ein Seitenaufprall (50 km/h) mit Dummys simuliert. Bei der Schadstoffprüfung wurden vor allem die Sitzbezüge auf den Gehalt gesundheitsschädlicher Substanzen überprüft.