ADAC und Stiftung Warentest: Kindersitz-Test 2019

Kindersitz-Test 2019 (ADAC & Stiftung Warentest): Ergebnisse

Zwei Kindersitze versagen im Test

ADAC und Stiftung Warentest haben Kindersitze für verschiedene Altersklassen auf Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffe getestet. Viele Sitze sind gut, aber für zwei gibt es das Urteil "mangelhaft".
Zweimal im Jahr veröffentlicht der ADAC die Ergebnisse seiner Kindersitz-Tests, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest durchgeführt werden. Die Ergebnisse des ersten Kindersitz-Test 2019 sind jetzt (21. Mai) erschienen: Insgesamt 31 Kindersitz-Systeme – zum Teil mit, zum Teil ohne Isofix-Basis – haben die Tester unter die Lupe genommen. Das wichtigste Ergebnis: Laut ADAC übertrifft die Mehrheit der getesteten Kindersitze die gesetzlichen Vorschriften deutlich. Ein System wurde mit "sehr gut" bewertet, 23 mit "gut" und drei mit "befriedigend". Zwei Kindersitze erhielten allerdings das Urteil "mangelhaft".

"Mangelhaft" für Kindersitz von Maxi-Cosi

Die Überraschung des Tests: Das Produkt mit der besten Bewertung und einer der mit "mangelhaft" bewerteten Kindersitze stammen aus dem selben Haus. Während der Maxi-Cosi Jade in Verbindung mit der Isofix-Basis 3wayFix mit "sehr gut" abschnitt, erhielt der Maxi-Cosi TobiFix wegen zu hoher Konzentration des Mittels TCPP im Bezugsstoff das Urteil "mangelhaft". TCPP ist ein Flammschutzmittel, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Die EU hat deshalb für Kinderspielzeug einen Höchstwert für TCPP festgelegt, der in dem für den TobiFix verwendeten Stoff überschritten wurde.

Chicco Oasys i-Size ist ein Sicherheitsrisiko

Der zweite Kindersitz, der mit "mangelhaft" bewertet wurde, ist die Babyschale Oasys i-Size Bebecare von Chicco. Beim ihm riss während des Frontalaufpralltest das Gurtschloss aus der Babyschale, sodass der Dummy herausgeschleudert wurde. Der Hersteller wurde vor Veröffentlichung des Tests über das Ergebnis informiert und will nach eigenen Angaben nur noch überarbeitete Babyschalen ausliefern. Der ADAC weist aber darauf hin, dass einzelne Händler das beanstandete Modell noch im Sortiment haben könnten. Eltern, die den Kindersitz bereits gekauft haben, sollten sich an den Hersteller Chicco wenden, der über seinen Kundenservice kostenlose Austauschteile anbiete.

Babywanne für Kinder bis sechs Monate

Beim mit "sehr gut" bewerteten Maxi-Cosi Jade handelt es sich nicht um einen klassischen Kindersitz, sondern um eine Babywanne, die sowohl als Kinderwagenaufsatz als auch im Auto verwendet werden kann. Anders als in einer Babyschale werden Kinder in der Wanne nicht sitzend, sondern liegend transportiert. Die Babywanne, die quer zur Fahrtrichtung auf eine Isofix-Basis montiert wird, eignet sich für Kinder im Alter bis etwa sechs Monate (40-70 cm Körpergröße).

Alle Ergebnisse im Überblick
Hersteller Modell Note
Altersklasse bis ca. 1 Jahr
Maxi-Cosi Jade + 3wayFix 1,5 (sehr gut)
Maxi Cosi Pebble Pro i-Size 1,7 (gut)
Maxi-Cosi Pebble Pro i-Size + 3wayFix 1,8 (gut)
Maxi-Cosi Pebble Pro i-Size + FamilyFix One 1,8 (gut)
Inglesina Darwin i-Size 2,0 (gut)
Inglesina Darwin i-Size + Darwin i-Size Base 2,3 (gut)
Altersklasse bis ca. 1,5 Jahre
Peg Perego Primo Viaggio i-Size + i-Size Base 1,6 (gut)
Cybex Cloud Z i-Size 1,7 (gut)
Cybex Cloud Z i-Size + Base Z 1,8 (gut)
Avionaut Pixel 2 (gut)
Avionaut Pixel + IQ Base 2,1 (gut)
Baby Jogger City Go i-Size + i-Size Base 2,3 (gut)
Nania Beone SP 2,3 (gut)
Baby Jogger City Go i-Size 2,4 (gut)
Chicco Oasys i-Size Bebecare + i-Size Base 5,5 (mangelhaft)
Altersklasse bis ca. 4 Jahre
Cybex Sirona Z R i-Size + Base Z 1,9 (gut)
Cybex Sirona Z i-Size + Base Z 2,1 (gut)
Nuna Norr 2,2 (gut)
Nachfolger Hy5.1 TT 2,7 (befriedigend)
Heyner Multifix Twist 3,1 (befriedigend)
Altersklasse bis ca. 12 Jahre
Apramo All Stages 3,8 (ausreichend)
Altersklasse ca. 1 bis 4 Jahre
Besafe iZi Modular RF i-Size + iZi Modular Base 2 (gut)
Maxi-Cosi Pear Pro i-Size + 3wayFix 2,3 (gut)
Peg Perego Viaggio FF105 + i-Size Base 2,5 (gut)
Maxi-Cosi TobiFix 4,6 (mangelhaft)
Altersklasse ca. 1 bis 7 Jahre
Britax Römer Max-Way Plus 3,6 (ausreichend)
Altersklasse ca. 1 bis 12 Jahre
Britax Römer Advansafix IV R 2,3 (gut)
Maxi-Cosi Titan Pro 2,7 (befriedigend)
Altersklasse ca. 4 bis 12 Jahre
Britax Römer Kidfix III M 1,7 (gut)
Britax Römer Adventure 2,1 (gut)
Safety 1st Road Fix 2,4 (gut)
Quelle: ADAC

So wurden die Kindersitze getestet

Alle getesteten Modelle wurden auf Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt untersucht. Für den Sicherheits-Test wurde unter anderem ein Frontalaufprall (64 km/h) und ein Seitenaufprall (50 km/h) mit Dummys simuliert. Bei der Schadstoffprüfung wurden vor allem die Sitzbezüge auf den Gehalt von gesundheitsschädlichen Substanzen überprüft. Die Noten aus jedem einzelnen Test-Kapitel finden Sie in der Bildergalerie.

ADAC und Stiftung Warentest: Kindersitz-Test 2019

Qualität hängt nicht immer vom Preis ab

Der ADAC bemängelt, dass Kindersitze immer teurer würden. So sei der Großteil der jetzt getesteten Kindersitze nicht unter 200 Euro zu erhalten. Die teuersten Sitze kosteten sogar mehr als 500 Euro. Ein hoher Preis müsse dabei nicht zwangsläufig eine hohe Qualität bedeuten. So gehört etwa der im Test durchgefallene Oasys i-Size von Chicco mit 400 Euro zu den teuersten Sitzen seiner Klasse. Andere Kindersitze, die im Test mit "gut" bewertet wurden, sind dagegen schon für unter 100 Euro zu haben. So etwa der Nania Beone SP oder der Britax Römer Adventure.

Kindersitze mit Alarmsystem

Für einige der getesteten Kindersitze kommen zurzeit Alarmsysteme in den Handel, die Eltern über eine App auf dem Mobiltelefon signalisieren, dass sich ein Kind in dem Sitz befindet. Solche Alarmsysteme werden für einen Teil der Kindersitze (für Kinder bis vier Jahre) zum Jahresende 2019 in Italien Vorschrift. Durch das Alarmsystem soll verhindert werden, dass Kinder allein in einem geparkten Auto zurückgelassen werden, was bei praller Sonneneinstrahlung für das Kind schnell zu einer lebensgefährlichen Situation werden kann. Das Alarmsystem wird über Bluetooth mit dem Telefon verbunden. Die Warnmeldung erfolgt dann, wenn sich das Mobiltelefon nicht mehr in Reichweite des Bluetooth-Signals befindet. Der ADAC hat im Rahmen des Kindersitz-Tests auch einige dieser Alarmsystem einem Kurz-Check unterzogen und weist auf mehrere Nachteile hin. So müssten zur Installation der App umfangreiche Berechtigungen erteilt werden, teilweise fehle auch eine klare Rückmeldung zum Systemstatus. Auch seien die Systeme nicht nachrüstbar, sondern könnten nur gemeinsam mit einem neuen Sitz gekauft werden.
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Autor:

Fotos: ADAC

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