Komfort-Check 2010: Sitze
Hier sitzt nicht alles

Größe allein kann nicht alles sein: Ein SUV verwöhnt besser als der Luxus-Audi A8. Bei den Sitzen gibt es am Ende einige Überraschungen. Wer kann im Komfort-Check überzeugen?
- Wolfgang König
Auch Genies können irren. "Wer bequem sitzt, schläft beim Fahren ein", pflegte Alec Issigonis, der Schöpfer des Ur-Mini, zu sagen. Und stattete seine Kreationen mit dünn gepolsterten Küchenstühlen aus. Heute wissen wir: Körpergerechte, komfortable Sitze fördern die Kondition und damit die Fahrsicherheit. Aber auch das Durchhaltevermögen der Mitfahrer. Optimal gelingt dies dem Mercedes. Als S 600 verfügt er über alle Errungenschaften der Sitztechnik, von der multiplen Verstellung bis hin zur Klimatisierung und Massage, vorn und hinten. Genial, weil superbequem. Am anderen Ende der Skala rangiert der Opel Meriva: Seine Vordersitze mögen die orthopädisch richtige Passform haben, aber sie sind auf Dauer knallhart. Im Fond stehen nur dürftig gepolsterte Miniatursitze bereit.
Große Autos haben naturgemäß Vorteile, denn sie können auch Korpulente und Großgewachsene bequem beherbergen, bieten mehr Verstellmöglichkeiten und erlauben eine entspanntere Sitzposition. Aber zumindest vorn würden wir nicht den Audi A8, sondern den BMW 5er und den X5 bevorzugen (beide mit den optionalen Komfortsitzen). Hinten hockt der 5er-Passagier zwar auf einer bequemen Bank, fühlt sich aber eingepfercht, zumal im Vergleich zum luftigen X5. Der Citroën C5 beweist, dass französische Sitze nicht pflaumenweich sein müssen – sehr angenehm, das Gestühl. Wie’s früher war, zeigt uns die alte DS: Wir versinken in lederbezogenen Sitzsäcken. Das fühlt sich erst mal luxuriös an, ist aber auf die Dauer dem Wohlbefinden nicht wirklich förderlich.
Beim Dacia Duster müssen in Sachen Sitzkomfort Abstriche gemacht werden

Bild: Sven Krieger
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