Langsam wächst die Zahl der E-Auto-Fahrer, und auch das Ladenetz fürs öffentliche Laden wird immer besser. Damit wird es einfacher und bequemer, unterwegs das Elektroauto aufzuladen. Gleichzeitig droht eine neue Kostenfalle, denn zum aktuellen Tarifdschungel kommt ein neuer Preistreiber hinzu – und es sind nicht die Stromkosten. Stattdessen treten die Roaminggebühren hervor, sie steigen in letzter Zeit deutlich. Das hat die Lade-Services-Studie 2024 des Marktforschungsunternehmens UScale ergeben.
Die Roaminggebühr dürfte vielen aus der Anfangszeit der Handytarife bekannt sein. Sie war gefürchtet, denn durch die Gebühr für die Nutzung der Infrastruktur außerhalb des Kerngebiets des Anbieters kamen teils happige Preisaufschläge zu den Gesprächsgebühren hinzu. So ist es nun auch bei der Ladeinfrastruktur. Denn immer mehr Anbieter von Ladekarten und den dazugehörigen Ladeapps schließen Verträge mit Betreibern von Ladestationen außerhalb des eigenen Netzes. Das hat vordergründig Vorteile, denn damit kann man mit dem eigenen Ladedienst auch auf Fernreisen laden.

Typ-2-Ladekabel im Vergleich

Redaktionstipp
Alternative
Vielseitig
Preistipp
Mennekes
36247
Lapp Mobility
61792
Juice
Booster 2 Deutschland (EL-JB2E2)
GreenCell
EV11
Mennekes
36292
Lapp Mobility
65311
Lapp Mobility
61790
Mennekes
36245
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7,5 Meter
7 Meter
5 Meter, verlängerbar auf bis zu 25 Meter
5 Meter
4 Meter
10 Meter
7 Meter
7,5 Meter
3,5 Kilogramm
3,01 Kilogramm
4,1 Kilogramm
2,4 Kilogramm
2,87 kg
4,79 Kilogramm
1,85 Kilogramm
2,73 Kilogramm
22 Kilowatt
22 Kilowatt
22 Kilowatt
11 Kilowatt
11 Kilowatt
22 Kilowatt
11 Kilowatt
11 Kilowatt
32 Ampere
32 Ampere
32 Ampere
16 Ampere
20 Ampere
32 Ampere
20 Ampere
20 Ampere
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
3-phasig
  • 3,5 Kilogramm leicht, 7,5 Meter lang
  • Bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung
  • 3 Kilogramm leicht, 7 Meter lang
  • Bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung
  • Geschützt nach IP55
  • Viele Adapter im Lieferumfang
  • Bis zu 22 kW Ladeleistung
  • 2,4 Kilogramm leicht
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Kompakt durch Spiralform
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Lädt mit bis zu 22 Kilowatt
  • Mit 10 Metern auch für größere Fahrzeuge lang genug
  • Geschützt nach IP55
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Mit knapp 1,9 Kilogramm leicht, 7 Meter lang
  • 2,7 Kilogramm leicht, 7,5 Meter lang
  • Für 11-Kilowatt-Laden geeignet
  • Nur Spritzwasserschutz (IP44)
    • Teuer
    • Nur 5 Meter lang, aber verlängerbar
    • Nur 5 Meter lang
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Nur nach IP20 geschützt
    • Knapp 4,8 Kilogramm schwer
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    • Nur Spritzwasserschutz (IP44)
    • Lädt nicht mit 22 Kilowatt
    Die Hoffnung war, dass sich die Anzahl der Ladeverträge und damit der Ladekarten, die jeder E-Auto-Fahrer bei sich haben sollte, langsam sinken könnte, das E-Autofahren also einfacher und auch günstiger wird. Schließlich erfordert jede Ladekarte ein bestehendes Kundenverhältnis zu einem Ladedienstanbieter: Man muss dort seine Daten und eine Bezahlmöglichkeit hinterlegen. Der Nachteil ist, wenn sich die Anbieter durch steigende Kosten die Bequemlichkeit bezahlen lassen, wie die Umfrage unter 2688 Fahrern von E-Autos im September 2024 ergab.
    Genau das kam durch die Umfrage heraus: So ist die Zahl der Ladekarten pro E-Auto-Fahrern nicht etwa gesunken, sondern vielmehr gestiegen, auf nunmehr im Schnitt 3,5 Karten pro Fahrer. Mehr noch: Elektrofahrer reagieren auf den Preisanstieg durch Roamingkosten immer häufiger mit einem Wechsel des Anbieters. Hintergrund: Wer im Netz des Anbieters lädt, zahlt weniger.
    Schnellladen bei ARAL Pulse in Lübeck an einer Tankstelle mit HPC-Ladesäulen
    Die Sorgen wachsen, dass die großen Ladestationsbetreiber weiter wachsen und an Marktkraft gewinnen, und die Preise instransparenter werden.
    Bild: Matthias Brügge / AUTO BILD
    Damit wächst der Druck auf reine Roaming-Anbieter wie Chargemap oder Plugsurfing, die den Zugang, aber kein eigenes Ladenetz anbieten. Das Gleiche gilt auch für die Ladedienste der Autohersteller, die meist über Partner wie den Anbieter DCS Ladezugänge vermarkten, aber kein eigenes Ladenetz unterhalten. Der Marktanteil dieser Anbieter ohne eigenes Netz ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.

    Lade-Apps der freien Anbieter

    Testsieger
    Sieger Bedienbarkeit
    Günstigster Ladetarif
    Sieger Funktionalität
    ADAC
    ADAC e-Charge/mobility+1
    EnBW
    mobility+ Ladetarif M
    Shell
    Shell Recharge
    Elli
    Elli Drive Highway
    Charge&Fuel
    Charge&Fuel Pro (Privatkunden)
    EWE
    EWE Go
    Maingau
    Maingau Autostrom Normalpreis
    E.ON
    E.ON Drive Comfort Flex
    Charge Now
    Charge Now Urban
    sehr gut
    sehr gut
    sehr gut
    sehr gut
    sehr gut
    sehr gut
    gut
    gut
    gut
    gut
    gut
    gut
    gut
    gut
    befriedigend
    gut
    gut
    befriedigend
    sehr gut
    sehr gut
    gut
    gut
    gut
    gut
    gut
    gut
    sehr gut
    89/100
    85/100
    82/100
    82/100
    82/100
    80/100
    78 / 100
    75/100
    69 / 100

    Gesamtpunktzahl: 100-81 Punkte = sehr gut; 80-61 Punkte = gut; 60-40 Punkte = befriedigend

    1Tarif wird durch EnBW bereit gestellt, Angebot läuft aus zum 31. Juli 2024

    Gewinner sind dagegen die Betreiber von Ladepunkten und Schnellladeparks. So wuchs der Marktanteil des Versorgers EnBW, der beides anbietet, auf 21 Prozent, der von ARAL Pulse auf 10 Prozent, gefolgt von IONITY mit 9 Prozent. Das Supercharger-Netz von Tesla erreicht 5 Prozent aller Nicht-Tesla-Fahrer und 76 Prozent aller Tesla-Besitzer. Zeitgleich sind Kooperationen ein cleverer Schachzug. So arbeitet ARAL Pulse neuerdings mit dem ADAC zusammen, der Tankstellenbetreiber gewann die Hälfte seiner Stromkunden durch die Zusammenarbeit. Die Sorge ist nun, dass die großen Anbieter immer größer werden, während es die kleineren immer schwerer haben.
    Als dritter Grund, der viele E-Auto-Fahrer zu den großen Ladestrommarken treibt, hat die Studie eine Vielzahl von Fahrern identifiziert, die erstmals elektrisch unterwegs sind. Während in den vergangenen Jahren üblich war, sich mit einer Vielzahl von Verträgen, darunter auch kleiner und lokaler Anbieter einzudecken, würden Neulinge unter den E-Auto-Fahrern eher zu den etablierten Lademarken tendieren.

    Kommentar

    Sind wir auf dem Weg zu einem verringerten Wettbewerb? Wenn die Roaming-Gebühren das Laden teurer machen, die Ladepreise noch undurchsichtiger werden und die großen Anbieter immer größer, werden es die E-Autos hierzulande noch schwerer haben. Da helfen nur klare Vorgaben der Kontrollbehörden, die Preise transparent zu machen. Am besten mit großen Preistafeln an den Ladestationen, wie an der Tankstelle.