Kreiskolbenmotor: Forschung bei Mazda
Mazda hofft auf Durchbruch beim Kreiskolbenmotor

Mazda setzt die Entwicklung des Wankelmotors fort und reaktiviert dafür die "Arbeitsgruppe Kreiskolbenmotor". Das Forscherteam soll einen Durchbruch bei der Weiterentwicklung des speziellen Motorenprinzips erzielen.
Bild: Mazda
Viele Hersteller haben sich am Kreiskolbenmotor probiert, doch keiner hat die besondere Motorenbauart so konsequent verfolgt und vorangetrieben wie Mazda. Bereits 1967 kam mit dem 110S Cosmo Sport das erste Serienmodell von Mazda mit Wankelmotor.
Und noch im 21. Jahrhundert nutzten die Japaner der Wankelmotor für den Großseriensportwagen Mazda RX-8 (2003 bis 2012). Im Plug-in-Hybrid MX-30 e-Skyactiv R-EV arbeitet seit 2023 wieder ein Wankelmotor, hier allerdings als Range Extender.
Und in Kombination mit Elektroantrieben sieht Mazda noch großes Potenzial für den Wankelmotor. Seit Februar 2024 forscht deshalb ein neu zusammengestelltes Entwicklerteam an der Weiterentwicklung des Wankelprinzips. Als Generator in einem seriellen Hybridantrieb (hier wirkt der Verbrenner, im Gegensatz zu parallelen Hybrid, nie direkt als Antrieb) besitzt der Wankelmotor laut Mazda noch großes Potenzial, um bei der Einsparung von CO2 zu helfen.
Wankelmotoren derzeit nicht besonders effizient
Mazda hofft, mit dem Team – bestehend aus 36 Ingenieuren – einen regelrechten Durchbruch in der Forschung und Entwicklung von Kreiskolbenmotoren zu erzielen. Sollte der gelingen, wäre der Wankelmotor ein brillanter Antrieb.
Zwar hat der Einsatz von Kreiskolbenmotoren auch jetzt schon ein paar entscheidende Vorteile, etwa den geringen Bauraum, ein geringes Gewicht, kaum bewegliche Teile und eine sehr gleichmäßige Kraftabgabe bei seidenweichem Lauf.
Doch gegenwärtig gibt es eben auch ein paar entscheidende Nachteile: An die Effizienz von Hubkolbenmotoren kommt der Wankel nicht heran. Die ungünstige Brennraumgestaltung bringt viel Wärmeverluste und dadurch einen schlechteren thermischen Wirkungsgrad. Zudem verursacht sie eine unvollständige Verbrennung einen höheren Ausstoß an Kohlenwasserstoffen (HC).
Seidenweicher Lauf besonders im Hybrid gefragt
Gerade im Hybridantrieb kommt jedoch der Vorteil zum Tragen, dass ein Wankelmotor deutlich leiser und nahezu ohne Vibrationen läuft, was das "Elektrofahrgefühl" kaum einschränkt. Zudem bietet sich eine Nutzung von Wasserstoff an, dieser Kraftstoff würde den Ausstoß von HC eliminieren.
Bereits Audi dachte über die Nutzung eines kleinen Wankelmotors im Elektroauto als Range Extender nach, brachte 2010 auf dem Autosalon in Genf die Studie Audi A1 e-tron mit einem kleinen Einscheiben-Wankelmotor mit 254 cm³ Kammervolumen, der als reiner Generator bei konstant 5000 Touren mit rund 15 kW den Lithium-Akku auflud. Ein Streit mit der Konzernmutter Volkswagen verhinderte jedoch die Weiterentwicklung zur Serienreife.
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