Durch den Ukraine-Krieg steigen die Preise für Benzin und Diesel, lange war das Tanken nicht so teuer. Und ein Ende der Preisspirale an der Zapfsäule ist nicht abzusehen. Jetzt große Mengen aufkaufen und einlagern? Ist das sinnvoll und erlaubt? Allgemein wird davon abgeraten, einen Vorrat an Kraftstoffen anzulegen und im häuslichen Umfeld oder gar im Fahrzeug zu lagern. Das gilt vor allem aus Sicherheitsaspekten, ist aber auch ökonomisch nicht sinnvoll, denn die Kraftstoffpreise unterliegen ständigen Schwankungen.

So lässt sich Kraftstoff transportieren

Gibt es eine maximale Anzahl von gefüllten Reservekanistern im Auto, die nicht überschritten werden darf? In Deutschland darf in Privatfahrzeugen die Gesamtmenge von 60 Liter je Reservebehälter und 240 Liter je Beförderungseinheit nicht überschritten werden. Wir raten davon ab, mit großen Mengen Benzin unterwegs zu sein.
Der ADAC rät: Mehr als zehn Liter sollte man nicht an Bord haben. Der Kanister sollte dann so weit wie möglich von den Personen im Auto entfernt stehen – idealerweise im Kofferraum. Ein Reservekanister muss dicht, fest verschließbar und bruchsicher sein.
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So lässt sich Kraftstoff lagern

Gibt es Vorschriften, wie viel Kraftstoff in der Garage maximal gelagert werden darf? Hier muss unterschieden werden, ob es sich um Benzin oder Diesel handelt. Für die Lagerung von Benzin in Garagen gilt § 17 der bayerischen Garagenverordnung, die Vorschriften in anderen Bundesländern dürften vergleichbar sein. Darin steht: "In Mittel- und Großgaragen dürfen brennbare Stoffe außerhalb von Kraftfahrzeugen nur in unerheblichen Mengen aufbewahrt werden.
In Kleingaragen dürfen bis zu 200 Liter Dieselkraftstoff und bis zu 20 Liter Benzin in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern aufbewahrt werden." Bei Diesel ist deutlich mehr erlaubt als bei Benzin, weil er nicht so leicht entzündlich und deswegen nicht so gefährlich ist.
ACHTUNG: Kraftstoffe daheim zu lagern, kann lebensgefährlich sein – sie enthalten schnell entzündliche Dämpfe, die leicht aus den Reservebehältern entweichen können. Wer trotzdem Sprit in der Garage lagern will, sollte besonders bei Kunststoffkanistern aufpassen, da diese nicht hundertprozentig luftdicht sind. Die Kraftstoff-Eigenschaften können sich dabei verändern. Außerdem besteht Vergiftungsgefahr.

Wie lange ist Treibstoff haltbar?

Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands: "Für Benzin, Diesel und auch Heizöl gibt es kein festes Mindest- oder Endhaltbarkeitsdatum. Es kann fest verschlossen, kühl und dunkel gelagert in Tanks oder Kanistern viele Monate und Jahre überdauern. Allerdings gibt es Unterschiede bei Sommer- und Winterkraftstoff. Insbesondere kann das Winter-Benzin mit seinem höheren Dampfdruck dazu führen, dass bei wärmeren Temperaturen ein heißer Motor nicht startet."

Welche Regeln gelten für Kanister?

Zum Befüllen mit Kraftstoff sind beliebige Kunststoffmaterialien ungeeignet – deren Material kann sich im Kontakt mit Benzin auflösen. Deshalb sind ausschließlich Behälter mit speziellen Eigenschaften und einer entsprechenden Kennzeichnung (RKK-Zulassung) zu verwenden (auch bei Metallbehältern).
Die sogenannte RKK-Zulassung (RKK steht für Reservekraftstoff-Kanister) ist am Behälter eingeprägt oder eingegossen. An dieser Kennzeichnung sind erkennbar: • Hersteller • Nennvolumen • Zulassungskennzeichen (z. B. 01/BAM/3.10/3/84) • Fertigungsmonat und -jahr • Mindestmaße ohne Verschluss und Zubehör • Text: "Nur für Otto- oder Dieselkraftstoff zum Einzelgebrauch in Kraftfahrzeugen" • Etikett mit Gefahrensymbol "Flamme".
Bei Kunststoff-Kanistern altert das Material, es lässt mit den Jahren nach. Auf  Kanistern ist das Herstellungsjahr meist aufgeprägt, nach etwa zehn Jahren sollten sie ersetzt werden. Wichtig: Metallkanister auf rostige Stellen überprüfen! (Hier finden Sie 12 Tipps der Redaktion zum Spritsparen.)

Von

Raphael Schuderer