Lackschicht-Messgeräte: Test
Diese Messgeräte entlarven Reparaturen am Lack
Lackschichtmessgeräte sind für Kfz-Gutachter unerlässlich und erfreuen sich auch unter Hobbybastlern wachsender Beliebtheit. AUTO BILD Klassik hat zehn verschiedene Geräte auf den Prüfstand gestellt.
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Ein glänzender Lack kann sowohl Laien als auch Profis täuschen, denn die wahre Beschaffenheit unter der polierten Oberfläche bleibt ohne spezielle Hilfsmittel oft verborgen. Lackdickenmessgeräte sind hier die Lösung. Im professionellen Sektor sind diese Geräte seit Jahrzehnten etabliert und für Kfz-Gutachter unverzichtbar. Doch auch Liebhaber von Oldtimern setzen zunehmend auf diese Technologie, um beim Erwerb von Klassikern keine bösen Überraschungen zu erleben. AUTO BILD hat zehn solcher Lackdickenmessgeräte einer Prüfung unterzogen.
Das Q-Nix 5500 ist ein hervorragend verarbeitetes, über einen Knopf leicht zu bedienendes Profi-Gerät. Es zeigt auf den Testblechen sehr präzise Messergebnisse, ist zudem gut ablesbar – unser Referenzgerät. Seine wechselbare Sonde für einen Messbereich von bis zu 5000 μm erhältlich ist eine sinnvolle Option für alle, die regelmäßig Lackschichten an Oldtimern messen, denn Schichtstärken von mehr als 800 μm sind bei Restaurierungen mit formgebenden Anpassungsarbeiten durchaus übliche Praxis. Im Test erreichte das Q-Nix 5500 443 von 460 Punkten und damit die Note 1,1 (sehr gut) und fuhr damit den Testsieg ein.
Das Phynix Paintcheck Plus FN liefert exakte Messergebnisse und ist intuitiv über einen Knopf bedienbar, zudem sehr kompakt. Solides Gehäuse in haptisch angenehmer Gummierung. Im Test erreichte das Phynix Paintcheck Plus FN 377 von 460 Punkten und damit die Note 2,0 (gut). Mit 505,75 Euro (UVP) ist das Gerät zwar nicht das günstigste im Test, bietet aber die beste Leistung für den Preis.

22 BLECHE haben wir verwendet, um möglichst viele unterschiedliche,typische Oberflächen- und Schichtarten am Auto zu simulieren – nicht nur, um die Geräte zu testen, sondern auch um die Gewissheit zu haben, welche Materialien und Lackarten tatsächlich verwendet wurden. Drei Bleche bestehen aus Aluminium, alle anderen sind aus Stahl.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Wir wollten wissen: Welche Schichtstärken sind auf Karosserieoberflächen alter Autos typisch? Wie exakt arbeiten die Lackschichtmessgeräte? Unterstützt bei diesem Test haben uns Karosseriebaumeister Oliver Grubbe und Fahrzeuglackierer Željko Sturbek aus Hamburg. Um festzustellen, wie exakt die Geräte definierte Schichtstärken messen, haben wir mit allen Geräten die Schichtstärken spezieller Kontrollflächen aus Kunststoff gemessen. Diese lagen den Geräten von Q-Nix, Sauter, Phynix, BGS, KS-Tools, Busching und Etari in zehn Stärken von 48 bis 1006 μm bei. Von der definierten Schichtstärke abweichende Messwerte haben wir bewertet und farblich markiert.

Die Geräte geben Messwerte aus, diese richtig einzuordnen ist Sache des Anwenders.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Das Gerät Q-Nix 5500 hat bei den Messungen auf den Kontrollflächen die höchste Anzahl präziser Messwerte erzielt und dient deshalb als Referenzgerät für weitere Messungen auf eigens für diesen Test angefertigten Blechen. Wir haben nämlich nicht die Schichtstärken eines Oldies mit unbekanntem Lackaufbau gemessen, sondern den Fahrzeuglackierer Sturbek beauftragt, insgesamt 22 Bleche mit autotypischen Oberflächenbeschichtungen anzufertigen.

Jedes Gerät setzen wir so lange an einem Messpunkt an, bis es dreimal hintereinander einen identischen Messwert ausgibt. Wegen Unregelmäßigkeiten im Lackauftrag ist das exakte Treffen wichtig.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Aus Gründen der Übersichtlichkeit und des auf maximal 1000 μm begrenzten Messbereichs der Geräte von BGS, KS Tools und Busching haben wir in der Wertungstabelle nur Testbleche mit Schichtstärken von bis zu 750 μm aufgeführt. Alle Angaben zum Oberflächenaufbau jedes einzelnen der insgesamt 17 zum Test herangezogenen Bleche entnehmen Sie der Tabelle. Dort sehen Sie nicht nur die Abweichungen einiger Modelle zum Referenzgerät, sondern auch, welche Schichtstärken bei verschiedenen Lackarten und Untergrundarten typisch sind – ein echter Mehrwert dieses Tests

AUTO BILD hat zehn Lackschicht-Messgeräte zwischen 130 und 1000 Euro getestet. Welches Gerät entlarvt dicke Lackschichten und Spachtelmasse am besten?
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
AUTO BILD KLASSIK hat zehn Modelle in der Preisspanne von 129,95 Euro bis 909,16 Euro getestet. Allen Geräten gemeinsam ist deren Fähigkeit, sowohl auf eisenhaltigen, magnetischen Oberflächen (Fe) als auch auf nichtmagnetischen, metallischen Oberflächen (Nfe) Schichtstärken messen zu können. Die Geräte messen die Distanz zwischen der Oberfläche des Lacks und dem Trägermaterial, meist Stahlblech oder Aluminium. Die Anwendbarkeit auf magnetischen und nichtmagnetischen Metallen ist auch wichtig für jemand, der nur Stahlkarosserien messen möchte: Denn nur mit einem Nfe-tauglichen Gerät lassen sich zum Beispiel auch Stellen an einer Stahlkarosserie lokalisieren, die mit Zinn repariert wurden.
Die gebräuchliche und von allen Messgeräten ausgegebene Maßeinheit ist Mikrometer (μm, sprich: "Mü"). Die Funktionsweise der Geräte ist sehr ähnlich: Obwohl die meisten bereits werksseitig kalibriert sind, empfiehlt sich vor Gebrauch eine Kalibrierung auf den mitgelieferten Metallplättchen. Das geht so: einschalten, flach auf den Messpunkt aufsetzen und zum Ausführen einer Messung einen Knopf drücken.

Das Q-NIX 5500 mit externer 3-mm-Messsonde erzielte auf den Kontrollflächen die präzisesten Ergebnisse und diente auf den Testblechen als Referenzgerät
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Praktisch: Ein Gerät im Test liefert als einziges in diesem Testfeld neben dem Messwert selbst auch gleich dessen Interpretation mit. Das 150 Euro teure NexPTG Professional arbeitet mit einer App für iOS und Android und wird mit dem Smartphone gekoppelt, eine gute Idee für Einsteiger mit wenig Erfahrung. In Handhabung, Ausstattung und Preis überzeugt das Professional. Leider nicht bei der Präzision: Bei den Messungen auf den Testblechen stellten wi Abweichungen von bis zu 118 Prozent gegenüber unserem Referenzgerät fest. Beim überwiegenden Teil der Messungen zeigt das NexPTG deutlich geringere Schichtstärken an.
Lackschichtmessgeräte im AUTO BILD-Test – alle Ergebnisse im Detail
Hersteller | Q-NIX 5500 D2 | WÜRTH | PHYNIX | Q-NIX 1500 | ETARI | BGS | KS-TOOLS | SAUTER | BUSCHING | NexPTG |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Produkt | 3-mm-Dualsonde (Testsieger) | 0715 53 790 | Paintcheck Plus FN (Preis-Leistungs-Sieger) | 3-mm-Sonde | MD-666 | 2197 | 1.503.010 | TC 1250-0.1 FN | 100424 | Professional |
Preis* | 909,16 Euro | 549 Euro | 505,75 Euro | 891,31 Euro | 137,62 Euro | 129,95 Euro | 149,69 Euro | 520,03 Euro | 135,69 Euro | 150 Euro |
Technische Daten/Ausstattung (max.: 100 Punkte) | 89 | 89 | 89 | 72 | 61 | 51 | 51 | 55 | 51 | 83 |
Anleitung/Handhabung | ||||||||||
Lesbarkeit/Verständlichkeit der Betriebsanleitung (max. 10 Punkte) | 10 | 10 | 10 | 10 | 10 | 10 | 10 | 10 | 10 | 10 |
Bedienung des Gerätes (max.: 20 Punkte) | 20 | 20 | 20 | 20 | 18 | 5 | 5 | 15 | 5 | 15 |
Handling des Gerätes beim Messen (max.: 30 Punkte) | 30 | 25 | 30 | 28 | 28 | 25 | 25 | 25 | 25 | 25 |
Qualitätseindruck (max.: 10 Punkte) | 10 | 7 | 10 | 7 | 9 | 5 | 5 | 7 | 5 | 7 |
Gesamtpunkte Anleitung/Handhabung (max.: 70 Punkte) | 70 | 62 | 70 | 65 | 65 | 45 | 45 | 57 | 45 | 57 |
Messungen auf Kontrollflächen der Hersteller – Schichtdicke in Mikrometer (μm) | ||||||||||
Q-nix 48 μm | 48 μm | 50 μm | 46 μm | 50 μm | 52 μm | 50 μm | 47 μm | 57 μm | 46 μm | 41 μm |
Sauter 50 μm | 52 μm | 53 μm | 45 μm | 53 μm | 44 μm | 44 μm | 47 μm | 53 μm | 49 μm | 33 μm |
Etari 102 μm | 99 μm | 105 μm | 98 μm | 104 μm | 99 μm | 101 μm | 105 μm | 108 μm | 99 μm | 62 μm |
Sauter 124 μm | 125 μm | 127 μm | 118 μm | 125 μm | 120 μm | 118 μm | 127 μm | 127 μm | 118 μm | 84 μm |
Phynix 186 μm | 185 μm | 188 μm | 180 μm | 185 μm | 195 μm | 191 μm | 200 μm | 199 μm | 190 μm | 170 μm |
Q-nix 249 μm | 256 μm | 260 μm | 258 μm | 259 μm | 253 μm | 242 μm | 255 μm | 266 μm | 247 μm | 186 μm |
Sauter 290 μm | 293 μm | 294 μm | 286 μm | 291 μm | 283 μm | 269 μm | 287 μm | 292 μm | 276 μm | 233 μm |
Sauter 403 μm | 401 μm | 403 μm | 397 μm | 399 μm | 409 μm | 387 μm | 415 μm | 419 μm | 414 μm | 373 μm |
Sauter 755 μm | 758 μm | 776 μm | 770 μm | 755 μm | 778 μm | 756 μm | 785 μm | 782 μm | 764 μm | 747 μm |
BGS/KS-Tools/Busching 1006 μm | 1091 μm | 1110 μm | 1090 μm | 1100 μm | 1087 μm | 1036 μm | 1065 μm | 1006 μm | 1057 μm | 940 μm |
Messungen auf angefertigten Testblechen – Schichtdicke in Mikrometer (μm) | ||||||||||
Unbehandelte Testbleche Stahl, plan | ||||||||||
unbehandelt | 0 μm | 0 μm | 0 μm | 0 μm | 5 μm | 3 μm | 9 μm | 4 μm | 2 μm | 0 μm |
feuerverzinkt | 25 μm | 24 μm | 19 μm | 20 μm | 19 μm | 15 μm | 34 μm | 27 μm | 21 μm | 26 μm |
Lackierte Testbleche plan | ||||||||||
Stahl: Zinkspray | 89 μm | 98 μm | 111 μm | 95 μm | 114 μm | 102 μm | 104 μm | 113 μm | 114 μm | 54 μm |
Stahl: Industrielack | 61 μm | 64 μm | 67 μm | 71 μm | 72 μm | 61 μm | 69 μm | 79 μm | 65 μm | 54 μm |
Stahl: Haftgrund, Wasserbasis-Unilack, Acryl-Klarlack | 84 μm | 85 μm | 82 μm | 80 μm | 94 μm | 94 μm | 83 μm | 93 μm | 94 μm | 51 μm |
Stahl: Haftgrund, Wasserbasis-Metalliclack, Acryl-Klarlack | 85 μm | 71 μm | 68 μm | 66 μm | 83 μm | 62 μm | 63 μm | 78 μm | 73 μm | 46 μm |
Stahl: Haftgrund, Acryl-Unilack, Acryl-Klarlack | 145 μm | 146 μm | 144 μm | 139 μm | 156 μm | 144 μm | 152 μm | 157 μm | 161 μm | 112 μm |
Stahl: Haftgrund, Acryl-Metalliclack, Acyl-Klarlack | 71 μm | 77 μm | 76 μm | 74 μm | 91 μm | 78 μm | 78 μm | 156 μm | 83 μm | 50 μm |
Stahl: Haftgrund, Acryl-Metalliclack, 2x Acryl-Klarlack | 136 μm | 136 μm | 138 μm | 128 μm | 145 μm | 132 μm | 135 μm | 146 μm | 145 μm | 102 μm |
Stahl: 3x Acryl-HS-Füller, Acryl-Unilack | 185 μm | 187 μm | 186 μm | 183 μm | 192 μm | 176 μm | 187 μm | 197 μm | 190 μm | 148 μm |
Stahl: 2K-Primer, Spritzspachtel, Acryl-Unilack | 477 μm | 488 μm | 485 μm | 474 μm | 484 μm | 462 μm | 487 μm | 496 μm | 447 μm | 416 μm |
Stahl: EP-Primer, Acryl-Unilack | 173 μm | 169 μm | 168 μm | 165 μm | 178 μm | 164 μm | 170 μm | 179 μm | 176 μm | 131 μm |
Stahl: Haftgrund, Kunstharzlack | 115 μm | 122 μm | 123 μm | 122 μm | 141 μm | 117 μm | 121 μm | 131 μm | 131 μm | 82 μm |
Aluminium: Haftgrund, Acryl-Unilack | 85 μm | 90 μm | 86 μm | 88 μm | 101 μm | 91 μm | 98 μm | 93 μm | 159 μm | 133 μm |
Aluminium: Haftgrund, Acryl-Metalliclack | 34 μm | 34 μm | 37 μm | 33 μm | 43 μm | 38 μm | 37 μm | 36 μm | 60 μm | 74 μm |
Aluminium: Haftgrund, Acryl-Metalliclack, Acryl-Klarlack | 73 μm | 75 μm | 72 μm | 78 μm | 104 μm | 79 μm | 74 μm | 75 μm | 132 μm | 116 μm |
Reparierte Testbleche Stahl | ||||||||||
angeschliffen, Spachtel, 3x Acrylfüller, Uni-Acryllack | 370 μm | 373 μm | 387 μm | 360 μm | 387 μm | 365 μm | 338 μm | 379 μm | 387 μm | 359 μm |
durchgeschliffen, Spachtel, 3x Acrylfüller, Uni-Acryllack, Messpunkt durchgeschliffen** | k. M.*** | k. M.*** | k. M.*** | k. M.*** | k. M.*** | 2265 μm | 2299 μm | k. M.*** | 2308 μm | k. M.*** |
durchgeschliffen, Spachtel, 3x Acrylfüller, Uni-Acryllack, Messpunkt Rand | 743 μm | 735 μm | 765 μm | 819 μm | 737 μm | 739 μm | 837 μm | 760 μm | 774 μm | 850 μm |
Gesamtpunkte Messungen (Messgenauigkeit 0-1006 μm) (max.: 290 Punkte) | 284 | 247 | 218 | 211 | 170 | 191 | 188 | 172 | 164 | 91 |
Gesamtpunktzahl (max.: 460 Punkte) | 443 | 398 | 377 | 348 | 296 | 287 | 284 | 284 | 260 | 231 |
Fazit | Hervorragend verar-beitetes, über einen Knopf leicht zu bedienendes Profi-Gerät. Sehr präzise Messergebnisse auf den Kontrollflächen. Gut ablesbar, Messsonde wählbar. Klarer Testsieger. | Das Würth-Gerät liegt sehr gut in der Hand. Sehr leichte, selbsterklärende Bedienung über einen Knopf. Präzise Messergebnisse. Gehäuse aus Hartplastik. Hersteller des Gerätes ist Q-Nix. | Das Phynix Paintcheck Plus FN liefert exakte Messergebnisse und ist intuitiv über einen Knopf bedienbar, zudem sehr kompakt. Solides Gehäuse in haptisch angenehmer Gummierung. Kauftipp. | Der Klassiker der Kfz-Gutachter. Einfacher Aufbau: Eine Messsonde Fe auf der einen, eine NFe-Sonde auf der anderen Seite. Simpler geht es nicht. Präzise, handlich, wählbare Sondentypen. | Zufriedenstellende Präzision. Kompaktestes Gerät im Testfeld, Ausstattung mit Taschen- und UV-Lampe. Vier Knöpfe zur Bedienung, nur zwei davon zu den Messfunktionen. | Baugleich mit KS-Tools und Busching, nur andere Farbgestaltung. Obwohl der Messbereich nur bis 1000 µm reicht, liefert es einen unplausiblen Wert über 2000 µm beim durchschliffenen Blech. | Nahezu identische Ergebnisse wie BGS. Wie auch für Busching und KS-Tools gilt: handliche Pistolenform, aber umständliches Kalibrieren, rutschiges Hartplastik. Teils unplausible Werte. | Ähnlich handliche Geräteform wie Würth, aber umständlichere Bedienung. Messpräzision befriedigend. Verwirrend: Bei Messungen über Messbereich erscheint der zuletzt ermittelte Wert. | Ergebnisse zu Qualität und Bedienung identisch mit KS-Tools und BGS. Deutlich höhere Anzahl von Messwerten mit einer Abweichung von mehr als zwölf Prozent vom Referenzgerät. | Einziges Gerät, welches sich über eine Telefon-App bedienen lässt, keine eigene Anzeige. Inter-pretiert als einziges Gerät die Messwerte. Leider starke Abweichungen auf fast allen Messflächen. |
Platzierung | 1. | 2. | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 7. | 9. | 10. |
Note**** | sehr gut | gut | gut | gut | befriedigend | befriedigend | befriedigend | befriedigend | ausreichend | ausreichend |
Jedes Lackschichtmessgerät ist besser als gar keines. Wichtig für Messungen an Oldtimern: Achten Sie auf einen ausreichend großen Messbereich. Die sehr empfehlenswerten Geräte von Q-Nix können mit Sonden bis 5000 µm ausgestattet werden – Schichtstärken in dieser Größenordnung kommen bei Restaurierungen durchaus vor. Kauftipp: Oldtimertaugliche Geräte sollten Schichtdicken auf Fe und NFe bis 3000 µm präzise messen können.
Testsieger (2021): Q-Nix 5500
Preis-Leistungs-Sieger (2021): Phynix Paintcheck Plus FN
Man benötigt Erfahrung und Fachwissen zu Fahrzeuggenerationen und deren typischem Lackaufbau, um Messwerte zu Lackschichtstärken korrekt einzuordnen. Die Angaben unten können auch nur eine grobe Orientierungshilfe sein. Wichtige Regel: Die gemessenen Schichtstärken an einem Fahrzeug sollten nicht stark voneinander abweichen. Tritt zum Beispiel an einem rechten Radlauf hinten ein erheblich höherer Messwert auf als an der identischen Stelle auf der linken Fahrzeugseite, ist das ein Indiz für eine erfolgte Reparatur mit Neulackierung.
Die gemessene Gesamtschichtdicke ist die Summe aller Funktionsschichten; sie kann zum Beispiel bestehen aus einer Zinkphosphatschicht, Elektrotauchgrund, Spritzgrundierung, Spachtel, Spritzspachtel, Füller, Basis- und Klarlack oder Einschicht-Decklack. Werkslackierungen liegen meist zwischen 80 und 150 μm Schichtstärke, manuelle Nachlackierungen oberhalb von 200 μm. Selbst bei neuen Fahrzeugen kann es bereits im Werk zu Nachlackierungen und damit höheren Werten kommen. Das stellt jedoch keinen Mangel dar. Bei restaurierten Oldtimern können die Werte wegen Altlackschichten und Spachtel auch oberhalb von 800 μm liegen – das bedeutet keineswegs Pfusch!
80-150 μm: Originallack bei Wasserbasislackierungen mit Acryl-Klarlack
150-250 μm: Originallack bei alten Acryllacken oder Neulack nach Altlack-Entfernung
200-400 μm: Reparaturlackierung auf Altlackierung, dünne Spachtelschicht
300-800 μm: Neulackierung auf Spachtel oder Zinn oder/und mehrfacher Lackauftrag
über 800 μm: Spachtel-/Zinnschichten und Neulackierung
150-250 μm: Originallack bei alten Acryllacken oder Neulack nach Altlack-Entfernung
200-400 μm: Reparaturlackierung auf Altlackierung, dünne Spachtelschicht
300-800 μm: Neulackierung auf Spachtel oder Zinn oder/und mehrfacher Lackauftrag
über 800 μm: Spachtel-/Zinnschichten und Neulackierung
Weitere Themen: Carports im Vergleich
Nützliches Wissen rund um Lackschichtmessegeräte
Was ist ein gutes Lackschicht-Messgerät?
Das Q-Nix 5500 ist ein hervorragend verarbeitetes, über einen Knopf leicht zu bedienendes Profi-Gerät. Es zeigt auf den Testblechen sehr präzise Messergebnisse, ist zudem gut ablesbar - allerdings mit fast 1000 Euro auch sehr teuer. Im AUTO BILD Lackschicht-Messgeräte-Test erreichte das Q-Nix 5500 443 von 460 Punkten und damit die Note 1,1 (sehr gut) und fuhr damit den Testsieg ein.
Was kostet ein Lackschicht-Messgerät?
Wie viel ein Lackschicht-Messgerät kostet, kommt ganz auf die Ansprüche drauf an. Während es für Laien schon Billig-Geräte für rund 150 Euro gibt, kosten Profi-Geräte schnell einmal mehrere tausend Euro. Preis-Leistungs-Sieger im AUTO BILD Lackschicht-Messgeräte-Test wurde das Phynix Paintcheck Plus FN Preis-Leistungs-Sieger. Es ist mit einer UVP von 505.75 Euro nicht sonderlich günstig, aber bietet eine gute Leistung.
Welche Lackschichtdicke ist normal?
Welche Lackschichtdicke normal ist, kann nicht so einfach gesagt werden.Die gemessene Gesamtschichtdicke ist nämlich die Summe aller Funktionsschichten; sie kann zum Beispiel aus einer Zinkphosphatschicht, Elektrotauchgrund, Spritzgrundierung, Füller, Basis- und Klarlack bestehen. Werkslackierungen liegen meist zwischen 80 und 150 μm Schichtstärke, manuelle Nachlackierungen oberhalb von 200 μm. Selbst bei neuen Fahrzeugen kann es bereits im Werk zu Nachlackierungen und damit höheren Werten kommen. Das stellt jedoch keinen Mangel dar. Bei restaurierten Oldtimern können die Werte wegen Altlackschichten und Spachtel auch oberhalb von 800 μm liegen – das bedeutet keineswegs Pfusch!
80-150 μm: Originallack bei Wasserbasislackierungen mit Acryl-Klarlack
150-250 μm: Originallack bei alten Acryllacken oder Neulack nach Altlack-Entfernung
200-400 μm: Reparaturlackierung auf Altlackierung, dünne Spachtelschicht
300-800 μm: Neulackierung auf Spachtel oder Zinn oder/und mehrfacher Lackauftrag
über 800 μm: Spachtel-/Zinnschichten und Neulackierung
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