Deutschland macht auf. Nach den starken Corona-Beschränkungen geht's endlich wieder raus, ins Restaurant, an die Küste oder in den Freizeitpark. Doch wer mit dem E-Auto unterwegs ist, der dürfte trotz der wiedererlangten Freiheiten schnell frustriert sein: Noch seltener als die Sonne im verregneten Mai sieht man Ladesäulen! Lademöglichkeiten genau da, wo man sie braucht, weil man sich dort ohnehin für eine gewisse Zeit aufhält. Laden vor dem Restaurant, beim Einkaufen, im Ferienort an der See – das funktioniert nicht. Viel zu wenig öffentliche Ladesäulen, viel zu weit weg. Dabei liegt der Anteil von E-Autos und Plug-in-Hybriden bei den Neuzulassungen mittlerweile bei 38 Prozent. Ein rasanter Anstieg durch die Umweltprämie des Staates. Ein Anstieg, der gewollt ist. Aber warum wird er nicht begleitet von einem massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur?
Hinweis
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Mit dem gerade erst vom Bundestag verabschiedeten Schnellladegesetz wird besonders der Ausbau an Autobahnen gefördert. Doch das reicht nicht, geht an der Lebenswirklichkeit vieler Autofahrer vorbei. Niemand macht seinen Einkauf an der Raststätte. Ladestationen bieten sich vor allem da an, wo länger geparkt wird und die Zeit sinnvoll genutzt werden kann. Tröpfchenweise die Säulen aufzubauen, hilft nicht. Es muss das ganze Füllhorn ausgeschüttet werden. Wer kauft noch Getränke für eine Party, wenn die Gäste längst da sind? Wozu unangebrachte staatliche Zurückhaltung bei der Bereitstellung von nötigen Mitteln führt, das hat die gesamte Bundesrepublik zuletzt beim Mangel an Corona-Impfungen gespürt. E-Auto fahren muss endlich attraktiv und unkompliziert werden. Und zwar jetzt!