Fahrgemeinschaft zu dritt

Corona-Regeln im Auto: Lockdown, Notbremse, Insassen, Maskenpflicht, Reisen

Was ist während der Corona-Pandemie im Auto erlaubt?

Die Corona-Maßnahmen könnten bald zur Bundes-Notbremse werden. Alles zu den aktuellen Regeln für Autofahrer: Insassen, Maske, reisen – was ist im Auto erlaubt?

Der Kampf gegen die dritte Welle der Corona-Pandemie in Deutschland soll mit einer Bundes-Notbremse vereinheitlicht werden. Das Kabinett beschloss dazu eine Änderung des Bundesinfektionsschutzgesetzes, die jedoch noch vom Bundestag genehmigt werden muss. Auch der Bundesrat muss beteiligt werden, ist aber nicht zustimmungspflichtig. In der Änderung enthalten ist unter anderem eine Ausgangssperre, gegen die es von vielen Seiten Vorbehalte und verfassungsrechtliche Bedenken gibt.
Desinfektionsmittel und Masken

FFP2-Masken

Preis*: ab 11,99 Euro

SOS Desinfektions-Spray für Hände und Flächen

Preis*: 2,49 Euro

Einwegmasken (50 Stück)

Preis*: 7,95 Euro

Desinfektionstücher für Hände und Flächen

Preis*: 1,75 Euro

*Preise: Stand 30.03.2021
Grundsätzlich dient das Vierte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite, so der offizielle Titel, einer weiteren Kontaktbeschränkung. Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei Tagen nacheinander der Inzidenzwert (Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen) den Schwellenwert 100, gelten ab dem übernächsten Tag zusätzliche Maßnahmen.

Kontaktbeschränkungen auch im Auto

Welche Auswirkungen hat das Ganze fürs Autofahren? Was müssen Autofahrer und ihre Mitreisende beachten? Wie viele Insassen sind in einem Fahrzeug erlaubt? Gibt es eine Maskenpflicht? Welche Corona-Regeln gelten? Nun, im neuen Gesetzentwurf ist dies nicht alles explizit geregelt. Unter anderem gilt jedoch: Bundeseinheitlich sind nur noch Treffen eines Hausstandes mit einer weiteren Person gestattet, Kinder nicht mitgezählt. Das gilt auch (wie zuvor) für den privaten Bereich Auto. Zwar können Abstandsregeln (1,5 Meter) in einem Pkw kaum eingehalten werden, dennoch ist größtmöglicher Abstand angeraten, genau wie das Tragen einer Maske für haushaltsfremde Insassen. Interessant für Autofahrer ist auch, dass Werkstätten weiter geöffnet bleiben sollen, genau wie Einrichtungen von Prüforganisationen. Autohäuser bleiben dagegen geschlossen.

Der Lockdown-Beschluss von Bund und Ländern

Im Beschluss der Bund-Länder-Runde vom 22./23. März 2021 (hier im Wortlaut), der den bis zum 18. April laufenden Lockdown regelt, wird eine Tragepflicht medizinischer Masken im Auto explizit erwähnt. Allerdings kommt diese ebenfalls nur in Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 für Mitfahrer infrage, soweit diese nicht dem Hausstand des Fahrers angehören. Aktuell ist der Kampf gegen Corona auch Ländersache, Regeln speziell für Autofahrer werden allerdings auch in den Bestimmungen der Bundesländer nicht überall explizit genannt. Eine generelle Pflicht zum Tragen einer Corona-Schutzmaske wie in Bus und Bahn besteht im Auto überwiegend nicht – schon gar nicht für den Fahrer, wenn er allein unterwegs ist. Allerdings haben einige Bundesländer eine teilweise Tragepflicht von Corona-Schutzmasken für Mitinsassen. Vorgeschrieben sind – wie beim Einkauf oder im öffentlichen Personennahverkehr – FFP2-Masken oder medizinische Mund-Nase-Bedeckungen.
Empfohlen wird, nach Möglichkeit generell auf die Mitnahme haushaltsfremder Personen im eigenen Auto zu verzichten. Außerdem gilt die bekannte "AHA"-Formel (Abstand + Hygiene + Alltagsmaske), erweitert um ein L (wie Lüften) und ein weiteres A (wie App benutzen, gemeint ist die Corona-Warn-App). Das Stoßlüften ist gerade in einem Auto ratsam und auch problemlos umsetzbar.

Corona-Schutzmaske nicht an den Innenspiegel hängen

Die Corona-Maske sollte während der Fahrt aus Sicherheitsgründen nicht am Innenspiegel hängen.

©DPA

Beim Tragen von Schutzmasken gibt es Einschränkungen am Steuer. Um die Identifizierung des Fahrers bei Verkehrsverstößen zu ermöglichen, darf laut dem Verkehrsrechtsexperten Uwe Lenhart (Frankfurt/Main) "das Gesicht von der Maske nicht so verdeckt" werden, dass er "nicht mehr erkennbar ist". Bei Zuwiderhandlung drohten demnach 60 Euro Bußgeld. In den meisten Bundesländern ist jedoch die Polizei von den Behörden angewiesen, bei Kontrollen mit Augenmaß vorzugehen. Der ADAC mahnt zudem, die Schutzmaske während der Fahrt nicht am Innenspiegel hängen zu lassen, da diese die Sicht einschränken und für Ablenkung sorgen könnte.

Kontaktbeschränkungen: fünf Personen, zwei Haushalte

Bis zur Umsetzung der bundeseinheitlichen Notbremse gelten folgende Kontaktbeschränkungen: "Bereits seit dem 8. März sind private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt möglich. Insgesamt dürfen nicht mehr als fünf Personen zusammenkommen. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Paare gelten als ein Haushalt. Das gilt auch für den Aufenthalt in der Öffentlichkeit", heißt es auf einer Infoseite der Bundesregierung zu den Maßnahmen. Und weiter: "In Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von unter 35 können der eigene Hausstand mit zwei weiteren Haushalten zusammenkommen. Allerdings dürfen sich nicht mehr als zehn Personen treffen. Kinder bis 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt, Paare gelten als ein Hausstand." Hamburg hatte wenige Tage vor dem neuen Beschluss die sogenannte Notbremse gezogen und lässt nur noch Treffen mit maximal einer haushaltsfremden Person zu.

Corona-Schnelltest für Fahrschulunterricht nötig

Die genauen Regelungen für Fahrschulen sind Ländersache.

©dpa

Maskenpflicht besteht beim praktischen Unterricht oder einer Prüfungssituation in einer Fahrschule. Fahrschulen dürfen offiziell seit dem 8. März wieder öffnen. Voraussetzung für den Unterricht ist ein entsprechendes Hygienekonzept des Betriebs und ein tagesaktueller COVID-19-Schnelltest des Fahrschülers. In einigen Bundesländern hatten Fahrschulen jedoch unter Auflagen schon früher wieder geöffnet, teilweise nur für Menschen, die einen Führerschein beruflich benötigen. Interessenten sollten sich bei ihrer lokalen Fahrschule erkundigen, auch was mögliche Fristverlängerungen für Prüfungen angeht.

Möglichst nicht auf Reisen gehen

Besonders betroffen sind nach wie vor (Auto-)Reisende. Reisen soll es nämlich möglichst gar nicht geben, weder dienstlich noch touristisch. So hieß es bereits im Beschluss vom 25. November 2020, dass "(...) alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen, insbesondere touristische Reisen auch ins Ausland unter anderem in Hinblick auf die Skisaison" zu vermeiden seien. Hinzu kommt: Bewohner eines Landkreises mit einem Inzidenzwert von über 200 (Zahl der neu infizierten Menschen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen; zum COVID-19-Dashboard des RKI) dürfen sich offiziell nicht weiter als 15 Kilometer um ihren Wohnort herum bewegen. Ausnahmen gelten nur für Fahrten zur Arbeit oder mit einem triftigen Grund, nicht aber für touristische Reisen. Allerdings kommt die "15-Kilometer-Leine" in der Praxis kaum noch zur Anwendung, auch weil Gerichte sie teilweise für rechtswidrig erklärt haben. Alle Infos zum Thema Reisen und Corona gibt es hier.

Dauerhafte Mitführpflicht für Schutzmaske im Gespräch

Die Schutzmaske gegen eine Übertragung des Coronavirus könnte bald zum ständigen Begleiter von Autofahrern in Deutschland werden. Das Bundesverkehrsministerium prüft eine Mitführpflicht von jeweils zwei Mund-Nase-Bedeckungen pro Fahrzeug, auch nach Ende der Pandemie. Auf AUTO BILD-Anfrage erklärte das Haus von Ressortchef Andreas Scheuer (CSU), möglicherweise eine solche Pflicht bei der nächsten Änderungsverordnung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) vorschlagen zu wollen. Weitere Details könnten noch nicht mitgeteilt werden. Medienberichten zufolge will sich das Ministerium an den Regelungen für Warnwesten orientieren, bei deren Missachtung ein Bußgeld von 15 Euro droht.

Fotos: DPA

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