Lärmblitzer gegen PS-Protzer
Berlin startet Lauschangriff auf Autoposer

Mit brachialem Motorengeheul nerven PS-Protze ihre Mitmenschen. Nun macht eine neue Technik Jagd auf allzu laute Autos: der Lärmblitzer. Berlin testet am Kurfürstendamm das bundesweit erste Gerät.
Bild: Jessica Lichetzki/DPA
- Raphael Schuderer
Am noblen Kurfürstendamm – eine beliebte Ecke für "Profilierungsfahrten" in aufgemotzten Luxuskarren – testet die Berliner Verkehrsverwaltung den bundesweit ersten Lärmblitzer (das sagt Sidney Hoffmann zu der Idee). Acht Wochen lang läuft das Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der TU Berlin, um zu messen, welche Autos oder Motorräder deutlich mehr Krach machen als andere.
Seit dem 31. Mai 2023 steht am Ku’damm auf Höhe der Gedächtniskirche ein Prototyp des Geräts namens "Hydre" von der Firma Viginoiz aus Frankreich. Mit mehreren Mikrofonen erkennt es sehr laute Fahrzeuge, eine Kamera könnte das Nummernschild des Autos oder Motorrads aufzeichnen (so macht der Handy-Blitzer Jagd auf Smartphone-Sünder).

Acht Wochen lang hängt der Lärmblitzer auf der Höhe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am Kurfürstendamm in Berlin.
Bild: Sören Stache/DPA
Für viele Menschen in Berlin bedeute das Thema Verkehrslärm Stress, etwa durch illegales Tuning von Fahrzeugen oder durch starkes Beschleunigen, sagte Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU). "In einer ohnehin lärmbelasteten Großstadt sind Rücksichtnahme, Respekt und Regelkonformität enorm wichtig."

Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) ist nach eigener Aussage "gespannt auf die Ergebnisse" des Forschungsprojekts.
Bild: Soeren Stache/DPA
Service-Links
