
Lamborghini Revuelto
Generation 1
: seit 2023Alle Infos zum Modell

Vorstellung
Vorstellung

Der Revuelto läutet eine neue Ära ein
Lang lebe der V12! Pünktlich zum 60. Jubiläum enthüllte Lamborghini sein neues Flaggschiff. Der Name: Revuelto! Das Design: spektakulär! Die Technik: hochkomplex!
Nach zwölf Jahren, unzähligen Versionen, Sondermodellen, Kleinserien und Einzelstücken wurde der Lamborghini Aventador 2022 in Rente geschickt. Mit dem Nachfolger Revuelto haben die Italiener eine neue Ära eingeleitet, bleiben ihrem Kern aber treu. (Eine letzte Fahrt im Lamborghini Aventador)
80 Prozent weniger Emissionen bis 2030
Was wir damit meinen? Ganz einfach: Auch eine Marke wie Lamborghini muss die immer strengeren Emissions-Vorgaben erfüllen. Dazu verfolgen die Italiener einen konkreten Plan: Bis 2025 sollen die Emissionen um 50 Prozent reduziert werden, bis 2030 gar um 80 Prozent.
Schon mit der Präsentation des Huracán-Nachfolgers, die noch 2024 stattfinden wird, soll die gesamte Produktpalette elektrifiziert werden, auch reine Elektromodelle sind längst beschlossene Sache. Wer jetzt denkt, dass die Zeit von hochdrehenden Saugmotoren damit vorbei ist, der kennt Lamborghini aber schlecht.
HPEV statt PHEV
Der Revuelto ist auf dem Papier zwar ein Plug-in-Hybrid, der sogar rein elektrisch fahren kann, doch mit einem ökofreundlichen Auto hat er praktisch nichts zu tun. Das weiß auch Lamborghini, weshalb sie augenzwinkernd nicht von einem PHEV, sondern von einem HPEV, einem High Performance Electric Vehicle, sprechen.
Bis Ende 2026 ausverkauft
Die Fahrzeuge der ersten glücklichen Kunden wurden im letzten Quartal 2023 ausgeliefert. Für die Jahre 2024 bis 2026 ist der Revuelto bereits ausverkauft. Sobald die Kapazitäten voll ausgeschöpft sind, sollen pro Tag sieben Revuelto gebaut werden. Gefertigt wird das neue V12-Topmodell übrigens im ältesten Teil der Fabrik. Dort, wo auch bereits Miura und Countach von Hand gebaut wurden.
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Preis
Preis

Basispreis: mehr als eine halbe Million Euro
Mit einem Basispreis von 502.180 Euro kostet der Revuelto mehr als der limitierte Aventador SVJ. Und das ist erst der Anfang, denn wie die Italiener verraten, kommen durchschnittlich noch gut 100.000 Euro an Individualisierungsoptionen obendrauf. Kein Wunder, bei über 400 Außen- und über 70 Innenraumfarben.
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Design
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Das Monocoque heißt Monofuselage
Neues Auto, neues Chassis: Das aus der Luftfahrt inspirierte Monocoque des Revuelto hat Lamborghini "Monofuselage" getauft. Und auch hier wurde ein gewaltiger Aufwand betrieben: Die Carbon-Fertigung wurde eigens für den Bau des Revuelto modernisiert. Das Chassis wiegt gerade mal 188 Kilo (minus zehn Prozent) und soll im Vergleich zum Aventador eine über 25 Prozent höhere Torsionssteifigkeit besitzen.

Aus der Vogelperspektive sieht man, dass die vordere Struktur des Monocoque aus Forged Composites besteht.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A
Ein weiteres technisches Highlight: Erstmals besteht die vordere Crashbox ebenfalls aus Carbon. Beim Aventador setzte Lamborghini noch auf eine Aluminium-Struktur. Jetzt kommen Forged Composites zum Einsatz. Neben einem Gewichtsvorteil kann die neue Struktur doppelt so hohe Kräfte wie bisher absorbieren.
Der hintere Teil des Chassis besteht weiterhin aus Aluminium. Allerdings verzichtet der Revuelto auf die Pushrod-Aufhängung des Aventador und setzt stattdessen auf eine Multilenker-Hinterachse.
So kann nur ein Lambo aussehen
Über das Carbon-Monocoque hat das Team um Design-Chef Mitja Borkert eine Karosserie gezeichnet, wie sie nur von Lamborghini stammen kann. Senior Exterieur Designer Nelson Simões erklärt, dass man sich beim Revuelto für einen "Spaceship-Look" entschieden habe. Was Sie nicht sagen!
Wie alle aktuellen Modelle sieht auch das neue V12-Flaggschiff aus, als wäre es nur mit dem Geodreieck gezeichnet wurden. Die einzig runden Elemente im Exterieur sind die Radhausausschnitte.
Die extrem weit heruntergezogene Front erinnert an den nur 63 Mal gebauten Sián, was hauptsächlich an der Leuchteinheit im Y-Style liegt. Die Tagfahrlicht-Signatur wurde so scharf wie möglich designt und zieht den ohnehin nicht gerade schmalen Revuelto noch weiter in die Breite.

Die Front des Revuelto erinnert stark an den nur 63 Mal gebauten Sián.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.
Was auf den ersten Blick nicht auffällt, der Revuelto hat in allen Dimensionen zugelegt: Er ist länger, breiter und auch höher als der Aventador. Zudem haben die Italiener den Anpressdruck signifikant verbessern können – und das ohne riesigen Heckflügel. Die Zauberwörter heißen: aktive Aerodynamik.
Oberhalb der markanten Endrohre befindet sich ein elektrisch ausfahrbarer Spoiler, und eine Etage tiefer besitzt der Revuelto einen massiven Diffusor, der stark an den des Centenario erinnert.
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Antrieb
Antrieb

V12-Sauger plus drei Elektromotoren
Für alle Lambo-Fans besonders wichtig: Auch der Revuelto behält den frei saugenden V12, allerdings werden ihm in Summe drei Elektromotoren beiseitegestellt. Das Herzstück ist der 6,5-Liter-V12-Motor (L545). Er ist der leichteste und stärkste V12, den Lamborghini je produziert hat. Mit 218 Kilogramm ist er 17 Kilo leichter als der Motor des Aventador.
Gleichzeitig konnte die Leistung von 780 PS und 720 Nm (Aventador Ultimae) auf 825 PS und 725 Nm gesteigert werden, was einer Literleistung von 128 PS entspricht. Das Verdichtungsverhältnis wurde von 11,8:1 auf 12,6:1 erhöht. Und als ob das nicht schon beeindruckend genug wäre, haben die Ingenieure das Drehzahllimit kurzerhand von 8700 auf 9500 U/min angehoben, was für einen hochemotionalen Klang sorgt – denn der Sound ist ja schließlich die Parade-Disziplin von Lamborghini.

Antriebsstrang des neuen Lamborghini: Wo früher das Getriebe saß, ist jetzt die Batterie platziert.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A
Lambo verspricht über 1000 PS Systemleistung
Doch der V12 bekommt im Nachfolger des Aventador noch Unterstützung: An der Vorderachse sitzen zwei Elektromotoren mit jeweils 110 kW, die die Vorderräder antreiben, der Revuelto besitzt also eine elektrische Vorderachse. Die Systemleistung geben die Italiener mit unglaublichen 1015 PS an. Ebenso beeindruckend: Bei etwa 30 Prozent mehr Leistung gelang es dennoch rund 30 Prozent Emissionen einzusparen.
Im Vergleich zum Aventador wurde der V12 um 180 Grad gedreht, was daran liegt, dass das Getriebe quer hinter dem Motor (transversal) verbaut wurde. Ein Layout, das Lamborghini in der Vergangenheit erst zweimal verwendet hat – beim Miura und beim Rennwagen Essenza SCV12.
Neues Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe
Auch beim Getriebe entschied Lamborghini sich für eine Neuentwicklung. Anstelle des ISR-Siebengang-Getriebes setzen die Italiener beim Revuelto auf eine Achtgang-Doppelkupplung. Die Getriebe-Einheit e-DCT wiegt 193 Kilo und umfasst einen weiteren Elektromotor, der oberhalb des Getriebes sitzt und als Anlasser für den V12 und Generator für die Batterie fungiert. Diese wiederum sitzt im ehemaligen Getriebetunnel zwischen den Sitzen und bietet eine Kapazität von 3,8 kWh.
Das neue Flaggschiff soll im "Città-Modus" zwischen zehn und 14 Kilometer rein elektrisch fahren können. Kein beeindruckender Wert, aber immerhin ausreichend, um einen Nachbarschaftsstreit zu vermeiden. Im EV-Modus wird hauptsächlich die elektrische Vorderachse verwendet, wobei Lamborghini erklärt, dass der Revuelto auch im Elektromodus über Allradantrieb verfügt, da der hintere Elektromotor auch Kraft an die Hinterräder abgibt. Die Gewichtsverteilung liegt bei guten 44/56 Prozent.
Noch ein paar Zahlen: 0-100 km/h in 2,5 Sekunden, 0-200 km/h in 7,0 Sekunden, Topspeed über 350 km/h und auf der Rennstrecke soll der Revuelto ohne Semislicks schneller sein als ein Aventador SVJ – das klingt vielversprechend.
Lamborghini Revuelto (2023): Vorstellung - Motor - V12 - Plug-in-Hybrid
Über 1000 PS im Nachfolger des Lamborghini Aventador
Bild: AUTO BILD
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Ausstattung
Ausstattung

Nur echt mit Scherentüren
Die erste Überraschung gibt es schon beim Einstieg, der fällt nämlich, gemessen am Aventador, einfacher aus. Natürlich verzichtet auch der Revuelto nicht auf die Scherentüren – sie sind schließlich das Markenzeichen der V12-Topmodelle –, allerdings konnten die Schweller, verglichen mit dem Aventador, um fast 20 Zentimeter schmaler designt werden.
Der Innenraum ist modern. An einigen Stellen haben die Italiener aber sogar etwas zurückgeschraubt: So wurden die Darstellungen im 12,3 Zoll großen Digitalinstrument vereinfacht, was beim Ablesen hilft. Dennoch hat Lamborghini seinen neuen Supersportwagen ins Hier und Jetzt geholt, der Revuelto ist der erste V12-Lambo, der "connected" ist, wie Lambo sagt.
Das vertikale 8,4-Zoll-Display in der Mittelkonsole ist Teil des neuen HMI und reagiert blitzschnell. Und: Inhalte können jetzt einfach vom einen auf den anderen Bildschirm gewischt werden. Ganz neu: Es gibt jetzt ein 9,1 Zoll großes Display für den Beifahrer. Das hat man sich offenbar in Maranello abgeschaut.
Ebenfalls neu ist, dass Amazon Alexa integriert ist und sich mittels Sprachsteuerung auch Fahrzeugfunktionen steuern lassen. Features, die in dieser Fahrzeugklasse nicht selbstverständlich sind.
Auch über 1,85 m große Menschen sitzen vernünftig
Displays und Connectivity – alles schön und gut, aber bei einem Supersportwagen nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass Lamborghini auf seine Kunden gehört hat, und die haben sich im Cockpit vor allem mehr Platz gewünscht. Genau hier haben sie angesetzt und abgeliefert.
Im Revuelto können auch über 1,85 Meter große Menschen vernünftig sitzen. In Zahlen bedeutet das im Vergleich zum Aventador: 26 Millimeter mehr Kopffreiheit und – noch entscheidender – 84 Millimeter mehr Beinfreiheit, die ausschließlich auf den verlängerten Radstand (plus 79 Millimeter) zurückzuführen sind.
Lamborghini Revuelto Opera Unica (2023): Einzelstück
Dieser Lamborghini Revuelto ist ein handlackiertes Einzelstück
Bild: AUTO BILD
In den Kofferraum passen zwei Trolleys
In den Kofferraum passen jetzt übrigens zwei Trolleys. Zudem gibt es mehr Ablagen, und hinter den Sitzen kann im Zweifel auch noch Gepäck verstaut werden. So steht dem nächsten Alpen-Roadtrip nichts im Wege!
Lenkrad mit vier Drehreglern
Besonders stolz sind sie in Sant'Agata auf das neue Lenkrad, das vom Rennwagen Essenza SCV12 inspiriert ist und vollständig auf Touchflächen verzichtet. Stattdessen besitzt es vier haptisch schöne Drehschalter. Hierüber lassen sich Fahrmodi, Lift, Hybrid- und Spoiler-Einstellungen vornehmen. Im Revuelto gibt es vier Fahrmodi (Città, Strada, Sport und Corsa) plus drei Hybrid-Einstellungen, sodass sich 13 unterschiedliche Kombinationen ergeben.
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Test
Test

Der schnellste Lamborghini aller Zeiten im Test
AUTO BILD-Redakteur Jan Götze ist den Revuelto gefahren. Dazu hat Lamborghini auf das Autodromo Vallelunga 30 Kilometer nördlich von Rom eingeladen. Bei meiner Ankunft stehen sieben Revuelto in allen Farben des Regenbogens Spalier – ein beeindruckender Anblick!
Aber ich lasse mich nicht blenden. Ich bin hier, um herauszufinden, wie der schnellste Lamborghini aller Zeiten fährt. Und, mindestens genauso wichtig, ob er immer noch ein echter Lambo ist. Also Helm auf – und ab geht's!

Für den Track war der Revuelto mit Bridgestone Potenza Sport in den Dimensionen 20-/21-Zoll ausgestattet. Ein Semislick soll folgen.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.
Ich habe 16 Runden Zeit, um Antworten auf meine Fragen zu bekommen. Zu Beginn lasse ich es etwas ruhiger angehen, um Auto und Strecke kennenzulernen. Aber schon nach den ersten paar Kurven merke ich, dass der Revuelto deutlich gutmütiger als der Aventador ist. Wo sich der Aventador roh und teilweise auch unberechenbar anfühlte, gibt einem der Revuelto schon nach kurzer Zeit ein vertrauenserweckendes Gefühl.
Besonders deutlich wird das in der "Curva Grande", einer ultraschnellen Rechtskurve, gefolgt von einem Linksknick nach der Start-/Zielgerade in Vallelunga. Dafür, dass der Revuelto ohne festen Flügel daherkommt, vermittelt er eine ungeheure Stabilität – und das hat auch einen Grund: Torque Vectoring. Anders als bei den meisten Sportwagen wird das Torque Vectoring im Revuelto nicht nur für die Agilität, also das Einlenkverhalten, verwendet, sondern auch für die Stabilität, wie mir Dr. Rouven Mohr, CTO bei Lamborghini erklärt.
Der Revuelto schafft Vertrauen
Wie das funktioniert? Die Regelsysteme sind so clever, dass gewisse Fahrzustände sogar antizipiert werden können. Sollte das Heck in schnellen Kurven drohen, instabil zu werden, kann das kurveninnere Rad der Vorderachse beschleunigt werden und das Auto so stabilisieren. Das phänomenale daran ist, dass der Fahrer davon absolut nichts mitbekommt. Der 1000-PS-Lambo fühlt sich einfach nur sehr stabil an – und schnell, sehr schnell.
Vor der "Campagnano" wage ich einen Blick auf den Digitaltacho: 275 km/h kann ich gerade noch lesen, als der vor mir fahrende Revuelto die enge Rechtskurve anbremst. Auch ich gehe voll in die Eisen, schalte zwei Gänge zurück, was dank der neu entwickelten Achtgang-Doppelkupplung blitzschnell passiert.
Die neue Brembo-Zehnkolben-Festsattelbremse mit 410 Millimeter großen Carbon-Keramik-Scheiben an der Vorderachse verzögert ohne Gnade. Auf der 4,09 Kilometer langen Strecke in Vallelunga ist die Bremse über jeden Zweifel erhaben. Das Pedalgefühl ist perfekt und lässt auch nach mehreren schnellen Runden am Stück nicht nach. Der Druckpunkt ist gleichbleibend, keine Selbstverständlichkeit bei einem Auto, das rekuperiert.
Im "Corsa-Modus" ist der Revuelto auf maximale Performance getrimmt
Wie es sich auf der Rennstrecke gehört, bin ich im "Corsa-Modus" unterwegs. Hier ist der Revuelto auf maximale Performance getrimmt. Wenn Rundenzeiten eher zweitrangig sind, ist der "Sport-Modus" zu empfehlen. Aus kleinen Heckschwenks werden bei Bedarf ordentliche Powerslides, die dank der elektrischen Vorderachse und des permanenten Allradantriebs aber stets beherrschbar sind.
Erst wenn das ESC komplett ausgeschaltet wird, ist der Fahrer auf sich alleine gestellt. Angesichts von 1015 PS und einem Basispreis von 502.180 Euro lasse ich das ESC heute lieber an. Der Lamborghini-CTO bestätigt mir später, dass es in 99 Prozent der Fälle auch nicht nötig sei, das ESC auszuschalten, da es dann auch kein Torque Vectoring mehr gäbe.
Elektromotor fungiert als Traktionskontrolle
Gleichzeitig erklärt er, dass der hintere Elektromotor auch als Art Traktionskontrolle fungiert. Anders als bei vielen Autos sitzt der E-Motor beim Revuelto nicht zwischen Kurbelwellen-Ausgang und Getriebe-Eingang, sondern quer obendrauf und ist mittels einer Zwischenwelle mit dem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe verbunden. Natürlich kann der Elektromotor boosten, aber er kann den Verbrenner auch einbremsen. Was erst mal kurios klingt, macht nach Mohrs Erklärung durchaus Sinn.
Beispiel: Der 825 PS starke V12 gibt mehr Leistung ab, als auf die Straße übertragen werden kann, was normalerweise ein Fall für die Traktionskontrolle ist. Lamborghini handhabt diese Situationen anders: Vereinfacht ausgedrückt wird der Verbrenner vom Elektromotor eingebremst und die überschüssige Kraft des V12 dazu genutzt, die Batterie zu laden. Das wiederum führt dazu, dass auf einer Strecke wie Vallelunga die Batterie praktisch gar nicht leer gefahren werden kann.

Auf dem Autodromo Vallelunga konnte der Lamborghini Revuelto überzeugen. Er ist extrem schnell und dabei gutmütig.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.
Auch von diesem hochtechnischen Vorgang bekomme ich hinter dem Steuer nichts mit. Aber: Nach mehreren schnellen Runden am Stück ist die Batterie immer noch mehr als halb voll.
Ich fasse noch mal zusammen: Der Revuelto ist absurd schnell und lässt sich dabei leicht beherrschen. Das Fahrverhalten ist jederzeit berechenbar, und man merkt, wie viel Feinschliff in die Verbesserung der Fahrbarkeit geflossen ist. Wo der Aventador ein ungehobeltes Biest war, ist der Revuelto ein Biest mit Manieren.
Wie steht es um die Emotionen?
Ganz objektiv betrachtet ist der Revuelto also eine enorme Weiterentwicklung. Aber wie steht es um die so wichtigen Emotionen? Da können alle Lambo-Fahrer und -Fans beruhigt sein, der Revuelto ist immer noch ein hochemotionales Auto!
Das beginnt schon beim Öffnen der Tür, gefolgt vom Startprozedere mit dem Startknopf unter der roten Abdeckung, was sich jedes Mal aufs Neue wie ein Raketenabschuss anfühlt. Und dann ist da ja noch der Motor: Alleine der Fakt, dass Lamborghini im Jahr 2023 noch einen 6,5-Liter-V12-Sauger in einem Neuwagen anbietet, lässt mich auf die Knie sinken. Dass die Maximaldrehzahl auch noch von 8700 auf 9500 U/min angehoben wurde, ist fast schon zu schön, um wahr zu sein.
Wie emotional dieser Motor ist, lässt sich einfach veranschaulichen: Das explosionsartige Ansprechverhalten des V12 führte zu Entwicklungsbeginn dazu, dass das Drehzahlband im Digitalinstrument nicht mithalten konnte. Ein Problem, dass einst auch Lexus beim LFA hatte.
Der Sound? Erst rotzig, dann schreiend!
Der Sound des V12 ist im Stand verhaltener als der des Aventador (wo ich mich bis heute frage, wie Lamborghini diesen Sound zugelassen bekommen hat). Unter Last bei geöffneten Klappen klingt der Revuelto dann aber genauso wie ein Lambo klingen muss – erst rotzig, dann schreiend!
Und zu guter Letzt noch zwei Sätze zum Getriebe: Was die Performance angeht, ist die Achtgang-Doppelkupplung dem Siebengang-ISR des Aventador haushoch überlegen. Blitzschnelles Hoch- und Runterschalten? Kein Problem! Fairerweise muss gesagt sein, dass das im Vorgänger auch nicht gerade langsam vonstatten ging.
Völlig ungewohnt für Aventador-Fahrer ist hingegen, dass der Automatikmodus jetzt nutzbar ist, und trotzdem haben es die Entwickler hinbekommen, dass der Revuelto die Gänge im "Corsa-Modus" noch mit einem spürbaren Schaltruck (nicht mehr so extrem wie im Aventador) reinhaut.
Um auf meine zwei eingangs gestellten Fragen zurückzukommen: In puncto Performance und Fahrbarkeit ist der Revuelto dem Aventador überlegen. Was die Emotionen angeht, ist er (fast) auf Augenhöhe. Auftrag erfolgreich ausgeführt!
Ach so: Rein elektrisch fahren kann der Revuelto übrigens auch. Habe ich aber nicht ausprobiert.
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Fazit
von
Die Zeiten, in denen ein Lamborghini in erster Linie ein Poserauto war, sind schon lange vorbei. Mit dem Revuelto machen die Italiener aber einen enormen Schritt in Sachen Performance. Vor diesem Supersportwagen müssen sich Ferrari, McLaren und Porsche in Acht nehmen. Und dank des V12-Saugers kommen auch die Emotionen nicht zu kurz!
Lamborghini Revuelto Bilder
Die Teilnahme an der Reise zum Revuelto wurde unterstützt von Lamborghini. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
Lamborghini Revuelto (2023)

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Pünktlich zum 60. Jubiläum hat Lamborghini sein neues Flaggschiff enthüllt. Der Name: Revuelto! Das Design: spektakulär! Die Technik: hochkomplex! AUTO BILD ist den Nachfolger des Aventador gefahren!
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.

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Senior Exterieur Designer Nelson Simões erklärt, dass man sich beim Revuelto für einen "Spaceship-Look" entschieden habe. Was Sie nicht sagen! Wie alle aktuellen Modelle sieht auch das neue V12-Flaggschiff aus, als wäre es nur mit dem Geodreieck gezeichnet wurden.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.

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Die extrem weit heruntergezogene Front erinnert an den nur 63 Mal gebauten Sián, was hauptsächlich an der Leuchteinheit im Y-Style liegt. Die Tagfahrlicht-Signatur wurde so scharf wie möglich designt und zieht den ohnehin nicht gerade schmalen Revuelto noch weiter in die Breite.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.

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Was auf den ersten Blick nicht auffällt, der Revuelto hat in allen Dimensionen zugelegt: Er ist länger, breiter und auch höher als der Aventador. Zudem haben die Italiener den Anpressdruck signifikant verbessern können – und das ohne riesigen Heckflügel. Die Zauberwörter heißen: aktive Aerodynamik.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.

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Oberhalb der markanten Endrohre befindet sich ein elektrisch ausfahrbarer Spoiler, und eine Etage tiefer besitzt der Revuelto einen massiven Diffusor, der stark an den des Centenario erinnert.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.

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Auch das Cockpit des Revuelto konnten wir uns schon mal genauer anschauen. Die erste Überraschung gibt es schon beim Einstieg, der fällt nämlich, gemessen am Aventador, eine Ecke einfacher aus. Natürlich verzichtet auch der Revuelto nicht auf die Scherentüren – sie sind schließlich das Markenzeichen der V12-Topmodelle –, allerdings konnten die Schweller, verglichen mit dem Aventador, um fast 20 Zentimeter schmaler designt werden.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.

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Der Innenraum ist modern. An einigen Stellen haben die Italiener aber sogar etwas zurückgeschraubt: So wurden die Darstellungen im 12,3 Zoll großen Digitalinstrument vereinfacht, was beim Ablesen hilft.
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Dennoch hat Lamborghini seinen neuen Supersportwagen in das Jahr 2023 geholt: Das vertikale 8,4-Zoll-Display in der Mittelkonsole ist Teil des neuen HMI und reagiert blitzschnell. Und: Inhalte können jetzt einfach vom einen auf den anderen Bildschirm gewischt werden. Ganz neu: Es gibt jetzt ein 9,1 Zoll großes Display für den Beifahrer.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.

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Im Revuelto können endlich auch über 1,85 Meter große Menschen vernünftig sitzen. In Zahlen bedeutet das m Vergleich zum Aventador: 26 Millimeter mehr Kopffreiheit und – noch entscheidender – 84 Millimeter mehr Beinfreiheit, die ausschließlich auf den verlängerten Radstand (plus 79 Millimeter) zurückzuführen sind. Zudem gibt es mehr Ablagen, und hinter den Sitzen kann im Zweifel auch noch Gepäck verstaut werden.
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Besonders stolz sind sie in Sant'Agata auf das neue Lenkrad, das vom Rennwagen Essenza SCV12 inspiriert ist und vollständig auf Touchflächen verzichtet. Stattdessen besitzt es vier haptisch schöne Drehschalter. Hierüber lassen sich Fahrmodi, Lift, Hybrid- und Spoiler-Einstellungen vornehmen.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.

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Der neue Revuelto ist auf dem Papier zwar ein Plug-in-Hybrid, der sogar rein elektrisch fahren kann, doch mit einem ökofreundlichen Auto hat er praktisch nichts zu tun. Für alle Lambo-Fans besonders wichtig: Auch der Neue behält den frei saugenden V12, allerdings werden ihm in Summe drei Elektromotoren beiseitegestellt.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.

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Das Herzstück ist der 6,5-Liter-V12-Motor. Er ist der leichteste und stärkste V12, den Lamborghini je produziert hat. Mit 218 Kilogramm ist er 17 Kilo leichter als der Motor des Aventador.
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Und als ob das nicht schon beeindruckend genug wäre, haben die Ingenieure das Drehzahllimit kurzerhand von 8700 auf 9500 U/min angehoben, was für einen hoch emotionalen Klang sorgt – denn der Sound ist ja schließlich die Parade-Disziplin von Lamborghini.
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.

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Doch der V12 bekommt im Nachfolger des Aventador noch Unterstützung: An der Vorderachse sitzen zwei Elektromotoren mit jeweils 110 kW, die die Vorderräder antreiben, der Revuelto besitzt also eine elektrische Vorderachse. Die Systemleistung geben die Italiener mit unglaublichen 1015 PS an.
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Auch beim Getriebe entschied Lamborghini sich für eine Neuentwicklung. Anstelle des ISR-Siebengang-Getriebes setzen die Italiener beim Revuelto auf eine Achtgang-Doppelkupplung. Die Getriebe-Einheit e-DCT wiegt 193 Kilo und umfasst einen weiteren Elektromotor, der oberhalb des Getriebes sitzt und als Anlasser für den V12 und Generator für die Batterie fungiert. Diese wiederum sitzt im ehemaligen Getriebetunnel zwischen den Sitzen und bietet eine Kapazität von 3,8 kWh.
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Genug Theorie, jetzt muss der Revuelto abliefern. Dazu hat Lamborghini auf das Autodromo Vallelunga 30 Kilometer nördlich von Rom eingeladen. Ich bin hier, um herauszufinden, wie der schnellste Lamborghini aller Zeiten fährt. Und, mindestens genauso wichtig, ob er noch ein echter Lambo ist. Also Helm auf – und ab geht's!
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Ich habe 16 Runden Zeit, um Antworten auf meine Fragen zu bekommen. Zu Beginn lasse ich es etwas ruhiger angehen, um Auto und Strecke kennenzulernen. Aber schon nach den ersten paar Kurven merke ich, dass der Revuelto deutlich gutmütiger ist, als der Aventador.
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Besonders deutlich wird das in der "Curva grande", einer ultraschnellen Rechtskurve, gefolgt von einem Linksknick nach der Start-/Zielgerade in Vallelunga. Dafür, dass der Revuelto ohne festen Flügel daherkommt, vermittelt er mir als Fahrer eine ungeheure Stabilität – und das hat auch einen Grund: Torque Vectoring.
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Anders als bei den meisten Sportwagen wird das Torque Vectoring im Revuelto nicht nur für die Agilität, also das Einlenkverhalten, verwendet, sondern auch für die Stabilität, wie mir Dr. Rouven Mohr, CTO bei Lamborghini erklärt. Als Fahrer bekomme ich davon absolut nichts mit. Für mich fühlt sich der 1000-PS-Lambo einfach nur sehr stabil an – und schnell, sehr schnell.
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Vor der "Campagnano" wage ich einen Blick auf den Digitaltacho: 275 km/h kann ich gerade noch lesen, als der vor mir fahrende Revuelto die enge Rechtskurve anbremst. Auch ich gehe voll in die Eisen, schalte zwei Gänge zurück, was dank der neu entwickelten Achtgang-Doppelkupplung blitzschnell passiert. Die neue Brembo-Zehnkolben-Festsattelbremse mit 410 Millimeter großen Carbon-Keramik-Scheiben an der Vorderachse verzögert ohne Gnade.
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Wie es sich auf der Rennstrecke gehört, bin ich im "Corsa-Modus" unterwegs. Hier ist der Revuelto auf maximale Performance getrimmt. Wenn Rundenzeiten eher zweitrangig sind, kann ich den "Sport-Modus" empfehlen. Aus kleinen Heckschwenks werden bei Bedarf ordentliche Powerslides, die dank der elektrischen Vorderachse und des permanenten Allradantriebs aber stets beherrschbar sind.
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Ich fasse noch mal zusammen: Der Revuelto ist absurd schnell und lässt sich dabei leicht beherrschen. Das Fahrverhalten ist jederzeit berechenbar, und ich merke wie viel Feinschliff in die Verbesserung der Fahrbarkeit geflossen ist. Wo der Aventador ein ungehobeltes Biest war, ist der Revuelto ein Biest mit Manieren.
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Ganz objektiv betrachtet ist der Revuelto also eine enorme Weiterentwicklung. Aber wie steht es um die so wichtigen Emotionen? Da kann ich alle Lambo-Fahrer und -Fans beruhigen, denn der Revuelto ist immer noch ein hochemotionales Auto!
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Der Sound des V12 ist im Stand verhaltener als der des Aventador (wo ich mich bis heute frage, wie Lamborghini diesen Sound zugelassen bekommen hat). Unter Last bei geöffneten Klappen klingt der Revuelto dann aber genauso wie ein Lambo klingen muss – erst rotzig, dann schreiend! Und zu guter Letzt noch zwei Sätze zum Getriebe: Was die Performance angeht, ist die Achtgang-Doppelkupplung dem Siebengang-ISR des Aventador haushoch überlegen. Blitzschnelles Hoch- und Runterschalten? Kein Problem!
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Um auf meine zwei eingangs gestellten Fragen zurückzukommen: In puncto Performance und Fahrbarkeit ist der Revuelto dem Aventador überlegen. Was die Emotionen angeht, ist er (fast) auf Augenhöhe. Auftrag erfolgreich ausgeführt!
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Fazit von Jan Götze: Die Zeiten, in denen ein Lamborghini in erster Linie ein Poserauto war, sind schon lange vorbei. Mit dem Revuelto machen die Italiener aber einen enormen Schritt in Sachen Performance. Vor diesem Supersportwagen müssen sich Ferrari, McLaren und Porsche in Acht nehmen. Und dank des V12-Saugers kommen auch die Emotionen nicht zu kurz!
Bild: Automobili Lamborghini S.p.A.
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