Lamborghini Fenomeno Roadster im ersten Check
Dieser Lamborghini kostet 6 Millionen, hat aber kein Dach
Lamborghini Fenomeno Roadster
Nicht mal ein Jahr nach dem Coupé stellt Lamborghini mit dem Fenomeno Roadster das stärkste offene Modell der Firmengeschichte vor. Nur 15 Stück werden gebaut. Der Preis? Schwindelerregend!
Bild: Automobili Lamborghini
Exklusiv, teuer, stark: Attribute, die auf jeden Lamborghini zutreffen. Aber sogar in Sant'Agata Bolognese gibt es Autos, die so exklusiv und so teuer sind, dass sie alles andere in den Schatten stellen. Das neueste Mitglied der sogenannten Few-Off-Modellfamilie ist der spektakuläre Fenomeno Roadster!
Um zu verstehen, was den Fenomeno von einem "normalen" Lamborghini (falls es so etwas überhaupt gibt) unterscheidet, machen wir eine kleine Zeitreise ins Jahr 2007. Alles begann mit dem Reventón, einem Kleinserien-Modell im Kampfjet-Look auf Basis des Murciélago. Zwei Jahre und 20 Coupés später bauten die Italiener aufgrund von extrem hoher Nachfrage 15 Roadster – der Grundstein für die Sparte der Few-Offs war gelegt. Es folgten Veneno (2012), Centenario (2016) und Sián (2019), allesamt auf der Aventador-Plattform.
Lamborghini Fenomeno: 29 Coupés, 15 Roadster
Im August 2025 enthüllte Lamborghini mit dem Fenomeno das erste Kleinserienmodell auf Basis des Revuelto. Trotz eines Basispreises von drei Millionen Euro netto waren alle 29 Exemplare lange vor dem Debüt ausverkauft. Die meisten Kunden hatten die Verträge unterschrieben, ohne das Auto je gesehen zu haben – für Otto Normalverbraucher undenkbar, in der Hypercar-Szene aber nicht ungewöhnlich.

Ursprünglich war kein Roadster vorgesehen. Doch wegen der hohen Nachfrage entschied sich Lamborghini dazu, 15 offene Fenomeno zu bauen.
Bild: Automobili Lamborghini
Untypisch ist dagegen, dass Lamborghini den Roadster des Fenomeno nur wenige Monate nach dem Coupé zeigt. Bei den Vorgängern lagen stets mehrere Jahre dazwischen. Zumal der Fenomeno Roadster ursprünglich gar nicht geplant war, wie mir Lamborghini-Chefdesigner Mitja Borkert verrät. Wegen der enormen Nachfrage werden noch 15 Fenomeno Roadster zusätzlich gebaut.
Der Roadster ist 5,95 Millionen Euro teuer
Bemerkenswert ist außerdem, dass der Roadster nicht in den USA verkauft wird – immerhin der wichtigste Markt für Lamborghini. Der Grund ist, dass für die offene Version ein neues Chassis konstruiert wurde. Dieses für eine Kleinserie von nur 15 Autos auch für den US-Markt zu homologieren, hätte den Kostenrahmen noch weiter gesprengt. Denn auch so ist der Fenomeno Roadster mit einem Basispreis von 5,95 Millionen Euro (5 Millionen Euro netto) deutlich teurer als das Coupé. Egal ob Coupé oder Roadster: Wer bei diesem Auto nach dem Preis fragt, kann es sich vermutlich sowieso nicht leisten.
Aber noch mal zurück zum Chassis: Zwar ist das Monocoque identisch mit dem des Coupé – allerdings wurden die vordere Crashbox und der hintere Hilfsrahmen modifiziert, was unter anderem daran liegt, dass es vom Revuelto aktuell noch keinen Roadster gibt. Ein Umstand, der bei allen Vorgängern des Fenomeno stets anders war, denn sowohl Murciélago Roadster als auch Aventador Roadster waren bereits präsentiert, als die offenen Versionen des Reventón respektive Centenario auf den Markt kamen.

Detailarbeit: Verglichen mit dem Coupé wurden die Räder für den Roadster noch mal überarbeitet, so konnten pro Rad drei Kilo eingespart werden. Chefdesigner Mitja Borkert nennt das Design "Speedy Hexagons".
Bild: Automobili Lamborghini
Die vordere Crashbox besteht aus einem neuartigen Mix aus Forged Composites, die noch steifer und leichter sein sollen. Das hat zur Folge, dass der Fenomeno Roadster eine ähnliche Torsionssteifigkeit wie das Coupé besitzt und gleichzeitig nur etwa zehn Kilo schwerer sein soll. Auf ein Dach wird verzichtet – der Fenomeno Roadster ist somit das Schönwetterauto schlechthin. Vorausgesetzt, die 15 Exemplare werden überhaupt jemals gefahren!

Noch ist der Fenonemo Roadster nur ein Modell. Die Produktion beginnt im Dezember 2027, die ersten Kundenfahrzeuge sollen ab April 2028 ausgeliefert werden.
Bild: Automobili Lamborghini
Bis zur Auslieferung werden voraussichtlich noch knapp zwei Jahre vergehen. Das erklärt auch, warum es sich beim Studiofahrzeug noch um ein nicht fahrbereites Modell handelt. Leider muss auch die Sitzprobe heute entfallen, weshalb wir uns auf das Design konzentrieren.
Breit, flach und aggressiv
Und das ist spektakulär. Optisch ist der Fenomeno Roadster ein Lamborghini par excellence: extrem breit, superflach und aggressiv. Jetzt könnte man behaupten, dass fast alle Lamborghini flach, breit und aggressiv sind – und das stimmt. Was unterscheidet den Fenomeno also beispielsweise von einem Revuelto, der nur einen Bruchteil kostet?

Sieht dieses Auto teuer aus? Laut Lamborghini schon!
Bild: Automobili Lamborghini
"Das Auto muss teuer aussehen", bringt es Mitja Borkert auf den Punkt. Was er damit meint? Ganz einfach, ein Lamborghini-Few-Off muss aussehen wie kein anderes Auto und trotzdem auf den ersten Blick als Lamborghini zu erkennen sein.
"Das Auto muss teuer aussehen"
Bestes Beispiel ist der insgesamt nur zwölf Mal gebaute Veneno (drei Coupés und neun Roadster), der auch 14 Jahre nach dem Debüt noch wie ein Ufo auf Rädern wirkt. Aktuell wird eines der drei Coupés für umgerechnet 14,5 Millionen Euro zum Kauf angeboten. Der Veneno sieht offenbar sehr teuer aus!
Speziell für den Fenomeno Roadster haben sie bei Lamborghini eine Carbon-Abrisskante für den Windschutzscheibenrahmen entwickelt. Zusammen mit den markant geformten Seitenscheiben (versenkbar!) soll sie dafür sorgen, dass der Fahrtwind über die Scheitel von Fahrer und Beifahrer hinweg in den nach hinten versetzten Schnorchel gelangt.
Der bislang stärkste offene Lamborghini
Der 6,5 Liter große V12-Sauger mit 835 PS will schließlich mit ausreichend Frischluft versorgt werden. Unterstützt wird er von drei Elektromotoren, in Summe stehen 1080 PS bereit. Damit ist der Fenomeno Roadster der bislang stärkste offene Lamborghini.

Markant: Die Seitenscheiben haben eine sehr eigenständige Form, ähnlich wie beim Veneno Roadster.
Bild: Automobili Lamborghini
In Anlehnung an den Miura Roadster
Zum Ende des Gesprächs verrät Borkert noch, dass die Farbgebung "Blu Cepheus" mit Akzenten in "Rosso Mars" kein Zufall ist. Sie hat eine doppelte Bedeutung: Einerseits sind Blau und Rot die Farben von Bologna, andererseits ist der Miura Roadster (ein Einzelstück aus dem Jahr 1968) hellblau lackiert und besitzt einen roten Teppich.
Ab April 2028, also 60 Jahre nach dem ersten offenen V12-Lamborghini, werden 15 Kunden in den Genuss des Fenomeno Roadster kommen.
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