Zwischen Evo und STO: So einfach könnte man den neuen Lamborghini Huracán Tecnica zusammenfassen. Doch das wäre nicht mal die halbe Wahrheit; ja nicht mal ein Zehntel.
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Den Tecnica gibt es nur als Coupé und nur mit Hinterradantrieb – darin ähnelt er dem konsequent brutalen STO. Vom Evo soll er sich eine Scheibe Alltagstauglichkeit abschneiden, und das umfassend überarbeitete Blechkleid soll ihn von beiden abheben.
An der Leistung haben die Italiener allerdings nichts verändert – es bleibt beim V10-Sauger mit 640 PS!

Huracán Tecnica mit einem Schuss Sián

Optisch unterscheidet sich der Tecnica deutlich von allen bisherigen Huracán-Versionen und könnte glatt als zweites Facelift durchgehen, was er ja betontermaßen nicht sein soll. An der Front fällt sofort das Y-förmige Designelement unterhalb der Scheinwerfer auf. In beleuchteter Form haben wir dieses bereits an dem auf nur 63 Exemplare limitierten Sián und der futuristischen Studie Terzo Millennio gesehen.
Neben dem frischen Look mit zerklüfteter Frontmaske lässt es zudem die Leuchten breiter wirken. Die Fronthaube ist nun dreidimensionaler gestaltet, was ein wenig an den Countach erinnern lässt.
Lamborghini Huracan Tecnica
Das Y-Design ist vom limitierten Sián bekannt. Am Tecnica ist es jedoch nicht beleuchtet.
Die größten Änderungen finden sich jedoch im hinteren Seitenteil. Die obere Dachlinie sowie der charakteristische Knick in der Tür ziehen sich viel länger nach hinten als beim Evo, dadurch wirkt die komplette Fahrgastzelle länger.
Am Heck fällt sofort die neue Leichtbauabdeckung aus Kohlefaser auf, die den V10 anstelle des bisherigen Heckfensters nun fast waagerecht bedeckt.
Sicht nach hinten gewährt eine kleine, vertikal stehende Heckscheibe – zumindest so weit, wie man am fixen Flügel vorbeilinsen kann. Der ist nicht ganz so martialisch geraten wie beim STO und passt sich harmonischer an das neu gestaltete Hinterteil an.
Lamborghini Huracan Tecnica
Der weiter nach vorn ragende Frontsplitter und das neu gestaltete Heck lassen den Huracán um 47 Millimeter wachsen.

Auch hier hat sich Designchef Mitja Borkert ganz nach Lust und Laune ausgetobt: Das Trapez-Thema des STO führt er beim Tecnica konsequent fort, durch die dunkle Haube konnte jedoch der komplette hintere Mittelteil um den Zehnzylinder herum in Schwarz gehalten werden.
Mitten in diesem technokratischen Gesamtkunstwerk ragen wie gewohnt zwei fette Endrohre ins Freie. Neu hier: Anstelle der gewohnt runden Form greift Lamborghini nun auch hier das seit Jahren bekannte und gelebte Hexagonal-Thema auf.

Kaum Neues im Innenraum des neuen Huracán Tecnica

Im Interieur dürften sich Huracán-Fahrer sofort zurechtfinden, denn hier fallen die Veränderungen überschaubar aus. Der Innenraum ist weniger puristisch als im STO, Carbontürschalen und Schlaufen als Öffner hat aber auch der Tecnica. Die Displaygrafiken sind wegen der Ablenkung weniger farbig.
Lamborghini Huracan Tecnica
Im Innenraum hat sich im Vergleich zum Huracán Evo wenig getan. Die Türtafeln aus Carbon kennen wir vom Huracán STO.

Es bleibt beim 5,2-Liter-V10-Sauger mit 640 PS

Eine Soundprobe gönnt man uns zwar zum aktuellen Zeitpunkt nicht, aber der Klang soll sich markant vom Gewohnten unterscheiden. Ebenfalls auffällig: Die Außenseiten der Heckschürze verjüngen sich extrem nach innen, was aus der Rücksicht viel vom 305 Millimeter breiten Reifenprofil preisgibt.
Ohne jetzt ketzerisch klingen zu wollen: Das erinnert uns stark an italienische Kraftprotze der 70er. Frühe Countach, aber vor allem der DeTomaso Pantera schießen ins Gedächtnis.
Lamborghini Huracan Tecnica
Carbon, so weit das Auge reicht. Die Motorabdeckung ist komplett neu.

Für die optimale Track-Performance sorgt neben dem 640 PS starken V10-Sauger auch das Gesamtkonzept aus leichtem Hinterradantrieb, Allradlenkung und Bridgestone-Potenza-Sport-Pneus auf 20-Zoll-Zentralverschlussrädern.
Mit einem Trockengewicht von 1379 Kilo muss ein Cavallo nur 2,15 Kilo bewegen. Das neue Aero-Konzept steigert den Abtrieb an der Hinterachse im Vergleich zum Evo um 35 Prozent – bei 20 Prozent weniger Luftwiderstand.
Für den Sprint auf 100 km/h benötigt der hinterradangetriebene Huracán 3,2 Sekunden, bis 200 km/h vergehen nur 9,1 Sekunden. Den Topspeed geben die Italiener mit 325 km/h an.

Lamborghini kommuniziert noch keine Preise

Zum angepeilten Basispreis des Huracán Tecnica sagt Lamborghini noch nichts. Zum Vergleich: Einen Huracán Evo gibt es neu ab etwa 220.000 Euro, einen Huracán STO ab 296.800 Euro – wobei beide Modelle auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu deutlich höheren Preisen gehandelt werden. Vermutlich dürfte sich der Huracán Tecnica preislich zwischen den beiden Modellen einordnen, zumal er nicht limitiert ist.

Fazit

Lamborghini setzt mit dem Tecnica noch mal ein Ausrufezeichen. Einschneidende Karosserie-Änderungen grenzen ihn von Evo und STO ab. Konzeptionell liegt er genau dazwischen, emotional dagegen ganz weit vorn.