Le Mans: Neue Hersteller kommen
Deswegen boomt die GT-Klasse

Der Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans führt über die 1000 PS starken Prototypen von Porsche und Toyota. Mit der GT-Klasse boomt aber eine andere Kategorie.
Bild: JohnRourke©AdrenalMedia.com; picture-alliance
- Michael Zeitler
Vor dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans am kommenden Wochenende hat der Veranstalter ACO eine Pressekonferenz angekündigt. Es soll um einen neuen Hersteller gehen. Wahrscheinlich für die GT-Klasse mit den straßenbasierten Gran-Tourismo-Sportwagen. Mit Ford, Ferrari, Porsche, Aston Martin und Corvette sind schon fünf Hersteller in der Kategorie vertreten, BMW steigt 2018 ein, McLaren und Lamborghini zeigen ebenfalls Interesse.
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Dabei ist die GT-Pro-Klasse nur die dritte Kategorie in Le Mans, hinter den beiden Prototypenklassen. Dave Pericak, Entwicklungsvorstand von Ford, weiß aber: „Genau wie die Formel-1-Autos sind die LMP1-Prototypen von einem ganz anderen Stern. Die GT-Fahrzeuge sind die Boliden, mit denen sich die normalen Autofahrer identifizieren können. Die Autos, die wir dort fahren, sind die, die wir auch verkaufen.“

Stefan Mücke ist ein deutscher Siegkandidat in der GT-Klasse
Stefan Mücke, ein deutscher GT-Pilot für Ford, erklärt AUTO BILD MOTORSPORT: „Fahrerisch ist die Kategorie äußerst anspruchsvoll, weil eben alle Hersteller auf einem Level sind. Es ist zwar ein 24-Stunden-Langstreckenrennen, aber de facto müssen wir daher immer pushen um vorn zu sein – wie in einem echten Sprintrennen.“
Dazu kommt: Die zwischen 500 und 600 PS starken Autos werden immer aggressiver, mit immer mehr Aerodynamik. „Ein bisschen mehr Motorleistung könnten wir natürlich immer vertragen, aber aerodynamisch haben wir in den letzten Jahren riesige Schritte nach vorn gemacht.“
Auch die Budgets liegen um ein Vielfaches tiefer als in der LMP1-Klasse, weil durch die Balance of Performance, also dem Leistungsausgleich, auch mit vergleichsweise geringem Aufwand eine Sieggarantie vorhanden ist. Das einzige Problem: Die GT-Serie führt vor allem in Deutschland eher ein Nischendarsein. Pericak fordert daher: „Wir müssen das alles besser vermarkten – auch mit den neuen, modernen Kanälen.“
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