Ein Lexus GS kostet eigentlich deutlich mehr als 5550 Euro. Und ist dann auch viel besser als dieses Exemplar. AUTO BILD prüft, ob solch ein Billigheimer auch ein sinnvoller Kauf sein kann.
Lexus GS 430, Baujahr 1998? Gibt’s doch gar nicht! Stimmt, bei uns wurde der große Japaner erst ab Ende 2000 angeboten. Aber in den USA gab es den Achtzylinder schon früher, er hieß GS 400 und hatte ein paar PS mehr, so wie dieser hier. Der Einfachheit halber bleiben wir beim GS 430. Denn es geht bei unserem Beispiel um was anderes. Um einen US-Import, der für 5550 Euro beim Händler steht, ohne Garantie, am liebsten an Gewerbetreibende oder für den Export. Wer den kauft, sollte wissen: Einbruchschaden, die hintere rechte Dreiecksscheibe ist kaputt, und viel schlimmer noch: Das Navi fehlt, in der Mittelkonsole klafft ein Krater. Nachfrage bei Lexus in Frankfurt. Die Seitenscheibe ist billig, kostet nur 33 Euro und eine Stunde Arbeit.
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Der Lexus gilt als völlig problemloses Auto – aber nur bei richtiger Pflege inklusive Zahnriemen-Wechsel
Bild: Thomas Ruddies
Aber das Navi. Ist es nur der Bildschirm, dann reden wir über 7300 Euro, fehlt noch die Steuereinheit im Kofferraum, macht das noch mal 8000 Euro. Irre! Wir empfehlen: Radio für einen Doppel-DIN-Schacht kaufen und hoffen, dass es dafür eine Blende gibt. Und sonst? Der GS gilt als solides, haltbares Auto, der Servicemeister von Lexus sagt: "Nur Öl, Bremsen, Zündkerzen – die ganz normale Wartung halt." Grundsätzlich kann man mit einem gut erhaltenen Lexus nichts falsch machen. Liegt die Vergangenheit eines Exemplars im Dunkeln oder stammt es aus den USA, wollen wir nicht ganz so euphorisch sein: Wie sieht es mit Ersatzteilen für die abweichende US-Motorisierung aus? Und wer sagt uns, dass der Zahnriemen bei Kilometerstand 150.000 gewechselt wurde? Unser Rat: Lieber noch etwas warten, noch ein paar Euro zur Seite legen und ein besseres Exemplar suchen.
Lexus GS 430 mit fettem Achtzylinder – so was gibt es eigentlich gar nicht für 5000 Euro, seriöse Modelle kosten das Doppelte und sind entsprechend besser. Bei Importen aus den USA können wir nur sagen: Vorsicht!