Lexus UX 250h im Test

Lexus UX 250h: Test

Hybrid-SUV von Lexus im Härtetest

Ganz schön kantig, der neue Lexus UX 250h. Fährt das Kompakt-SUV mit seinem Hybrid-Antrieb wenigstens rund? AUTO BILD macht den Test.
Auf dem Rückweg von der AUTO BILD-Teststrecke in Zarrentin (Mecklenburg-Vorpommern) genügen 70 Kilometer, um die DNA des neuen Hybrid-Lexus UX 250h zu entschlüsseln. Erste Etappe: 60 Kilometer Autobahn, wir simulieren das Tempolimit, von dem alle Grünen träumen: 130 km/h, gleichmäßig gefahren, kein Vollgas, nur mitschwimmen. Macht 6,1 Liter (Super); jeder Diesel kann das besser. Dann, am Ortsschild Hamburg, Etappe 2: Stop-and-go, dabei so sanft anfahren, dass der Porsche-Cayenne-Typ hinter uns Bluthochdruck kriegt, wie ein Rohrspatz flucht. Am Ende stehen 3,8 Liter .

Der Lexus UX macht zu wenig aus seiner Größe

Mehr Schein als Sein: Mit 4,50 Metern ist der UX so lang wie ein Tiguan, hat aber nur Platz wie ein Polo.

Was das für Sie bedeutet? Wenn Sie oft in der Stadt fahren, lesen Sie weiter. Wenn Sie Kilometer schrubben, gern über Landstraße oder Autobahn brettern, beim Beschleunigen und Kurvenräubern schreien vor Glück, nee, dann macht dieser Lexus für Sie so viel Sinn wie eine Kuh für Springreiter. Aber vielleicht lieben Sie ja Autos, die aussehen, als habe man ein Stück Blech mit Hammer und Axt bearbeitet? Womit wir schon mitten im Thema wären: Was bist du eigentlich für ein schräger Vogel? 4,50 Meter lang und damit auf VW-Tiguan-Kurs, aber vom Platzangebot eher auf Polo-Trip. Ja, dieser Lexus ist eine stattliche Erscheinung, riesiger Sechseck-Grill, kantige Radhäuser, ausgestellte Rückleuchten, durchgezogenes Leuchtenband.

Beim Fahrwerk macht der Lexus alles richtig

Solide: Der Lexus liegt satt auf der Straße, bügelt lange Wellen und kurze Unebenheiten gekonnt weg.

Aber viel Platz hast du in dieser stattlichen Erscheinung nicht. Wenn vorn ein 1,80-Meter-Mann Platz nimmt, kann dahinter sein Zwillingsbruder sitzen. Aber beim Einsteigen Kopf einziehen: breite C-Säule, runtergezogene Dachlinie! Wer drin ist, schnalzt mit der Zunge: Bequeme Sitze, softe Kunststoffe, sogar der Mitteltunnel ist links und rechts aufgeschäumt, damit bloß die Knie nicht wehtun. Welch Luxus bei Lexus! Leider ist das mit der Multimedia schiefgegangen. Ja, besser als früher, als es noch diesen irren Joystick gab. Aber gut zu bedienen ist das Touchpad auch nicht. Du tippst auf dem Ding rum und versuchst, Icons auf dem Schirm zu treffen. Und fluchst, weil das purer Zufall ist.
Macht wenigstens das Fahren Spaß? Oh ja! Zum Abgleich haben wir auf unserer Teststrecke, auf der wir den Komfort von Autos beurteilen, einen Skoda Karoq dabei, für uns die Referenz bei den Kompakt-SUVs. Und was sollen wir sagen? Der Lexus liegt besser auf der miesen Piste, er bügelt lange Wellen (Baumstämme unterm Asphalt) und kurze Unebenheiten (Frostaufbrüche) gekonnt weg, er wird an der Hinterachse niemals leicht, liegt satt auf der Straße.

Nur eine sanfte Fahrweise wird dem Hybriden gerecht

Der UX 250h mobilisiert eine Systemleistung von 184 PS. Wird sie abgerufen, droht hoher Verbrauch.

Das liegt natürlich auch an seinem Gewicht: 1,6 Tonnen sind nicht wenig für einen Wagen, der mit 1,54 Metern neun Zentimeter flacher ist als ein Tiguan. Die Fuhre wankt selbst in schnellen Kurven nicht, das Fahrwerk kann mehr, als es der Motor abfordert, die Lenkung arbeitet zwar etwas gefühllos, aber komfortabel. So schwebst du also mit dem Lexus-Hybrid über die Piste und fühlst dich wie in Watte eingehüllt, so abgekoppelt bist du von der Außenwelt. Bis man spüren will, was die 184 PS aus Zweiliter-Sauger und E-Motor hergeben, immerhin stehen 190 Nm Drehmoment bereit. Aber dann heult der Lexus auf, die Verbrauchsanzeige stürmt auf die 20-Liter-Marke zu, und du kommst schnell wieder zur Besinnung: Autobahn will er nicht, lieber Stadt. Und bitte gaaanz sanft!
Das Fazit von Andreas May: "Dieses Auto polarisiert – und das ist gewollt. Papa, Mama, Kind sollten die Finger lassen vom Lexus UX 250h: zu eng, zu wenig Kofferraum, zu durstig unter Volllast. Wer häufiger zu zweit in der Stadt unterwegs ist, wird den Lexus lieben: sparsam, luxuriös, exklusiv. Ist nämlich so teuer, dass viele raus sind."
AUTO BILD-Testnote: 3

Autoren: Andreas May, Tim Dahlgaard

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