Lkw-Schütze im Visier
BKA erhöht Fahndungsdruck

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Niemand weiß, wann er das nächste Mal schießt. Und wo. Auch weiß keiner, wer da immer wieder auf Lastwagen schießt. Nun bittet das Bundeskriminalamt öffentlich um Hilfe bei der Fahndung.
(dpa) Kein Motiv, kein Täter, keine heiße Spur – nach mehreren hundert Anschlägen auf Autotransporter erhöhen die Ermittler ihren Fahndungsdruck auf einen rätselhaften Lastzug-Schützen. Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, rief die Bevölkerung heute (20. November 2012) in Wiesbaden zur Unterstützung der Ermittler auf. "Wir benötigen die Hilfe von Lkw-Fahrern, Betroffenen und Bürgern", sagte Ziercke. Bislang hat die Polizei nur wenig Hinweise auf den Unbekannten, der seit Jahren Angst und Schrecken auf deutschen Autobahnen verbreitet. "Bis heute haben wir keinen konkreten Hinweis auf den oder die Täter", räumte Ziercke ein. Auch die Motive des Schützen seien völlig unklar.
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Tatort sind verschiedene Autobahnen: Seit 2008 wurden in mehreren Bundesländern Lastwagen beschossen, mehr als 700 Mal soll der unbekannte Schütze schon abgedrückt haben. Dabei verletzte ein Schuss eine Frau schwer. Das BKA listet unter anderem die A3 von Bayern bis Nordrhein-Westfalen auf, die A5 zwischen dem hessischen Kirchheim und dem Autobahnkreuz Karlsruhe oder die A61 zwischen dem Autobahnkreuz Kerpen (Nordrhein-Westfalen) und dem Autobahndreieck Nahetal in Rheinland-Pfalz. Deshalb sehen die Ermittler die Anschlagsserie auch als bundesweites Problem.

Das BKA zeigt ein Einschussloch des sogenannten "Lkw-Schützen" in einer schwarzen Autotür.
Bild: dpa
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Außer in Würzburg wird wegen einer anderen Tat auch in Koblenz ermittelt. "Wir schließen bedingten Tötungsvorsatz nicht aus", sagte der dortige leitende Oberstaatsanwalt Harald Kruse. Gesteuert wird die Fahndung nach dem unheimlichen Lastzug-Schützen seit Mitte Oktober von der "Besonderen Aufbauorganisation (BAO) Transporter", an der Beamte des BKA und der Polizei beteiligt sind. Unter anderem sollte ein präparierter Lastwagen die Ermittler auf die Spur des Schützen bringen: Der "Lockvogel", der auf Autobahnen eingesetzt wurde, brachte allerdings keinen Erfolg. Ein Problem auf der Suche nach dem Autobahn-Attentäter: Weil die Einschusslöcher meist erst beim Abladen der Wagen gefunden wurden, lässt sich kaum ermitteln, an welchem Ort die Schüsse abgegeben wurden.
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