Mazda6 (2018): Connectivity-Check

Mazda Connect: Tops und Flops

Connectivity-Check beim Mazda6: Welche Stärken und Schwächen das MZD Connect System hat, zeigt AUTO BILD in den Tops und Flops.
AUTO BILD macht den Connectivity-Check im Facelift des Mazda6 Kombi. Zwei Wochen lang testete die Redaktion den Japaner in Sachen Konnektivität und Praxisnutzen. Was AUTO BILD gefallen hat und was nicht, lesen sie hier!

Top 1: Cockpitgestaltung

Digitale Tachos sind voll im Trend. Auch Mazda springt im Mazda6 auf den Zug auf und verpasst ihm zu Facelift ein Virtuelles Rundinstrument. Anders als bei vielen anderen Herstellern, setzt Mazda aber auf eine Hybrid-Lösung. Während der zentral im Instrumententräger sitzende Tacho virtuell ist, werden die Kühlwassertemperatur, der Drehzahlmesser und der Füllstand des Tanks über analoge Instrumente mit Zeigern dargestellt. Der digitale Bereich lässt sich zwar mit verschiedenen Ansichten bestücken (Tageskilometer, Restreichweite, Lane Assist), wirkt aber zu keinem Zeitpunkt überladen.
Fazit: Die Zwitter-Lösung aus analogem und digitalem Kombiinstrument ist aufgeräumt und übersichtlich. Nostalgiker und Technikfreunde werden hier gleichermaßen bedient.

Top 2: Bedienkonzept

Für die Steuerung des Infotainments steht eine Kombination aus drei Bedienelementen zur Verfügung: Lenkrad, Touchscreen und Dreh-/Drück-Controller. Dabei erfüllt jedes Element seinen Zweck. Das Lenkrad dient zur Basis-Steuerung. Mit ihm lassen sich lediglich Anrufe entgegennehmen, die Lautstärke regeln und die Wiedergabe der Musik steuern. Die restlichen Tasten beziehen sich auf die Steuernug des Fahrzeugs selbst. Das klingt erst einmal nach wenig, reicht aber im Alltag völlig aus. Die Bedienung des Lenkrads ist sehr intuitiv. Die wohl am meisten genutzte Bedienmöglichkeit ist aber mit Sicherheit der Tochscreen. Er ist sieben Zoll groß, löst gut auf und reagiert meistens flüssig. Er ist die einfachste Art, das Infoteinment zu bedienen. Neben Lenkrad und Touch-Bedienung verbaut Mazda aber auch einen Dreh-/Drück-Controller. Wie bei früheren iDrive-System von BMW, kann mithilfe des Reglers durch das Menü im Bildschirm navigiert werden. Die Rastungen des Controllers geben gutes Feedback und helfen dabei, den richtigen Menüpunkt zu treffen.
Fazit: Im Mazda behält der Fahrer prinzipiell die Befehlsgewalt. Jede Bedienmöglichkeit hat spezielle Vorzüge, welche man nutzen möchte, bleibt einem selbst überlassen. So viel Freiheit gefällt!

Top 3: Apple CarPlay und Android Auto zum Nachrüsten

Seit Juli 2018 bietet Mazda seinen Kunden die Möglichkeit, sich die Smartphone-Schnittstellen von Google und Apple nachzurüsten, als erster Hersteller überhaupt. Vorraussetzung ist das MZD Connect-System, das 2013 mit dem Mazda3 vorgestellt wurde. Die Umrüstung beinhaltet neben einem Softwareupdate auch die Installation eines neuen USB-Hub, der eine Datenübertragung zulässt. So aufgerüstet, bleiben auch fünf Jahre alte Mazda in Sachen Smartphone-Verbindung auf dem Stand der Technik. Das Nachrüstkit kostet 220 Euro plus Einbau. Verglichen mit den 300 Euro, die Mazda bei einem Neuwagen für Android Auto und Apple CarPlay verlangt, ist das ein fairer Preis.
Fazit: Dass Mazda die Schnittstelle für Android und iOS Smartphones zum Nachrüsten anbietet, ist ein absolutes Novum. Bislang mussten dafür Lösungen von Drittanbietern herhalten. Mazda hat hier eine Vorreiterrolle – top!

Flop 1: Touchscreen nur im Stand bedienbar

Auch wenn das Bedienkonzept grundlegend überzeugt und dem Fahrer viele Freiheiten gibt, patzt Mazda bei der Bedienung des Touchscreens. Er lässt sich nämlich nur im Stand und bis zu einer Geschwindigkeit von 8 km/h bedienen. Das soll helfen den Fahrer weniger vom Straßenverkehr abzulenken, zeigt sich in der Praxis aber als verwirrend. Ein Fallbeispiel: Sie stehen gerade an einer Ampel und geben das Navigationsziel ein. Gerade als sie die Routenführung starten möchten, beginnt der Verkehr wieder zu rollen. Nun müssen sie diesen letzten Schritt aber über den Multi-Commander (Dreh-Drück-Controller) machen. Instinktiv nutzt man im ersten Moment aber weiterhin den Bildschirm. Auch wenn diese Eigenschaft Sicherheit mit sich bringen soll, ist der Fahrer schlussendlich mehr abgelenkt als bei der Bedienung mit dem Touchscreen.
Fazit: Gute Idee, den Fahrer durch diese "Sperre" weniger abzulenken, leider ist sie in der Praxis eher umständlich.

Flop 2: Sprachausgabe der Navigationsanweisung

Die Navigation und deren Anweisungen sind einen wichtiger Teil der Connectivity-Funktionen moderner Autos. Wer zügig die richtigen Ansagen bekommt, fährt sicher ans Ziel. Da oft neben der Navigation Musik gehört wird, ist es eine Herausforderung, die Wegführung an den Fahrer heranzutragen. Viele Hersteller blenden die Musik dann einfach ab. So auch Mazda, allerdings nur einseitig. Während auf der Beifahrerseite die Musik leise weiterläuft, ist sie auf der Fahrerseite gar nicht mehr zu hören, während die Dame aus dem Navi mit einem spricht. Das führt zu einem komischen Klanggefühl im Innenraum. Zwar gewöhnt man sich nach einiger Zeit daran, trotzdem verwirrt es einen unnötig.
Fazit: Die Navigation ist allgemein in Ordnung, nur die Ansicht ist etwas altbacken und einfach. Wäre die Sprachausgabe anders gelöst, gäbe es keinen Grund zur Beanstandung. Andere Hersteller drehen die Musik auf allen Lautsprechern im Fahrzeug leiser, das würde man sich auch hier wünschen.

Flop 3: Android Auto nicht über den Touchscreen steuerbar

Android Auto und Apple CarPlay werden in modernen Fahrzeugen immer wichtiger. Optional gelangen beide Features bei Mazda ins Infotainment. Allgemein funktioniert die Verbindung mit dem Smartphone schnell, flüssig und unkompliziert. Aber während sich Apple CarPlay anstandslos über den Touchscreen und den Multi-Commander bendienen lassen, will das bei Android Auto nicht so ganz klappen. Nutzer des Google-Systems müssen hier leider mit dem Dreh-Controller in der Mittelkonsele vorlieb nehmen. Ihnen ist es nicht vergönnt, ihr gespiegeltes Telefon mit dem Finger zu bedienen. Ärgerlich, denn Apple-User dürfen den Touchscreen nutzen. Mazda beteuert auf Nachfrage von AUTO BILD, von dem Problem zu wissen. Android Auto ließe sich entweder ausschließlich über den Multi-Commander steuern, oder über den Touchscreen. Da dieser aber nach Mazdas Sicherheitsphilosophie während der Fahrt gesperrt ist, entschieden sich die Ingenieure dazu, ihn für Android Auto allgemein zu deaktivieren.
Fazit: Mazda schießt sich hier mit ihrem Sicherheitskonzept, den Touchscreen nur im Stand und bis zu 8 km/h zu aktivieren, selber ins Knie. Dadurch entsteht nämlich eine ungleiche Behandlung von Google- und Apple-Nutzern.

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