Mercedes 500 SEC (1984) Koenig Specials Widebody
Breitbau-Benz zum Hardcore-Preis zu verkaufen

Koenig Specials ist mittlerweile so etwas wie Tuning-Kulturgut, was auch die zum Teil extremen Preise erklärt. Dieser Mercedes 500 SEC Widebody soll 175.000 Euro kosten!
Bild: autoleitner
Egal ob Miami Vice oder Hamburg Reeperbahn: Dem Mercedes SEC haftet ein gewisser Ruf an. Wenn es sich dann auch noch um einen Umbau von Tuning-Legende Willy König handelt, ist klar: Dieser Breitbau-Benz ist nichts für schwache Nerven. In den Niederlanden wird ein 500 SEC Widebody verkauft. Der Preis ist heftig!
Blicken wir einige Jahrzehnte zurück: In den 80er-Jahren konnten Autos gar nicht auffällig genug sein, was Tunern wie Koenig Specials, Rieger oder auch SGS mehr als gelegen kam. Extreme Breitbauten, riesige Spoiler und spektakuläre Flügeltüren waren damals der letzte Schrei.
Diese wilden Autos waren anfänglich vor allem bei einer gewissen Kundschaft beliebt und wurden deshalb lange Zeit belächelt. Nachdem viele Autos über die Zeit ganz einfach verbraucht und einige in den Originalzustand zurückversetzt wurden, gibt es seit einigen Jahren einen echten Markt für die einstigen Ausgeburten des Tuning-Protzes.
Koenig Specials-Umbauten sind Kult
Mittlerweile gelten originale Koenig Specials-Umbauten als Tuning-Kulturgut und sind bei Liebhabern begehrt. Das erklärt auch, dass Autos, die bis vor einigen Jahren noch auf Kiesplätzen vor sich hingammelten, mittlerweile hohe Preise erzielen. Vor allem in den USA boomt der Markt für seltene Mercedes aus den 80er- und 90er-Jahren. Die Folge: Auch hierzulande steigen die Preise immer weiter!

Koenig Specials-Schriftzug in der Heckschürze und eine Spoilerlippe, die in die Seitenteile übergeht: So geht 80er-Jahre-Tuning.
Bild: autoleitner
Der Luxushändler "Auto Leitner" aus den Niederlanden hat aktuell ein echtes Highlight im Angebot: Einen Mercedes 500 SEC Koenig Specials Widebody aus dem Baujahr 1984 mit gerade mal 54.991 Kilometern auf dem Tacho.
Die Geschichte hinter dem Unternehmen
Doch bevor wir genauer auf den Breitbau-Benz eingehen, gibt es eine kurze Geschichtsstunde zu Koenigs Specials. Gegründet wurde das Unternehmen 1977 von Willy König. Bereits drei Jahre zuvor begann König mit dem Tuning. Der einfache Grund: Sein nagelneuer Ferrari 365 GT4 BB (das erste nach Deutschland ausgelieferte Exemplar) hatte ihm zu wenig Power.
König verbaute eine Sportabgasanlage, doch als auch die nicht den gewünschten Leistungszuwachs brachte, entschied er sich auf klassisches Motortuning zu setzen. Schmiedekolben, überarbeitete Zylinderköpfe und neue Vergaser brachten die Leistung auf 450 PS und als König schon mal dabei war, entwickelte er auch gleich noch Kotflügelverbreiterungen, einen Heckspoiler und mehr.

Schwarzes Leder, Wurzelnussholz und viel Luxus: Verglichen mit dem Exterieur ist der Innenraum fast schon dezent. Einzige Veränderung von Koenig Specials ist der 300 km/h-Tacho.
Bild: autoleitner
Und genau diese wilden Anbauteile machten Koenig Specials zu einem der erfolgreichsten Tuning-Unternehmen der damaligen Zeit. Schon bald erweiterte die Münchner Firma ihr Portfolio um wilde Twin Turbo-Umbauten und die heute legendären XXL-Breitbau-Bodykits. Egal ob Mercedes, BMW, Jaguar, Porsche oder Ferrari – kaum ein Luxusfahrzeug war vor Koenig Specials und den Wünschen der extrovertierten Kunden sicher. Getreu dem Motto: Erlaubt ist, was gefällt!
175.000 Euro soll der SEC kosten
Heutzutage sind besonders die Mercedes-Breitbauten von Koenig Specials begehrt. Das erklärt auch den, auf den ersten Blick, verrückten Preis, den Auto Leitner für den weißen 500 SEC Widebody aufruft. Sage und schreibe 175.000 Euro soll die Ausgeburt des 80er-Jahres-Protzes kosten und auch wenn der Preis für Liebhaber von originalen 126ern absurd erscheinen mag, sind diese Summen keine Seltenheit.
Wichtig ist, dass es sich um einen originalen Koenig Specials-Umbau handelt, was bei diesem SEC der Fall zu sein scheint. Das Coupé ist ein deutsches Auto, das bis zuletzt immer in Deutschland zugelassen war und nur zwei Vorbesitzer hatte, die den 245 PS starken Benz in den vergangenen 40 Jahren nicht mal 55.000 Kilometer gefahren sind. Laut Inseratstext soll der zweite Besitzer ein älterer Herr (geb. 1917) gewesen sein – eine kuriose Vorstellung.
Nur echt mit dreiteiligen BBS-Felgen
Auf den Inseratsfotos macht der SEC in der auffälligen Außenfarbe "Classicweiß" (Farbcode 737) einen extrem gepflegten Eindruck. Das Fiberglass-Bodykit ist unbeschädigt und auch die dreiteiligen BBS-Kreuzspeichenfelgen mit goldenen Details in 15-Zoll glänzen noch (oder wieder) wie bei Auslieferung 1984.

Der Fünfliter-V8 blieb unangetastet. Da es sich hier um eine Version ohne Kat handelt, liegt die Leistung bei 245 PS.
Bild: autoleitner
Die weitere Koenig Specials-Behandlung umfasste einen 300 km/h-Tacho (sicherlich leicht übertrieben) und ein Koni-Fahrwerk. Auch wenn unter der Haube des wilden Breitbau-Benz ein Fünfliter-V8 (M 117) mit 245 PS (ohne Kat) schlummert, so ist das große Coupé eher ein Cruiser, als ein Autobahnbomber. Passt auch viel besser, so können Passanten das wilde Bodykit auch viel besser bestaunen.
Verkauft wird das Auto mit einer umfangreichen Dokumentation inklusive zahlreicher TÜV-Berichte und zwei Schlüsseln. Laut Händler bekam der 500 SEC zudem eine frische Wartung bei Mercedes spendiert und soll sofort einsatzbereit sein. Das nötige Kleingeld und Ego vorausgesetzt.
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