Kaufberatung Mercedes A-Klasse

Mercedes A-Klasse: Kaufberatung

Gesucht: die beste A-Klasse

Mit dem Bediensystem der neuen A-Klasse setzt Mercedes wieder technologische Maßstäbe. Doch worauf sollten Sie beim Kauf achten? AUTO TEST gibt Tipps.
Eigentlich ließe sich diese Kaufberatung in zwei Akten aufbauen. Erstens: das neue Infotainmentsystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience), und zweitens: der ganze Rest. Da wir aber keine Computerspezialisten sind, liefern wir Ihnen lieber einen Gesamteindruck, beginnen aber mit dem neuartigen Bediensystem, welches aktuell das modernste der Branche ist.

Letztlich überzeugen Logik und geniale Einfachheit

Video: Mercedes A-Klasse (2018)

Neuer Stern im ersten Test

Erinnern Sie sich daran, als Sie zum ersten Mal ein Smartphone bedient haben? So fühlt sich die neue Technikwelt an. Jedem Tippen, jedem Wischen einer neuen App wohnt der Reiz des Neuen inne – selbst wenn es anfangs durchaus einige Hürden zu meistern gibt. Manche Aktion erfordert mitunter mehr als einen Versuch, doch ist das Gewünschte erst gefunden, überzeugen Logik und geniale Einfachheit. Mercedes erleichtert uns das Lernen mittels dreier Bedienmöglichkeiten. Die Touchbedienung wie beim Smartphone auf dem Zentralbildschirm gelingt am einfachsten, erfordert aber Hinsehen. Touchbedienungen am Regler in der Mittelkonsole funktionieren dagegen fast blind und werden mit haptischem Klicken quittiert. Die Wisch- und Druckbefehle lassen sich auch am rechten Lenkrad-Touchknopf geben; der linke manövriert auf diese Art durch das stets digitale Kombiinstrument, das sowohl in Kleinbild- als auch in Kinoformat erhältlich ist. Als Drittes gibt es die Sprachbedienung, die à la Siri oder Alexa nun auch ganze Sätze versteht. "Mir ist kalt" genügt, um die Heizung aufzudrehen. Zu den Neuheiten zählen ein Head-up-Display (1178 Euro), ebenfalls per Lenkrad-Touch bedien- und dreifach konfigurierbar, sowie die weltweit erste Augmented-Reality-Anzeige für das Navi (297 Euro). Sie zeigt ein Kamerabild in Fahrtrichtung und blendet im Realbild Pfeile ein, die in Ausfahrten oder Abbiegungen weisen.
Überblick: Alles zur Mercedes A-Klasse

In Fond und Gepäckabteil gibt's jetzt mehr Platz

Und er passt doch! Trotz 2,05 m hat der Redakteur Platz. A-Klasse-Premiere!

Kauftipp: Setzen Sie voll auf die modernen Technikoptionen der A-Klasse. Sie wirken erst überwältigend, bereichern aber nach kurzer Eingewöhnung den Alltag – genau wie ein Smartphone. Optisch hält die neue Baureihe W177 an der gedrungenen Silhouette des Vorgängers fest. Die Designer haben einige Falten ausgebügelt und den Wagen etwas gestreckt. Vom gewonnenen Raum profitieren speziell Fond und Gepäckabteil. In Reihe eins sitzt es sich nach wie vor maßgeschneidert. Jeder Fahrer findet problemlos Platz, viel Bewegungsspielraum gibt's aber nicht. Verzichten Sie auf die optionalen Sportsitze. In der Redaktion klagten alle Kollegen über deren arg vorstehende Integralkopfstützen, die nicht einstellbar sind.

Die Qualität des Mercedessterns auf dem Lenkrad irritiert

Neue Mercedes-Welt: Es gibt Vertrautes wie Alleskönner-Blinkerhebel und E-Sitzeinstellung, doch die luftige Linienführung ist neu.

Für optischen Freiraum sorgt der besonders schlanke Armaturenträger, der sich markentypisch mit allerhand Dekors und bis zu 64 Lichtfarben aufwerten lässt. Der nicht überall nobel wirkende, kratzempfindliche Glanzkunststoff der Mittelkonsole ist immer an Bord. Ausgerechnet der Mercedesstern im Zentrum des Blickfelds, dem Lenkradairbag, wirkt zudem eigentümlich spielzeughaft, ist als einziges Innenraumteil dunkel verchromt und sitzt auf einer unschön genarbten Hartplastikprallplatte – seltsam. Ansonsten wirkt es sehr hochwertig und liegt in der Hand wie ein gutes Sportlenkrad. Der insgesamt sportliche Auftritt weiß zu gefallen, stößt aber in Form der geringen Bodenfreiheit und der markanten Verschwellerung oft an Grenzen. Im Klartext: Unsere A-Klasse lag so tief, dass der vordere Überhang nicht nur in Parkhäusern immer wieder den Boden gestreift hat.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Modell A 180 A 180 d
Motor / Hubraum R4-Turbo / 1332 cm3 R4-Turbo / 1461 cm3
Getriebe 6-Gang-manuell 7-Gang-Doppelkupplung
kW (PS) bei 1/min 100 (136) / 5500 85 (116) / 4000
Nm bei 1/min 200 / 1620-4000 260 / 1750-2500
Höchstgeschwindigkeit 215 km/h 202 km/h
0–100 km/h 9,2 s 10,5 s
Verbrauch (ECE-Mix) 5,5 l S 4,1 l D
Abgas CO2• EU-Norm 127 g/km • Euro 6d-Temp 108 g/km • Euro 6d-Temp
Ottopartikelfilter / SCR-Kat. 1) – / – – / ja, 23,8 Liter AdBlue-Tank
Grundpreis 27.548 Euro 31.398 Euro
Wertung Der 1,3-Liter ist eine Neuentwicklung, die Laufruhe mit Sparsamkeit kombiniert. Mehr Durchzug liefert der dieselig nagelnde Zweiliter (ab A 220). Ein Renault-Motor, für den Mercedes eigene Nebenaggregate nutzt. Er ist leise und sparsam, aber bisher nur mit Automatikgetriebe erhältlich.
Ökotrend-Wertung 2+ 2-

Die A-Klasse ist wahlweise Sänfte oder Kurvenkratzer

Einen Teil zu diesem Problem dürfte das Fahrwerk beitragen. Gerade die von uns getesteten Adaptivdämpfer erlauben in Komfortstellung so viel Federweg, dass die Luft unterm Spoiler oft knapp wird. Zur Ehrenrettung sei aber gesagt: Das ist der einzige Makel einer ansonsten sehr gelungenen Abstimmung. Wenige Fahrwerke erlauben einen so konsequenten Verzicht auf unnötige Härte im Komfortmodus. So wird die A-Klasse auf Wunsch zur echten Sänfte und eignet sich im Sportmodus dennoch wunderbar zum Kurvenkratzen. Feinfühliger als im Vorgänger arbeitet die Lenkung, ohne dabei an schwäbischer Präzision zu verlieren. Im Heck sitzt eine einfache Verbundlenkerachse, die unabhängig vom Beladungszustand einen sauberen Eindruck hinterlässt.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Die Serienausstattung des A ist modern (Digitalkombiinstrument, Keyless-Go), aber keineswegs reichhaltig (kein Lederlenkrad, keine Aluräder). Nettigkeiten rechnen die Stuttgarter extra ab. Optisch heben die Linien Style (1214 Euro) und Progressive den Gesamteindruck sichtlich an. Insgesamt ist es gelungen, fundamentale Mercedes-Kriterien zu bewahren, die schon im Alltag Wertigkeit vermitteln. Durch ihre Modernität gelingt das der A-Klasse besser als jedem Baby-Benz zuvor. So ist es also nicht vermessen, wenn wir als Tester den Maßstab hoch ansetzen. Nur so fallen Kleinigkeiten wie die nagelnden Benzin-Direkteinspritzer oder die innen unverkleideten Fensterrahmen der Türen auf. Da dürfte Mercedes gern nachbessern.

Kaufberatung Mercedes A-Klasse

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Andreas Jüngling

Fazit

Zugegeben, wir meckern hier auf hohem Niveau. Die neue A-Klasse ist in mancherlei Hinsicht wirklich eindrucksvoll. Da mutet es umso merkwürdiger an, dass Kleinigkeiten wie der unschöne Airbagdeckel ihren Weg in die Serie gefunden haben. Ihre positive Eigenwilligkeit hat sich die A-Klasse aber bewahrt.

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